Stimmen und Standpunkte
26.08.2021 RegionFrohe Kunde vom Verein Historische Seethalbahn, nach zweijähriger Durststrecke: «Infolge der Pandemie ist die Mehrzahl aller Einnahmen weggebrochen. Die hohen Fixkosten, die ein Museumsbetrieb mit sich bringt, liefen weiter», teilt Vereinspräsident Marcel Anderhub der ...
Frohe Kunde vom Verein Historische Seethalbahn, nach zweijähriger Durststrecke: «Infolge der Pandemie ist die Mehrzahl aller Einnahmen weggebrochen. Die hohen Fixkosten, die ein Museumsbetrieb mit sich bringt, liefen weiter», teilt Vereinspräsident Marcel Anderhub der Redaktion mit. «Umso mehr freuen wir uns, dass wir nach zweijähriger Pause am 4. September einen öffentlichen Tag der offenen Tür durchführen können.» Das erfreut das Herz des Nostalgikers, denn wie die Vereinsmitglieder das kulturelle Erbe der Seetalbahn in der Remise Hochdorf am Leben erhalten, ist bemerkenswert und verdient allerhöchste Anerkennung. Wer den Anlass besucht, dem sei eine Fahrt im Nostalgiezug empfohlen, der vom legendären Seetalkrokodil (Bild) gezogen wird. Dreimal pendelt dieser von Hochdorf nach Eschenbach und zurück. In der Zeit von 11 bis 17 Uhr bieten auch die beiden originalen Seetalbahnpersonenwagen, die zurzeit saniert werden, interessante Einblicke. Für das leibliche Wohl und genügend Austob-Möglichkeiten für die Kinder ist gesorgt.
Zum Thema «fleissige Mitglieder» passt auch die Zuschrift, die uns aus dem Mittleren Wynental erreicht hat. Mit Beginn des neuen Schuljahres hat in der Bibliothek Unterkulm nämlich das Projekt «Lesetandem» seinen Betrieb aufgenommen. «Lesetandem ist ein ausserschulisches Sprach- und Leseförderungsangebot in Bibliotheken, mit dem Ziel, Kindern in entspannter Atmosphäre die Freude an der Sprache und die Lust am Lesen zu vermitteln», erklärt Elisabeth Krack. Auf freiwilliger Basis engagieren sich demnach Privatpersonen als «LesementorInnen» und zwar ehrenamtlich, wie die Bibliotheks-Leiterin unterstreicht. «Während eines Jahres treffen sich diese wöchentlich mit Schülerinnen und Schülern, mit und ohne Migrationshintergrund, mit oder ohne Sprachförderungsbedarf in der Bibliothek, um gemeinsam zu lesen und sich über das Gelesene auszutauschen. Wir sagen: Eine gute Sache, die der Allgemeinheit dient. Herzlichen Dank!
Ein Dankeschön – diesmal an die Adresse der Badi Menziken – lässt WB-Leserin Nasibe Tuerkan heute in einem Brief ausrichten. Doch der Reihe nach: Noch letzte Woche ärgerte sie sich in einem Leserbrief über die «massiv gestiegenen Preise», und über die Garderoben und die Schwimmbecken, die drinnen und draussen verschmutzt gewesen sein sollen. Das mache sie als Menzikerin sehr traurig, schrieb sie weiter. Heute tönt es in einem neuen Leserbrief ganz anders. «Für die Zeilen, die Garderoben und die Bassins und die Anlagen seien schmutzig, möchte ich mich in aller Form entschuldigen.» Als sie diese Stelle in der Zeitung noch einmal las, über die sie sich äusserte, habe sie bemerkt, dass ihre Formulierung nicht korrekt war. Sie bedankt sich stattdessen bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem Bademeister: «Ihr seid immer sehr freundlich, zuvorkommend, lösungsorientiert und habt immer ein offenes Ohr! Schön, dass ihr da seid!» Wir meinen: Es braucht Mut, Missstände anzusprechen, aber es zeugt von grossem Anstand, eigene Fehler einzugestehen.
Bleiben wir noch ein bisschen auf der Leserbrief-Seite. Wie schon letzte Woche, erreichten uns auch im Hinblick auf diese WB-Ausgabe zahlreiche Zuschriften, die Sie auf Seite 19 finden. Ein Thema, das die Zetzwiler stark beschäftigt, ist das Gebiet Mairüti. Bemerkenswert ist, dass sich nun auch ein
Umweltverband in die Diskussion eingeschaltet hat. Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau findet, Gemeindeversammlung, Gemeinderat sowie der Kanton Aargau hätten sich korrekt verhalten und verweist auf Bundesgerichtsentscheide, die in ähnlichen Fällen der Einzonung kaum eine Chance gegeben haben. Nun spielt es nicht einmal so eine Rolle, für oder gegen was sich Betsche äussert, die freie Meinungsäusserung sei auch ihm zugestanden. Gut möglich aber, dass sich manch ein Zetzbuer fragt, warum sich ein grünliberaler Möriker Rechtsanwalt, der in Genf studiert hat, in die Belange eines Wynentaler Dorfes einmischt. Welches nämlich für Zetzbu die richtige Entscheidung ist, sollte man doch den Zetzbuern selber überlassen.
Apropos Mitreden: Eine Gruppe von Grossräten, der auch der Kirchleerber Gemeindeammann Erich Hunziker angehört, verlangte von der Regierung Auskunft darüber, wie die Steuerfussschere zwischen den Gemeinden, welche mit der Neugestaltung des Finanzausgleichs noch weiter auseinander gegangen ist, verringert werden und wie die Situation von finanzschwächeren Gemeinden generell verbessert werden kann. Der tiefste Steuersatz im Aargau liegt bei 50 Prozent, der höchste Steuersatz bei 127 Prozent. Der Regierungsrat kam in einem siebenseitigen Dokument, das exakt 2105 Franken gekostet hat, unter anderem zum Schluss, dass nur 0,35 Prozent der Aargauer vom höchsten Steuerfuss betroffen sind. Damit gaben sich die Interpellatoren nicht zufrieden. Die eigentliche Problematik läge darin, dass sich ein Teil der Aargauer Gemeinden mit ihren Steuerfüssen auf einem hohen Niveau befindet. Von ihnen wird verlangt, mehr für ihre Attraktivität zu leisten und so neue Steuerzahler zu generieren. Oftmals sind es aber genau auch jene finanzschwächeren Gemeinden, welche man in der Entwicklung behindert, indem diese Gemeinden kaum mehr Bauland einzonen können. Die Grossräte prüfen weitere Vorstösse, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
rc.




