Der Name «Da-Heim» soll Credo werden
11.02.2020 SchöftlandVeränderungen im «Suhrental Alterszentrum» werden – neun Monate nach Eintritt der neuen Geschäftsleiterin, Bernadette Flükiger – auch äusserlich sichtbar, nicht nur im neuen Logo. Längst protokollierte, aber nie behobene Mängel wurden ...
Veränderungen im «Suhrental Alterszentrum» werden – neun Monate nach Eintritt der neuen Geschäftsleiterin, Bernadette Flükiger – auch äusserlich sichtbar, nicht nur im neuen Logo. Längst protokollierte, aber nie behobene Mängel wurden und werden zur Zeit angegangen. Das Alterszentrum wird von einer «Institution» zu einem «Da-Heim», das diesen Namen verdient.
st. Die Gerüchteküche rund um das Suhrental Alterszentrum brodelt. Ein Leserbrief hätte wohl einen Aufruhr bewirken sollen und ein Rundbrief sorgte zusätzlich für Verwirrung bei den Räten der angeschlossenen Gemeinden. Zu Unrecht, wie ein kritischer Blick ins Innere, Gespräche mit Pensionärinnen und die Auflistung bereits angegangener Veränderungen und Eröffnung von Zukunftsprojekten durch die neue Geschäftsleiterin, Bernadette Flükiger, und Verwaltungsratspräsident Uwe Matthiessen beweisen. Sichtbar sind die Veränderungen in den langen, bisher reizlosen Gängen, die zu den Zimmern führen. Neu sollen alle diese Gänge in freundlich-lichtem Hellgrün in verschiedenen Abstufungen erscheinen, dazu passend Arrangements mit leuchtend roten Blüten und einladenden Sitzecken vor den Aussenfenstern. Auch der Eingangs- und der Essbereich sind optisch erneuert worden, kleine liebenswerte Details weisen hin auf eine einfühlsame Frauenhand. Bequeme Sessel vor aktuellen Bildern aus der Region laden ein zu einem kleinen Plausch oder einfach zum Verweilen und das Hin und Her an sich vorübergehen zu lassen.
Erleichterungen für Mitarbeitende
Unsichtbar für die Besucher, aber nicht unwesentlich für Mitarbeitende und Bewohner sind die internen Veränderungen und Umstrukturierungen, die eigentlich längst fällig gewesen wären. Es wurden neue Büroplätze geschaffen und mit Computern mit aktueller Software ausgestattet. Die entsprechenden Programme erleichtern dem Pflegepersonal die administrative Arbeit wesentlich – insbesondere die Pflegedokumentationen – und entsprechen neu den Vorgaben der Gesundheitsorganisationen, des Kantons und der Behörden, was das Kommunizieren mit all diesen Institutionen deutlich vereinfacht. Dies allein war eine aufwändige und kostspielige Arbeit, die hinter den Kulissen stattfand.
Parallel dazu wurden das Personalund das Bewohnerreglement neu erarbeitet und durchgesetzt. «Dazu fanden verschiedene Workshops mit Personal und Kaderleuten statt», so die Leiterin Bernadette Flükiger, die im Februar ihren 10. Monat im Amt begonnen hat. Zudem wurden die Grundlagen geschaffen für neue Strukturen. «Bilaterale Gespräche sollen dafür sorgen, dass sich das Personal ’abgefedert’ fühlt», so Flükiger weiter. «Die Mitarbeitenden standen während Jahren unter stetem seelischem Stress. Dieser konnte inzwischen gelindert werden, den Leuten wird endlich die Wertschätzung entgegengebracht, die ihnen zweifellos zusteht bei der Ausführung ihres teilweise harten und emotionellen Jobs.»
Technischer Dienst und Sicherheit
Ebenfalls angepackt wurde die Behebung der Mängel im Technischen Dienst. Die Infrastruktur der Küche befand sich in einem untragbaren Zustand. Gebäude-Mängel mussten umgehend behoben werden, unter anderem die Revision der Liftanlagen. Diese bargen diverse Unfallrisiken, die untolerierbar wurden.Weitere sicherheitsrelevante Themen wurden angepackt und zum Teil bereits durchgesetzt.
Grosse Beachtung wird künftig auch der Weiterbildung entgegengebracht. Längst gegebene Versprechen diesbezüglich werden nun eingelöst. Die Durchsetzung der neuen Strategien und die Behebung der Gebäudemängel forderte Ressourcen und bedeutet ein sehr hohes Engagement für alle, sowohl für das Personal als auch für Leitung und Verwaltungsrat.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Trotz massivem Gegenwind, der Bernadette Flükiger und Uwe Matthiessen ins Gesicht bläst, blicken beide zuversichtlich in die Zukunft. Im Heim herrscht heute ein angenehmes Klima, was ein Besuch im Aufenthaltsraum bewies. Mit Pflege und Küche sei man zufrieden, die Pensionärinnen, die hier ihren Lebensabend geniessen, wären glücklich, wenn es so bleiben würde. Als Neuerung für sie dürfte positiv sein, dass ein Bewohnerrat gegründet wurde. Zudem wird, in Zusammenarbeit mit der Brockenstube des Gemeinnützigen Vereins Schöftland, ein Secondhand-Kleidershop entstehen.
114 Bewohner bevölkern das Suhrental Alterszentrum. 44 Alterswohnungen sind zudem voll besetzt. 158 Mitarbeitende, zum grossen Teil auf Teilzeit, sorgen sich tagtäglich um das Wohlergehen der Menschen, die das Alterszentrum Suhrental als «ihr letztes Da-Heim» gewählt haben. Zum Thema Doppelzimmer äusserte sich Bernadette Flükiger ebenfalls. Diese gab es schon früher, und in anderen Alteszentren sind sie gang und gäbe. Es besteht jedoch kein Zwang und ist jedem Bewohner freigestellt, ein Einzelzimmer zu beanspruchen, mit entsprechendem Preisaufschlag. Heute würden sogar die Sozialdienste soweit gehen, dass sie von den Bewohnern verlangen, mit einem Doppelzimmer vorlieb zu nehmen.
An der Generalversammlung, die Mitte Mai stattfinden wird, kann aufgrund der obigen Aufzählungen wohl kaum ein satter Gewinn verkündet werden. Zuviel wurde in den vergangenen Jahren «auf die lange Bank» geschoben. Nicht zuletzt deshalb wird ein aussagekräftiges Finanz-Controlling durchgeführt. Die Zahlen, die den Mitgliedergemeinden präsentiert werden, sind «wasserdicht». Mit entsprechenden kleinen Tarifanpassungen, die Bernadette Flükiger sowohl den Bewohnern als auch den Wohnungsmietern vermitteln musste, dürfte jedoch die Zukunft dieses Heims positiv aussehen – ein Schiff, das wohl in ruhigere Gewässer steuern kann.


