«Es interessiert mich, was im Dorf passiert»
26.11.2020 ZetzwilNicht immer findet man ausreichend Kandidaturen, wenn es um die Besetzung öffentlicher Ämter geht. Die Aufgaben zum Beispiel eines Gemeinderatsmitgliedes werden immer komplexer, der Zeitaufwand ist nicht zu unterschätzen und je nach Themengebiet muss man im Sperrfeuer der ...
Nicht immer findet man ausreichend Kandidaturen, wenn es um die Besetzung öffentlicher Ämter geht. Die Aufgaben zum Beispiel eines Gemeinderatsmitgliedes werden immer komplexer, der Zeitaufwand ist nicht zu unterschätzen und je nach Themengebiet muss man im Sperrfeuer der Kritik auch mal eine harte Schale oder mindestens viel Ruhe mitbringen. In Zetzwil konnte für den derzeit vakanten Sitz im Gemeinderat mit Jürg Neuenschwander ein Kandidat gefunden werden, der bereits einen guten Einblick in das Dorfgeschehen hat.
rc. Jürg Neuenschwander ist aktuell Mitglied der Finanzkommission und damit kein Unbekannter in der Gemeinde Zetzwil. Auch wenn er erst vor drei Jahren seinen Lebensmittelpunkt vom Ostaargau ins Wynental verlegt hat, fühlt er sich in Zetzwil sehr zu Hause. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin Gabi Pelchen baut er derzeit das Haus an der Tulpenstrasse um und erzählt mit Freude von den Arbeiten, die er selber ausgeführt hat. Das entspreche seinem Naturell, verrät der 54-Jährige: «Wenn ich etwas anpacke, will ich es richtig machen und die Arbeit soll mir Zufriedenheit geben». Deshalb habe er, der sich im Umgang mit Finanzen gut auskennt, auch in die Finanzkommission (Fiko) wählen lassen, der er nun seit knapp einem Jahr angehört.
Via Kommission in den Gemeinderat?
Diese Kommissionsarbeit war es, die den Weg zur Kandidatur für den Gemeinderatssitz geebnet hat. «Gemeindeammann Daniel Heggli ist auf die Mitglieder der Fiko zugekommen und hat sich erkundigt, ob sich jemand für die Nachfolge von Edith Kyburz interessieren würde, die leider aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist. Ich kenne die gemeinderätliche Arbeit aus nächster Nähe und habe mich deshalb für eine Kandidatur entschieden», die Zusammenarbeit sei sehr gut. «Die Fiko ist an den Budgetsitzungen immer dabei und es herrscht ein reger und offener Austausch, das schätze ich sehr.» Die Entscheidung für eine Kandidatur sei ihm leichtgefallen. «Mich interessiert, was im Dorf passiert und ich leiste gerne meinen Beitrag, anstehende Herausforderungen zu meistern.»
Soziales Engagement ist nicht nur ein Lippenbekenntnis
Neuenschwander hat eine Grundausbildung als Lehrer und war nach entsprechender Weiterbildung Schulleiter in Baden. Er hat sich die Skills des Nonprofitmanagements angeeignet, den Titel des «Master of Business Administration» erworben und sich im Rang eines Oberst dem militärischen Care-Management verpflichtet. Soziales Engagement ist für Neuenschwander dabei nicht nur ein Lippenbekenntnis: er steht bei Unfall- oder Katastrophenereignissen als Koordinator oder Care-Giver im Einsatz und als Geschäftsführer der Suchthilfe ags ist er täglich in sozialen Themenbereichen unterwegs. «Geschmeidigkeit, Kompromissbereitschaft, Offenheit und das Finden von Lösungen, die möglichst viele Ansprüche integrieren», so fasst der Vater von drei erwachsenen Kindern seine Kompetenzen zusammen. Fähigkeiten, von denen nun also auch die Bevölkerung von Zetzwil profitieren soll. Dazu gehöre auch, dass er als Parteiloser antrete. «Für mich gibt es keine Partei, die meine Meinung umfassend genug abbildet. Ich empfinde es als Vorteil, der Situation entsprechend handeln zu können, ohne mich an eine politische Richtlinie halten zu müssen.» Auch privat ist Jürg Neuenschwander ein umtriebiger Mann. Wenn er nicht am eigenen Haus baut, putzt er an diesem Wochenende zum ersten Mal mit dem Natur- und Vogelschutzverein die Nistkästen heraus. «Als Ausgleich zu den kopflastigen Sachen fahre ich oft mit dem E-Bike zur Arbeit nach Aarau, da wird der Kopf so richtig durchgelüftet. Früher habe ich bei verschiedenen Clubs, unter anderem beim FC Olten und beim SC Zurzach Fussball gespielt.» Die Gelenke würden ein Tackling aber nicht mehr so gut überstehen, da bleibe er sicherheitshalber etwas passiv. Überhaupt nicht passiv will sich der Zetzwiler im Gemeinderat verhalten, sondern die Zukunft aktiv mitgestalten. Frei geworden ist das Ressort Gesundheit und Natur − auch das würde passen.

