Musizieren ist heilsam – auch für ältere Menschen
26.11.2020 ReinachSabine Bachmann-Frey bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt: «Musikunterricht auf einem Instrument ist nicht nur etwas für Kinder und Jugendliche». Die Institutsleiterin der Musikstudio Frey GmbH in Reinach muss es wissen. Als Akkordeon- und Klavierlehrerin unterrichtet sie ...
Sabine Bachmann-Frey bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt: «Musikunterricht auf einem Instrument ist nicht nur etwas für Kinder und Jugendliche». Die Institutsleiterin der Musikstudio Frey GmbH in Reinach muss es wissen. Als Akkordeon- und Klavierlehrerin unterrichtet sie auch Erwachsene, oft weit über deren Pensionsalter hinaus.
(Eing.) Es gäbe immer wieder Menschen, die sich ihren Wunsch, ein neues Instrument zu erlernen, später erfüllten und dann regelmässig den Musikunterricht besuchten. «Ich denke auch an jene meiner älteren Schüler», sagt Sabine Bachmann-Frey, «die plötzlich ihr Akkordeon wieder aus dem Schrank nehmen, oder die das Klavier im Wohnzimmer wieder stimmen lassen und die Noten aus der Jugendzeit ausgraben.»
Genau für diese Erwachsenen, welche neu oder wieder musizieren und üben möchten, bietet das Musikstudio Frey GmbH einen massgenschneiderten Unterricht an. Ob wöchentlich oder alle vierzehn Tage, die «älteren Schülerinnen und Schüler» sind mit Engagement bei der Sache. Und sie meistern die Klippen, die auf sie warten, wenn sie etwas völlig Neues beginnen mit Bravour und Ausdauer. Und natürlich, sie erleben auch wie damals die Situation in der Unterrichtsstunde, wo sie sagen müssen: «Also zu Hause, da konnte ich das spielen! Und jetzt gerät es mir gar nicht.» – «Für viele Erwachsene, die neu oder wieder musizieren, nehme das Instrument plötzlich eine wichtige Rolle ein in ihrer Tagesstruktur», sagt Sabine Bachmann. So erklärt ein bald 60-jähriger, wenn er von der Arbeit nach Hause zurückkehre, dann sei der Griff zum Instrument der Auslöser zum «Herunterfahren», zum Einkehren.
Das Zusammenspiel motiviert
Das Musikstudio Frey GmbH bietet Musikunterricht für Jugendliche und Erwachsene auf folgenden Instrumenten an: Akkordeon, Klavier, Klarinette, Saxofon und Schlagzeug. Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit, je nach Fortschritten und Können, in einem der verschiedenen Ensembles des Regionalen Akkordeonorchesters Peter Frey Reinach mitzuspielen. «Gerade das Zusammenspiel mit anderen Musikern motiviert und macht einfach Freude», sagt die Studio-Leiterin und fügt schmunzelnd an, dass eigentlich die Corona-Zeit mit den eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten geradezu ideal, um Neues in Angriff zu nehmen. (siehe Inserat in dieser Ausgabe)
Statements von Schülern
Fünf erwachsene Schüler erzählen, wie sie wieder zu einem Instrument gefunden haben, und weshalb das Musizieren in ihrem Leben so wichtig geworden ist.
Rosemarie Maurer, 73, Leimbach, Klarinette
Vor fünf Jahren löste ich ein Schnupperabo für sechs Unterrichtsei nheit en und begann Klarinette zu spielen. Der Klang der Klarinette hat mir schon seit jeher gefallen, ein eigenes Instrument hatte ich vorerst nicht. Jetzt besuche ich seit fünf Jahren regelmässig, einmal pro Woche, den Unterricht bei Sven Bachmann. Habe ich irgendwo ein Konzert besucht, wo auch Klarinette gespielt wurde, so motiviert mich das sehr, noch intensiver zu üben und mit Freude weiterzufahren. Seit drei Jahren kann ich in dem gemischten Orchester «Avanti» mitspielen, das spornt an. Mein Umfeld hat erstaunt und positiv reagiert, als sie erfuhren, dass ich etwas ganz Neues unternommen habe.
