Wird die Menschheit bald überflüssig?

Fr, 10. Mai. 2019
Gemeindeammann Erich Bruderer begrüsste im Namen des Gemeinderats über 100 Gäste zum «Menzo-Treff». (Bilder: Remo Conoci)

Die Digitalisierung der Welt und mit ihr die künstliche Intelligenz geht so schnell voran, dass nur noch die wenigsten wissen, wohin ihre persönliche Daten fliessen. Wo das alles hinführen kann, schilderte Syrian Hadad am Treffen der Menziker Unternehmer im Gemeindesaal.

rc. Nach der musikalischen Begrüssung durch die Menzo-Singers, unter der Leitung von Ruedi Lehnherr, wandte sich Menzikens Gemeindeammann Erich Bruderer mit der zentralen Fragestellung an das Publikum: «Was bedeutet künstliche Intelligenz für uns Menschen, für das gesellschaftliche Zusammenleben, für unsere Jobs?» Dank Smartphones, Ortungsdiensten, WLAN-Netzen, dem Surfverhalten zu Hause und Überwachungskameras an jeder Hausecke, legt heute jeder von uns eine digitale Spur. «Cumulus war nur der harmlose Anfang», sagte dazu Syrian Hadat, Leiter Fachstelle E-Government Aargau. Der Referent schilderte anhand von Beispielen, wie die totale Überwachung in China bereits heute Realität ist: in Test-Städten wird von jedem Bewohner ein Profil erstellt. Algorithmen entscheiden über Kreditwürdigkeit, ob er einen Flug buchen darf, oder ob er aufgrund seines Verhaltens ein Terrorist sein könnte.

«Bei uns», so der Referent, steht im Gegensatz zu China der Nutzen für die Menschheit im Vordergrund, doch man muss sich bewusst sein, dass Computer in der Lage sind, alles über uns in Erfahrung zu bringen. Mehr noch: Sie sind in der Lage, mit ihrem Wissen das menschliche Verhalten so zu simulieren, dass sie den Menschen ersetzen können. Als praktisches Beispiel führte Syrian Hadad eine Aufnahme eines Telefongesprächs vor, bei dem eine menschlich klingende Computerstimme einen Termin beim Coiffeur vereinbart hat. Der Computer war in der Lage, auf Terminvorschläge zu reagieren, um Verschiebungen zu bitten und erst noch einen freundlichen Ton anzuschlagen.

Echte Sänger, echter Apéro

Natürlich wird es nicht passieren, dass der Computer für den Termin beim Coiffeur vorbei geht – da muss man den Kopf schon selber hinhalten. Nach den Automatisierungen in der Industrie oder nach dem Einzug von PC und Internet in der Arbeitswelt, sind diese digitalen Möglichkeiten nur ein weiterer Schritt auf einem Weg, von dem kaum einer weiss wo er hinführt. Hadad stellte sodann die provokative Frage: «Wird die Menschheit in Zukunft überflüssig?» Endgültig beantworten konnte der Referent die Frage auch nicht. Er zeigte aber schliesslich auf, dass es auch durchaus positive Aspekte gibt: zum Beispiel werden viele neue Jobs geschaffen, die es heute noch gar nicht gibt.

Mit einem analogen Abschiedsgruss durch die Menzo Singers wurde das Publikum schliesslich wieder ins reale Leben entlassen, wo es einen reichhaltigen Apéro zu geniessen gab. Bei guten Gesprächen und einem Glas Wein konnte man sich voll und ganz dem Gegenüber aus Fleisch und Blut widmen.

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