Eine langfristig gesunde finanzielle Lage im Fokus
26.11.2020 Seengen87 der insgesamt 2983 Seenger Stimmbürger nahmen an der Gemeindeversammlung in der Doppelturnhalle teil und stimmten einer Anpassung der Haushaltsgebühr, sämtlichen Einbürgerungsgesuchen sowie dem Budget 2021 mit einem unveränderten Steuerfuss von 77 Prozent ...
87 der insgesamt 2983 Seenger Stimmbürger nahmen an der Gemeindeversammlung in der Doppelturnhalle teil und stimmten einer Anpassung der Haushaltsgebühr, sämtlichen Einbürgerungsgesuchen sowie dem Budget 2021 mit einem unveränderten Steuerfuss von 77 Prozent grossmehrheitlich zu. Unter Traktandum Verschiedenes galt es, die langjährige Gemeinderätin Regula Hechler sowie Adrian Lindemann als Mitglied der Finanzkommission zu verabschieden.
hg. «Zum zweiten Mal findet eine Gemeindeversammlung in der Doppelturnhalle statt, den Grund dafür kennen Sie», mit diesen Worten begrüsste Seengens Gemeindeammann Jörg Bruder die Anwesenden. Von den insgesamt 2983 Stimmberechtigten nahmen deren 87 an der Wintergmeind teil. Die nicht gerade reich befrachtete Traktandenliste konnte zügig abgearbeitet werden, der Souverän unterstützte sämtliche gemeinderätlichen Anträge.
Haushaltgebühr wird angepasst
Zur Finanzierung der öffentlichen Abfallentsorgung verlangt die Gemeinde Seengen Entsorgungsgebühren. Diese werden mit dem Verkauf der offiziellen Kehrichtsäcke, Gebührenmarken, Containerplomben, Jahresvignetten sowie mit der Erhebung einer Haushaltgebühr erhoben. Letztere war bislang in drei verschiedene Ansätze aufgeteilt (1- bis 2-Personen-Haushalte 20 Franken, Haushalte mit mehr als zwei Personen 30 Franken, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft 50 Franken/jährlich). Wie Gemeinderat Thomas Lindenmann ausführte, bedeutet dieses System einen grossen administrativen Aufwand. «Jährlich mussten so rund 1800 Rechnungen separat erstellt und verschickt werden». «Im Vergleich mit anderen Gemeinden haben wir mit unseren drei Gebührenansätzen ohne Zweifel eine exotische Lösung», erklärte der Ressortverantwortliche. So schlug der Gemeinderat eine Vereinheitlichung der Gebühren vor, neu soll ein Betrag von 25 Franken pro Haushalt erhoben werden. Die Verrechnung kann pro Objekt zusammen mit der Wasserrechnung an die Eigentümer, bzw. die Liegenschaftsverwaltungen versendet werden. Diskussionslos stimmten die Seenger dieser Änderung grossmehrheitlich zu.
Sämtliche Einbürgerungen gutgeheissen
Unter Traktandum 3 hatten die Stimmbürger über eine Zusicherung des Gemeindebürgerrechts an Halke Kathrin (deutsche Staatsangehörige), Hatzky Torsten und Annette (deutsche Staatsangehörige), Hatzky Vanessa (deutsche Staatsangehörige), Trajkovic Kristina und Trajkovic Nena, (beides serbische Staatsangehörige) zu entscheiden. Dies tat der Souverän jeweils mit deutlicher Mehrheit und mit keiner einzigen Gegenstimme. Wie in Seengen üblich wurde den in Ausstand getretenen Gesuchstellern die frohe Botschaft mittels eines herzlichen Applauses mitgeteilt. Die Einbürgerungs-Beschlüsse unterstehen nicht dem fakultativen Referendum.
Längerfristig denken
«Mit Stolz dürfen wir einen Steuerfuss von 77 Prozent präsentieren», leitete Jörg Bruder zum Budget 2021 über. Dieses basiert auf einem gleich bleibenden Steuerfuss und weist einen Aufwandüberschuss von 236’200 Franken aus, der dem Eigenkapital entnommen werden kann. Die Hauptgründe für das bescheidenere Ergebnis liegen beim betrieblichen Ertrag, der gegenüber dem Vorjahr um 545’800 Franken tiefer liegt. Der betriebliche Aufwand liegt um 275’100 Franken unter dem Vorjahr. Was die budgetierten Steuererträge betrifft, so liegen diese um 1,9 Prozent über dem Vorjahr. «Trotz der aktuell schwierigen Situation, in der es herausfordernd ist, eine verlässliche Prognose zu stellen, sehen wir ein sehr gutes Bevölkerungswachstum in Seengen – auch im 2021», erläuterte Jörg Bruder.
