Stimmen und Standpunkte

Fr, 19. Jul. 2019

Alarm am Hallwilersee: «Ein Fischer meldete der Polizei, dass er am Sonntagabend in Beinwil am See ein Reptil gesichtet habe. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um einen Kaiman handeln könnte. Die Suche nach dem Exoten ist bislang erfolglos geblieben.» Diese Meldung der Kantonspolizei versetzte die Medien am Dienstag dieser Woche nicht in Angst und Schrecken, sondern in eine wahre Euphorie, verbunden mit einem Recherchier-Taumel. Der Zeitpunkt dieser Sensationsmeldung, die es sogar in die Mittags-Tagesschau des Schweizer Fernsehens schaffte, hätte nicht idealer sein können: Die nachrichtenarme Sommerzeit lässt grüssen! Und jetzt diese Wahnsinns-Story! Sie weckt Assoziationen an eine ähnliche Geschichte, die im Sommer seit vielen Jahren für immerwiederkehrenden Gesprächsstoff sorgt: Die Stichworte dazu liefern Schottland und das Ungeheuer von Loch Ness.

Ob es das im Hallwilersee gesichtete, angsteinflössende «Tier» tatsächlich gibt oder ob der Kaiman eher der Kategorie Fabelwesen zuzuordnen ist, weiss im Augenblick niemand. Tatsache ist, dass eine solche Meldung nicht einfach ignoriert werden kann, sondern ernst genommen werden muss. Erst recht, wenn sie von einem Fischer und erfahrenen Petrijünger stammt, der hoffentlich einen 1.50 Meter grossen Hecht von einem Kaiman unterscheiden kann. Die aussergewöhnliche Sichtung am Hallwilersee, im Grenzbereich zwischen Beinwil am See und Mosen, hat jedenfalls dazu geführt, dass sich ein Grossaufgebot von Fachleuten und Experten – vom Bundesamt bis zu den Bademeistern – an den Tisch setzte, um über die möglichen Massnahmen und Konsequenzen dieser «Schreckensmeldung» nachzudenken. Aufgeschreckt wurden somit nicht nur viele Badegäste am Hallwilersee, sondern auch eidgenössische Amtsstellen, kantonale und regionale Polizeiorgane, örtliche Gemeinderäte, Jäger, Bademeister und und und …

Zurück zum Kaiman-Phänomen: Der Augenzeuge war am Sonntagabend, 14. Juli 2019, am Ufer des Hallwilersees zwischen Beinwil am See und Mosen/LU am Fischen. Glaubhaft hat der erfahrene Fischer der Kantonspolizei inzwischen geschildert, wie er etwa um 21.30 Uhr ein etwa anderthalb Meter grosses Reptil beobachtet habe, das plötzlich an der Wasseroberfläche erschienen und nach einer schwimmenden Jung-Ente geschnappt habe. Danach soll das Tier mitsamt der Beute weggeschwommen sein. Der Fischer verständigte in der Folge die Polizei.

Die genaue Beschreibung durch den Fischer lässt nach Einschätzung von Fachleuten darauf schliessen, dass es sich beim fraglichen Reptil um einen Kaiman handeln könnte. Die exotische Spezies jagt in der Abenddämmerung vorwiegend in flachem Wasser nach Beute. Kaimane gehören zur Familie der Alligatoren. Sie unterstehen dem Artenschutzübereinkommen und bedürfen zur Haltung einer Bewilligung. Es sei davon auszugehen, so die Kantonspolizei Aargau, dass das Tier wahrscheinlich aus illegaler Tierhaltung stamme und ausgesetzt worden sei. Auf Veranlassung des kantonalen Veterinärdienstes sowie der kantonalen Jagdverwaltung suchte die Polizei am Montagabend das Seeufer auf dem fraglichen Seeabschnitt ab. Dabei fand sich vom gesuchten Tier jedoch keine Spur. Weitere Suchmassnahmen werden derzeit geprüft. Hinweise zur Herkunft des Kaimans und möglichen früheren Tierhaltern liegen bislang nicht vor. Die Kantonspolizei hat mit Unterstützung des Veterinärdienstes entsprechende Ermittlungen aufgenommen.

Laut Einschätzung eines beigezogenen Experten geht von einem Tier dieser Art und Grösse keine akute Bedrohung für Menschen, namentlich für Badende oder Spaziergänger, aus. Solche Reptilien, zu deren Beuteschema primär Fische und Kleintiere gehören, sind grundsätzlich scheu und reagieren erst aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen. Da sich die Suche nach einem solchen Tier als sehr schwierig darstellt, bittet die Kantonspolizei um Wachsamkeit. Wer im Hallwilersee ein solches Tier sehen sollte, wird gebeten, dies sofort der Kantonspolizei (Notruf 117) zu melden. Dabei ist zu unterlassen, sich dem Tier zu nähern oder es gar selber einfangen zu wollen. Ferner sucht die Kantonspolizei Personen, die verdächtige Feststellungen im Zusammenhang mit einer privaten Reptilienhaltung gemacht haben.

Ist das nicht eine Notiz im Wynentaler Blatt wert? Wir finden ja. Genau solche Nettigkeiten verdienen es, auch einmal in der Zeitung erwähnt zu werden. Die Rede ist von einem Brief der Schule Schwarzenbach. Das 50-Jahr-Jubiläum dieser kleinen, aber feinen Dorfschule nahm unsere Zeitung zum Anlass einer etwas umfangreicheren Reportage (siehe WB vom Dienstag, 18. Juni 2019). Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier stand ein kleines Bühnenspektakel, das dem Publikum viel «Äggschen» bot und sich besonders durch eine grosse Spontanität und Begeisterung der mitwirkenden Kinder auszeichnete. Für die Aufmerksamkeit des Wynentaler Blattes haben sich die Kinder der Schule Schwarzenbach kürzlich mit einer ausgesprochen netten Karte bedankt. Nicht mit einer Mailnachricht, sondern mit einer handgeschriebenen Ansichtskarte, die auf der Vorderseite das Dorf Schwarzenbach um 1930 zeigt. Die herausragenden Gebäude damals: die Kirche, der Gasthof Löwen und ein paar Bauernhöfe. Der Blick Richtung Menziken und Stierenberg zeigt eine intakte Landschaft. Sehr viel Natur und kaum überbaut. Von den heute mit vielen gesichtslosen Wohnbauten überstellten Dörfern ist noch nichts zu sehen. Nicht weniger berührend und romantisch auch der Text der Karte: «Lieber Herr Suter, im Wynentaler Blatt durften wir einen grandiosen Bericht zu unserem 50-Jahr-Jubiläum in Schwarzenbach finden. Dies hat uns unglaublich gefreut! Wir wünschen Ihnen alles Gute und freuen uns auf eine andere Gelegenheit. Viele Grüsse Schule Schwarzenbach.»

Liebe Schwarzenbacher Schulverantwortliche und Kinder: Glauben Sie uns, derart dankbare und persönliche Rückmeldungen sind heute eine grosse Seltenheit. Deshalb ein herzliches Danke zurück. Auch wir haben uns über diese Zuschrift unglaublich gefreut! msu.

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