«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht»
06.04.2018 SeengenDie Gemeinde Seengen erziehlte einen erfreulichen Abschluss 2017 und verfügt erstmals seit 2010 wieder über ein kleines Nettovermögen – 111’585 Franken oder Fr. 28.05 pro Einwohner. Mit dem positiven Rechnungsergebnis im Rücken ist der Gemeinderat Seengen ...
Die Gemeinde Seengen erziehlte einen erfreulichen Abschluss 2017 und verfügt erstmals seit 2010 wieder über ein kleines Nettovermögen – 111’585 Franken oder Fr. 28.05 pro Einwohner. Mit dem positiven Rechnungsergebnis im Rücken ist der Gemeinderat Seengen überzeugt, auch die künftig anstehenden Projekte, Aufgaben und Mehrkosten meistern zu können.
hg. «Wie Sie unserem Lächeln entnehmen können, ist der Abschluss nicht schlecht ausgefallen», brachte es Seengens Gemeindeamann Jörg Bruder gleich zu Beginn der traditionellen Presseinfo zum Jahresabschluss auf den Punkt.
«Zum zweiten Mal in Folge liegt das operative Ergebnis der Einwohnergemeinde Seengen im positiven Bereich», konnte Beat Rölli, Leiter Finanzen, bekannt geben. Die 158’754 Franken im Plus seien ein Zeichen, dass man auf einem guten Weg sei, so Rölli. Budgetiert gewesen war ein Minus von 152’750 Franken. Das Gesamtergebnis der Rechnung 2017 liegt bei 1’278’754 Franken, im Budget wurde mit einem Überschuss von 967’250 Franken gerechnet. Höchst erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Einwohnergemeinde Seengen erstmals seit 2010 wieder über ein kleines Nettovermögen verfügt. Wies die Rechnung 2016 nämlich noch eine Nettoschuld von 1,248 Mio Franken aus, resultiert 2017 ein Nettovermögen in der Höhe von 111’585 Franken. Bei 3977 Einwohnern bedeutet dies einen Betrag von 28.05 Franken pro Einwohner. Die positive Entwicklung ist wichtig, steht in den kommenden Jahren in Seengen doch einiges an und auch die fremdgesteuerten Kosten, etwa im Bereich Gesundheit, dürften weiter ansteigen.
Ein Blick auf die Steuererträge
«Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern haben wir schon fast eine Punktlandung geschafft», erklärte Steueramtsvorsteher Martin Suter. Will heissen, budgetiert gewesen waren 9,2 Mio. Franken, schlussendlich waren es 9’326’793 Franken. Die grösste Abweichung gegenüber dem Budget resultierte bei den Grundstückgewinnsteuern. Gerechnet hat man da mit 235’000 Franken, tatsächlich waren es dann 465’743 Franken. «Ein Posten, der immer schwer zu budgetieren ist», ergänzte Martin Suter. Gesamthaft lagen die Steuererträge der Gemeinde Seengen 2017 bei 10’268’644 Franken. «Die Steuerkraft pro Einwohner lag im Schnitt der vergangenen Jahre», hielt Seengens Steueramtsvorsteher abschliessend fest.
Es steht einiges an
Die Einwohnergemeinde Seengen hat 2017 Nettoinvestitionen in der Höhe von 637’021 Franken getätigt. Rund 128’000 Franken wurden in neue Fahrzeuge für die Feuerwehr investiert, weiter flossen 107’000 Franken in Kantonsstrassenprojekte, Kosten in der Höhe von 291’000 Franken warf die Sanierung Oberdorf-/Bergstrasse auf oder 105’000 wurden für den Hochwasserschutz im Bereich Oberdorf/Schulstrasse aufgewendet. «2017 war quasi die Ruhe vor dem Sturm», hielt Gemeindeammann Jörg Bruder fest. Will heissen, dass in Seengen künftig einige Projekte anstehen. So muss das Schulhaus 3 dringend einer Aussensanierung unterzogen werden, «und da reden wir nicht nur von einem Pinselanstrich», fügte Jörg Bruder an. Weiter wird der Abbruch der Burgturmscheune nun angegangen, an deren Stelle soll ein für die Schule vielseitig nutzbarer Neubau entstehen, des weiteren wird der Platz neu gestaltet werden. Weitere anstehende Projekte sind die Sanierung des Schillinghauses, ein neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr oder die Realisierung der Bushaltestelle Hubpüntstrasse. «Längerfristig ist es das Ziel, dass sämtliche Bushaltestellen von der Strasse genommen werden können», merkte der Gemeindeammann dazu an. Mit diesen anstehenden Geschäften und weiteren, verschiedenen Strassenprojekten rechnet der Gemeinderat für die Jahre 2018 bis 2022 mit Investitionen in der Höhe von rund 15,3 Mio. Franken.
Nicht gerade erfreulich aus Seenger Sicht ist der Beitrag, welchen die Gemeinde im Rahmen des neuen Finanzausgleichs zu leisten hat. «Seengen trifft es neu mit 948’000 Franken, was einer Verdoppelung von dem entspricht, was wir bisher bereitstellen mussten», erklärte Jörg Bruder. Für 2018 ist allerdings erst mit einer Mehrbelastung von 250’000 Franken zu rechnen, wird der Finanzausgleichsbeitrag nämlich schrittweise erhöht. Ab dem Jahr 2022 beträgt die jährliche Mehrbelasung dann 470’000 Franken.
«Wir sind der Ansicht, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben», hielt Seengens Gemeindeammann abschliessend fest. Somit könne man die anstehenden Projekte und Aufgaben angehen, zusätzliche Mehrkosten bewältigen. «Stolz sind wir auch darauf, dass wir unser Versprechen halten konnten und den Steuerfuss auf 77 Prozent senken konnten», so Jörg Bruder.

