Zürich, südöstlich von Basel

Di, 28. Jan. 2020

rc. Um über Frauen-Eishockey zu berichten, muss man sich in Sachen Geografie gut auskennen. Die ZSC Frauen zum Beispiel spielen in der Kunsteisbahn Heuried in Zürich, die sich in unmittelbarer Nähe zum Triemli befindet, das wiederum zum Ortsteil Wiedikon gehört, in unmittelbarer Nähe zum Sihlfeld. Ohne Navigationsgerät irren Landeier aus dem Aargau meistens so lange in der Stadt umher, bis sie schliesslich im Hallenstadion landen, wo man den ZSC noch am ehesten vermutet. Zürcher Journalisten kugeln sich dann meistens vor Lachen, im Wissen, dass man vom Hallenstadion zur KEB Heuried etwa eine halbe Stunde braucht, mit dem Auto einen halben Tag.

Wer nun am Cup-Finaltag in Langenthal Zürcher Journalisten gesucht hat, wurde enttäuscht. Die haben sich vermutlich alle verfahren, denn alles was sich ausserhalb des Stadtgebietes befindet, gehört für einen Zürcher zum unentdeckten Land. Einen Hinweis darauf liefert die SonntagsZeitung aus dem Hause Tagesanzeiger. Dort wird behauptet, SC Reinach-Torhüterin Laura DeBastiani pendle viermal die Woche von ihrem Wohnort am Oberen Zürichsee nach «Reinach, südwestlich von Basel», was einen Weg von 250 Kilometern pro Trainingseinheit ausmache. Folgt man dieser Spur, ist man als Zürcher immerhin in guter Gesellschaft, denn heute noch fahren Lastwagenfahrer regelmässig nach Reinach BL statt Reinach AG. Laura DeBastiani ist aber zum Glück nicht Journalistin und auch nicht Lastwagenchauffeurin, sondern Torhüterin. Ihr journalistisch errechneter Weg ins Training und zurück reduziert sich dank dem Nachrechnen der hiesigen Landeier-Redaktion gegenüber der Tagi-Darstellung um schlappe 150 Kilometer.

Falls nun jemandem nicht klar sein sollte, wie man vom unentdeckten Land zurück nach Zürich findet, hier ein kurzer Wegbeschrieb: Zürich, das ist irgendwo südöstlich von Basel, am Rande des Universums.

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Kommentare

Herrliche Story. Gratulation Remo! Da sehen wir Zürcher tatsächlich alt aus. Gruess ins schöne Wybental.

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