Eine Chronik zum Jubiläum
09.08.2019 RegionRedigiert von Christian Märki und Barbara Borer-Mathys, mit Beiträgen von alt Bundesrat Dr. Christoph Blocher und Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni: so kommt die Chronik der SVP-Bezirkspartei Kulm daher, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. ...
Redigiert von Christian Märki und Barbara Borer-Mathys, mit Beiträgen von alt Bundesrat Dr. Christoph Blocher und Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni: so kommt die Chronik der SVP-Bezirkspartei Kulm daher, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Sie wird dieser Tage an alle Mitglieder versendet.
rc. Gegründet wurde die heutige Bezirkspartei der SVP am 26. Januar 1919 in der Kirche Unterkulm. Damals und bis 1971 hiess sie Bauern-, Gewerbeund Bürgerpartei (BGB). Sich hierfür in einer Kirche zu versammeln war für jene Zeit nichts Ungewöhnliches, denn Mehrzweckhallen oder andere geeignete Säle fehlten weitgehend. Die Gründung erfolgte am «Bauerntag in Kulm», was laut Berichterstattung im Wynentaler Blatt schliesslich über 1000 Interessierte zur Gründung angelockt hatte. «Man hatte die Zeichen der Zeit erkannt», erklärt 100 Jahre später Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni an gleicher Stelle vor der Kirche Unterkulm: «Der Krieg war vorüber, für das Volk und insbesondere die Bauern war es wichtig, politisches Gehör zu erlangen.» Beschrieben wird die Gründungszeit im Wynentaler Blatt von damals so: «Das grosse Interesse, das der heutigen Versammlung bewiesen worden ist, zeigt, dass ein Zusammenschluss der Landwirte opportun ist und gewünscht wird. Der Krieg mit seinen Begleiterscheinungen hat der Landwirtschaft schwere Arbeit und viele Einschränkungen gebracht. Heute soll darüber nicht Klage geführt werden, denn wir wollen aufbauen und vorwärts schauen.»
Christoph Blocher kommt nach Reinach
Nachlesen kann man diese und viele weitere geschichtlichen Ereignisse in der soeben erschienenen Festschrift «100 Jahre SVP des Bezirks Kulm». Bei der Produktion massgeblich beteiligt waren Christian Märki, der in die Archive hinabgestiegen ist und zahlreiche Weggefährten befragte und Barbara Borer-Mathys, aktuelle Kulmer SVP-Bezirkspräsidentin. Alt-Bundesrat Christoph Blocher und Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni als OK-Präsidentin der Kulmer 100-Jahr-Feierlichkeiten steuerten Vorworte bei.
Letztere findet grossen Gefallen an der Festschrift. «Ich freue mich, dass wir 100 Jahre SVP Bezirk Kulm feiern dürfen. Auf meine Anfrage hin hat Christoph Blocher spontan zugesagt am Freitag, 23. August im Saalbau Reinach als Festredner aufzutreten, und einen Beitrag für die Chronik zu verfassen. Mit diesem Werk können wir zurückschauen und feststellen, dass Werte wie Freiheit und Selbstbestimmung genau so prägend waren, wie sie es heute sind und in Zukunft sein werden.» Wenngleich sich die Gesellschaft in dieser langen Zeit verändert habe, erklärt Sylvia Flückiger weiter: «Auch die Unabhängigkeit musste immer wieder verteidigt werden, damals beim EWR beispielsweise, und heute wieder, wenn es um den Rahmenvertrag geht.» Das alles zeige dieses wichtige Zeitdokument auf, das in 100 Jahren vielleicht wieder jemand zu Rate zieht, wenn auf «unsere» Zeit zurückgeschaut wird.
«Im Mittelpunkt steht immer der Mensch»
Das wirft natürlich die Frage auf, wie diese Zukunft aussehen wird. Ist eine Epoche mit grossen Persönlichkeiten wie Hans Ulrich Mathys, der ebenfalls im OK engagiert ist, Christian Speck, Christoph Blocher, dem Oberkulmer Karl Steiner oder der Schöftlerin Sylvia Flückiger-Bäni in der schnelllebigen Zeit überhaupt noch möglich? «Sie schmeicheln mir», lacht die erfahrene Politikerin, «die Frage dagegen ist berechtigt. Es liegt an uns Älteren Vorbilder zu sein, und junge interessierte Personen für die Politik zu sensibilisieren. Gerade im Bezirk Kulm mit einer starken SVP gelingt dies gut. Auch in Zukunft wird es Persönlichkeiten mit Visionen geben und mit der Motivation, etwas zu bewegen, gerade in der Politik. Aber im Mittelpunkt steht immer der Mensch.»
Was diese Persönlichkeiten bewegt haben, kann man in der Festschrift nachgelesen – was sie noch bewegen werden, in dieser Zeitung.


