Womit sich die Gemeinden beschäftigen
23.09.2021 SchöftlandDie Gemeindeammänner-Vereinigung des Bezirks Kulm hielt ihre Herbsttagung mit Rundgang durch den Gasthof Ochsen in Schöftland ab. Regierungsrat Dieter Egli sprach Themen an, die Kanton und Gemeinden betreffen. Der Oberkulmer Gemeindeammann Roger Schmid übernahm das ...
Die Gemeindeammänner-Vereinigung des Bezirks Kulm hielt ihre Herbsttagung mit Rundgang durch den Gasthof Ochsen in Schöftland ab. Regierungsrat Dieter Egli sprach Themen an, die Kanton und Gemeinden betreffen. Der Oberkulmer Gemeindeammann Roger Schmid übernahm das Präsidium der Ammänner-Vereinigung Kulm.
aw. Wenn die Gemeindeammänner des Bezirks Kulm tagen, dann steht auch eine Betriebsführung auf dem Programm.Am Schöftler Tagungsort führte diese in den Gewölbekeller des Gasthofs zum Ochsen unweit des malerischen Schlosshofs. Während Ochsenwirt Danilo Senn den Apéro servierte, orientierte Gasthofinhaber Daniel Frey über die 500-jährige Geschichte des Hauses, von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zu Übernahme und Restaurierung. Die Hinweise, an welchen Partien der Heimatschutz das letzte Wort hatte, fanden Gehör.
Gastgeber Rolf Buchser hob die Vorzüge seiner seit 1. September 4500 Seelen zählenden Zentrumsgemeinde hervor, wie den attraktiven Steuerfuss und die verkehrsgünstige Lage – thematisierte aber auch Punkte, die die Gemeinde aktuell beschäftigen. Die Überalterung, die marode Altersversorgung und unsichere Entwicklungsaussichten der Wirtschaft sowie andauernd aufkommende Strukturveränderungsprojekte machen zu schaffen, von verbleibenden Restkosten ganz zu schweigen.
Regierungsrat Dieter Egli zu Gast
Der geschäftliche Teil wurde im Bürgersaal des Schlossgarten Restaurants abgewickelt, wo sonst auch? Regierungsrat Dieter Egli, erst seit Januar 2021 im Amt, lobte die Arbeit, die auf Gemeindeebene geleistet wird – wollte aber auch hören, wo der Schuh drückt. Der für das Departement «Volkswirtschaft und Inneres» zuständige Regierungsrat thematisierte den Informationsaustausch in Bezug auf Covid-19, die duale Polizeiorganisation mit Kantonspolizei und den 15 Regionalen versus Einheitspolizei, die Notwendigkeit an Digitalisierungsprojekten. Speziell sprach er die Automatisierung von Wahlprozessen, die Digitalisierung im Ausländermeldewesen und den Aufbau einer Wissensdatenbank an. Den Finanz- und Lastenausgleich zu überprüfen, eine Revision des Steuergesetzes und die mittel- oder langfristige Revision der Gemeindegesetzgebung wären als finanzielle Herausforderung einzustufen.
Duales Polizeisystem hat sich eingespielt
Gemessen an der Einwohnerzahl habe der Kanton Aargau das kleinste Polizeicorps. Sowohl die Bevölkerungsumfrage als auch der Evaluationsbericht stellten fest, dass die Organisation gut funktioniert und die Polizei gute Arbeit macht – die Leute fühlen sich sicher im Aargau. Den Wortmeldungen nach herrschte die Meinung unter den Gemeindeammännern vor, dass sich das duale Polizeisystem mit Regional- und Kantonspolizei eingespielt habe, und sich eine Umstrukturierungsmüdigkeit bei den Gemeinden bemerkbar mache. Der Schöftler Gemeindeamman Rolf Buchser thematisierte noch den Einbürgerungsprozess. Regierungsrat Dieter Egli konnte über mangelndes Feedback zu seinen Themen nicht klagen und Anregungen mit nach Hause nehmen.
Roger Schmid neuer Präsident
Einstimmig wählten die anwesenden Männer und Frauen den Oberkulmer Gemeindeammann Roger Schmid zum Präsidenten des Bezirksverbands, er löst Renate Gautschy ab. Niklaus Boss, Teufenthal, wird im Vorstand der Gemeindeammänner-Vereinigung des Kantons Aargau ab 1. Januar 2022 Martin Heiz ersetzen.


