Einmal Indianerin oder Indianer sein
30.07.2020 Freizeit/TourismusFerienspass «Bogenschiessen und Schleichen»
24 Kinder meldeten sich zum Ferienspassangebot «Bogenschiessen und Schleichen» an. Dieser Kurs wurde dieses Jahr zum ersten Mal durch den Ferienspass Homberg ausgeschrieben.
(Eing.) Ausserordentlich ...
Ferienspass «Bogenschiessen und Schleichen»
24 Kinder meldeten sich zum Ferienspassangebot «Bogenschiessen und Schleichen» an. Dieser Kurs wurde dieses Jahr zum ersten Mal durch den Ferienspass Homberg ausgeschrieben.
(Eing.) Ausserordentlich pünktlich versammelten sich die angehenden Indianerinnen und Indianer am Bahnhof in Beinwil am See, um kurz darauf in den Zug Richtung Lenzburg einzusteigen. Nach weiteren 40 Minuten Fahrt und zweimaligem Umsteigen war das Ziel: Oberlunkhofen Oberdorf erreicht und die fröhliche Gruppe stieg voller Tatendrang aus. Mark Kleimann von der Naturschule Woniya, begrüsste die Kids mit einem freundlichen Lächeln und zeigte ihnen den Weg zum Tipilager. Nach einem kurzen Marsch war dieses erreicht und alle setzten sich freudig gespannt auf eine kleine Schaumstoffmatte im Tipi. Der Blick der meisten Kinder fiel sogleich auf das Feuer, welches in der Mitte, von grossen Steinen umgeben, knisterte. Einige beobachteten, wie sich der Rauch den Weg zur Öffnung in der Zeltspitze bahnte. Dann, als alle bereit waren, begann Mark mit einem Begrüssungsritual. Dazu gab er Glut in eine Schale und legte einen Bund Beifuss dazu,worauf ein wohlriechender Qualm aufstieg. In gebückter Haltung ging er mit dieser Räucherschale bei jedem Kind vorbei und verteilte den Rauch mit einem Wischer aus Federn im Zelt. So sollten die bösen Geister oder negativen Gedanken vertrieben werden.
Bogenschiessen
Danach zeigte er den Kindern einen selbstgebauten Bogen aus Eschenholz, welcher ihre Augen aufleuchten liess. Sie lernten, dass Pfeil und Bogen immer nach unten gehalten werden müssen, wenn sie zum Abschiessen vorbereitet werden. Ansonsten könnte jemand versehentlich von einem unkontrolliert abgeschossenen Pfeil getroffen werden. Auch erklärte Mark, warum man einen Bogen immer wieder entspannen sollte. Macht man es nicht, würde die Spannkraft des Bogens unweigerlich nachlassen.
Schleichen
Damit die Indianer früher überhaupt eine Chance hatten, ein Tier zu erlegen, mussten sie sich ihm auf nächste Distanz nähern. Dazu war es nötig, gut schleichen zu können.Wie das geht, zeigte Mark eindrucksvoll vor. Zuerst erfuhren die Kinder, dass viele Tiere, so auch die Rehe, vor allem die Bewegung eines Menschen wahrnehmen und sofort das Weite suchen, sollten sie eine solche erkennen. Darum sollte man von energischen Bewegungen absehen. Sich langsam bewegen und auch einmal in einer geduckten Haltung verharren ist sicherlich hilfreich. Wichtig ist ausserdem, dass man nicht die ganzen Fusssohlen auf einmal aufsetzt. Mit dem vorsichtigen Aufsetzen der Fussaussenseiten kann verhindert werden, dass die Äste knacken. Je näher man einem Tier kommen will, je tiefer muss die Gangart gewählt werden, bis man am Schluss ganz auf dem Boden liegt und sich nur noch zentimeterweise vorschiebt. Auf diese Weise konnte sich Mark tatsächlich schon in «Streichelnähe» eines Rehs schleichen.
Bogenparcours im Wald
Damit die Kinder das Schleichen und Bogenschiessen möglichst echt nachahmen konnten, hat Mark einen Bogenparcours im Wald vorbereitet. Dieser stellte er den Kindern nun vor. Sie staunten nicht schlecht, als sie inmitten der Bäume auf zwei Wildschweine, einen Hasen und eine Eule trafen. Die Attrappen sahen nahezu echt aus und beeindruckten die Kids sehr. Nun mussten das Schleichen und auch das Bogenschiessen aber richtig geübt werden. Dazu wurden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt. Mark liess seine Gruppe das Anschleichen ausprobieren und seine Frau Nadja schaute, dass beim Pfeilbogenschiessen alles mit rechten Dingen zuging. Nach dem rund halbstündigen Training war die Glut bereit und dem Mittagessen im Tipi stand nichts mehr im Weg. Schnell war das Essen weggeputzt und das Training konnte nochmals aufgenommen werden. Dann war es endlich soweit und die motivierten Indianerinnen und Indianer konnten sich auf dem Bogenparcours beweisen. Freudig und mucksmäuschenstill pirschten sich die Kids nacheinander an die Tiere an und versuchten sie zu treffen. Da sie selbst bestimmen konnten, aus welcher Distanz sie den Pfeil abschiessen wollten, wurden ziemlich viele Treffer erzielt und es konnte beobachtet werden, wie stolze junge Menschen mit erhobener Brust aus dem Unterholz an die Sonne traten.
Abschiedszeremonie
Jetzt war die Zeit im Tipilager schon bald abgelaufen.Alle trafen sich nochmals im Zelt zu einem feinen Kuchenstück, das von Mark und Nadja Kleimann offeriert wurde. Zufrieden mampften die Mädchen und Jungen den Kuchen, während Mark eine kleine Abschiedszeremonie anleitete. Immer, wenn jemand den Holzstock mit dem Edelstein in die Hand bekam, durfte dieser kurz etwas zum Tag sagen. Die Kinder und auch ihre Begleitpersonen äusserten sich ausschliesslich positiv und bedankten sich für den tollen Kurs. Nach der Verabschiedung marschierten alle etwas müde zurück zur Bushaltestation. Die Fahrt nach Hause wurde ganz unterschiedlich bestritten. Während einige Kinder fast einschliefen, spielten andere lustige Rätselspiele oder tauschten sich mehr oder weniger ausgelassen über das Erlebte aus.
Endlich hielt der Zug in Beinwil am See und alle eilten den abholenden Eltern entgegen. Mit fröhlichem Zuwinken verabschiedeten sich die Kinder und ein weiterer Ferienspasskurs war bereits wieder Vergangenheit.