Ursula Stolz, 72, Menziken, Klavier
Ich hätte als Kind schon gerne Klavier gespielt, aber das war nicht möglich gewesen, dort wo ich aufwuchs, gab es keine Klavierlehrerin. Als ich bereits über 40 Jahre alt war, wollte ich als Lehrerin auch wieder Schülerin sein und erleben, wie es ist, wenn etwas ganz neu ist, wenn ich etwas nicht kann. Also eigentlich auch meine Schulkinder besser verstehen. Das Klavier hat mich schon immer fasziniert, und ich wollte bewusst ein mehrstimmiges Instrument erlernen. Die verschiedenen Sinne wie Tastsinn, Gesichtssinn, linke und rechte Hand zu koordinieren, das reizte mich. Jetzt besuche ich wöchentlich den Unterricht bei Sabine Bachmann. Und ich freue mich, wenn es mir gelingt, ein Stück zu spielen. Ja, das Klavierspiel ist für mich auch ein gutes Training im Alter.
Tanja Aeschbach, 47, Beinwil am See, Schlagzeug
Als Primarschülerin habe ich Blockflöte gespielt. Eigentlich wollte ich aber schon immer Schlagzeug spielen, nur ist es lange Zeit nicht dazu gekommen. Aber dann habe ich vor acht Jahren mit Claudia Stutz Kontakt aufgenommen, und jetzt besuche ich jede Woche den Unterricht. Das Üben macht mir täglich Freude, und seit mein Schlagzeug in meinem Büro und nicht mehr im Keller steht, setze ich mich auch tagsüber schnell hin und spiele. Und manchmal vergesse ich mich dann und muss mich plötzlich beeilen und etwas anderes erledigen. Am Anfang habe ich nur für mich allein gespielt, bis ich dann die Gelegenheit hatte, das Akkordeonorchester «Sorpresa» zu begleiten. Das hat mich begeistert und motiviert. Heute bin ich als Schlagzeugerin Mitglied im Regionalen Akkordeonorchester Peter Frey.
Beat Hunziker, 59, Reinach, Akkordeon
Als Kind habe ich das Akkordeon entdeckt und bis am Ende der Schulzeit den Musikunterricht bei Peter Frey besucht. Während der Lehre und später habe ich dann das Instrument auf die Seite gestellt. Das berufliche und familiäre Engagement liess mir zu wenig Zeit zum Üben und Spielen. Vor fünf Jahren lud mich Peter Frey ein, im Projektorchester «Sorpresa» mitzuspielen. Und seither besuche ich wieder regelmässig den Unterricht und übe täglich. Wenn ich am Abend aus dem Büro nach Hause zurückkehre, dann setze ich mich hin und «greife in die Knöpfe», das heisst ich übe. Akkordeonspielen und Üben sind beinahe ein tägliches Ritual, da kann ich «herunterfahren». Der Wiederbeginn war ein guter Entscheid, und heute ist für mich klar, das Akkordeon muss seinen Platz haben in meinem Tagesablauf.
Ruedi Moser, 59, Pfeffikon, Akkordeon
In unserem Keller lagerte ein altes Akkordeon. Als ich dann das Inserat für Schnupperlektionen im Musikstudio Frey sah, da habe ich mich entschlossen, das Akkordeonspiel zu erlernen. Das war vor sechs Jahren. Und seither habe ich jeden Mittwoch eine Unterrichtsstunde bei Peter Frey. Manchmal muss ich mich anstrengen, um die Zeit für das Üben aufzubringen. Aber das Spielen ist ein Genuss und das Gehirn wird auch noch gefordert. Wenn ich am Abend nach der Arbeit übe, dann sagt mir das Akkordeon, wie mein Tag war. Das Instrument ist ein echter Ausgleich zur Berufsarbeit. Und jetzt haben meine Frau und ich auch noch ein gemeinsames Hobby. Am liebsten spiele ich traditionelle Lieder, sogar Schunkellieder, wo ich dazu noch singen kann.