«Wir sind derzeit in einer Investitionsphase, die sich über mehrere Jahre hinweg verteilt», hielt der Gemeindeammann weiter fest. Auch wenn da viel Geld fliesst, müsse man klar sehen, dass Seengen dafür Werte erhalte, etwa gut ausgebaute Strassen, einen neuen Kindergarten oder ein neues Schulhaus. Mit Blick in die Zukunft hielt der Gemeindeammann fest: «Wir legen grossen Wert auf eine langfristig gesunde finanzielle Lage». Dies widerspiegelt auch der auf zehn Jahre angelegte langfristige Finanzplan, «für welchen über die ganze Planungsperiode übrigens ein Steuerfuss von 77 Prozent eingeplant ist», so Jörg Bruder.
Zwei Verabschiedungen
Unter Traktandum Verschiedenes und Umfrage verabschiedete Jörg Bruder zwei Personen, welche sich während vieler Jahre zum Wohle der Gemeinde Seengen eingesetzt haben. Es ist dies zum einen Adrian Lindenmann, Mitglied der Finanzkommission. «Am 1. Januar 2010 hat er dieses Amt aufgenommen und in all den Jahren war er ein tragendes Mitglied der Finanzkommission und bekannt als guter Teamplayer», wand ihm der Gemeindeammann ein Kränzchen.
«Sie verstand es immer, Familie, Beruf und Politik unter einen Hut zu bringen», mit diesen Worten leitete Jörg Bruder zur zweiten Verabschiedung über, jene von Gemeinderätin Regula Hechler. Angetreten hat sie ihr Amt Anfang Januar 2009. «Seengen zählte dannzumal knapp 3400 Einwohner, heute sind es bald 4200», erinnerte er. «Schon damals hatte Seengen eine weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannte Schule. Dies ist auch heute noch so und wurde meines Erachtens noch getoppt. Diesen Verdienst darf sicher Regula Hechler für sich in Anspruch nehmen.»
Als Meilensteine ihrer Amtszeit nannte Jörg Bruder unter anderen die Jugendfeste, die Jugendarbeit, das Beachvolleyballfeld Musterplatz, die Sanierungen des Schulhauses 2 mit Mehrzweckhalle sowie des Schulhauses 1, den geplanten Neubau des Kindergartens oder die Neuregelung der Bezirksschulstandorte. «Stets hat sie sich mit viel Herzblut für die Schule und die Jugend eingesetzt, sie hat ihr Ressort immer bestens vertreten», verdankte Seengens Gemeindeammann das grosse Engagement der scheidenden Gemeinderätin.
Originaltöne
«Bereits zum zweiten Mal findet die Gemeindeversammlung in der Doppelturnhalle statt - den Grund dafür kennen Sie…»
Es begrüsste Seengens Gemeindeammann Jörg Bruder die 87 anwesenden Stimmbürger.
«Im Vergleich mit anderen Gemeinden haben wir mit unseren drei
Gebührenansätzen ohne Zweifel eine exotische Lösung.»
Gemeinderat Thomas Lindenmann warb für eine einheitliche Haushaltgebühr.
«Mit Stolz dürfen wir einen Steuerfuss von 77 Prozent präsentieren.»
«Trotz der aktuell schwierigen Situation, in der es herausfordernd ist, eine verlässliche Prognose zu stellen, sehen wir ein sehr gutes
Bevölkerungswachstum in Seengen – auch im 2021.»
«Wir legen grossen Wert auf eine langfristig gesunde finanzielle Lage.»
Jörg Bruder bei der Präsentation des Budgets 2021.
«Wir machen das heute in Rekordzeit…»
Tatsächlich dauerte die Seenger Gemeindeversammlung nur gut eine Stunde.
«Stets hat sie sich mit viel Herzblut für die Schule und die Jugend eingesetzt. Das Ressort Schule/ Jugend/Sport wurde durch sie immer bestens vertreten.»
Unter Traktandum Verschiedenes verabschiedete Jörg Bruder die langjährige Gemeinderätin Regula Hechler.

