Das Projekt «Buvette» kann beginnen
25.11.2021 SeengenFast alle Traktanden ernteten grossmehrheitliche Zustimmung von den 151 Seengerinnen und Seengern. Die Ausnahmen bildeten das Infrastrukturgebäude der Brestenberg-Badi und die Einmündung Brestenbergstrasse-Unterdorfstrasse.
grh. Es soll Toilettenanlagen, ...
Fast alle Traktanden ernteten grossmehrheitliche Zustimmung von den 151 Seengerinnen und Seengern. Die Ausnahmen bildeten das Infrastrukturgebäude der Brestenberg-Badi und die Einmündung Brestenbergstrasse-Unterdorfstrasse.
grh. Es soll Toilettenanlagen, Garderoben, Duschen, einen Kiosk mit Kochnische, Lager- und Technikräume beherbergen. Gut in die Landschaft passen, ebenso einfach wie zweckmässig sein. Das sind die Anforderungen an das Infrastrukturgebäude, welche der Gemeinderat für den Projektwettbewerb zusammengefasst hatte. Gewonnen hat diesen das Architekturbüro RP Architekten AG, Seengen, mit «Buvette». «Jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt», erklärte Gemeindeammann Jörg Bruder. Die Eigentumsverhältnisse seien geklärt. Die Nutzung durch die Einwohnergemeinde sei für mehr als 50 Jahre gesichert. «Eine Einzäunung steht nicht zur Debatte, daher bleibt der Eintritt frei.» Den geplanten Kiosk werde die Gemeinde nicht selbst betreiben. «Der Kiosk soll verpachtet werden, am liebsten an jemanden, der Freude daran hat, den Badi-Alltag mitzugestalten.» Bevor er die Diskussion öffnete, betonte Jörg Bruder noch, dass er sich über die vorgängig rege Teilnahme am Orientierungsanlass sehr gefreut habe.
Roland Fischer, Vertreter der örtlichen FDP, sprach sich für den Projektierungskredit zur Ausarbeitung der «Buvette» aus. «Ich möchte den Anwesenden Mut zu dieser Investition machen.» Anders sah dies die SVP. Die Aufwertung der Infrastruktur werde mehr Auswärtige an den See ziehen. Dadurch würden Probleme für Flora und Fauna, Littering sowie wildes Parken verstärkt. «Ich stelle einen Rückweisungsantrag für das Traktandum und schlage vor, die Kosten für Toiletten und Materialraum zu bestimmen. Ausserdem soll die bestehende Duschanlage repariert werden», sagte Renate Häusermann, Präsidentin SVP Seengen. Der Antrag wurde mit 91 Ja- zu 47 Nein-Stimmen abgelehnt.
Über die Gefahren an der Einmündung Brestenbergstrasse in die Unterdorfstrasse sind sich Gemeinderat und Anwesende einig. Jedoch waren nicht alle überzeugt, dass eine Verlegung der Einmündung wirklich Besserung bringe. Mehrere Votanten wollten wissen, ob nicht eine Führung als Einbahnstrasse besser wäre, die ausserdem Kosten spare. Vizeammann Thomas Lindenmann sagte dazu: «Wir haben das mit Vertretern des kantonalen Departements besprochen, dabei hat keine Lösung mittels Einbahnstrasse überzeugt. Selbstverständlich können wir auf Wunsch der Bevölkerung noch einmal nachfragen, aber die Chancen auf eine andere Antwort sind nicht gross.» Trotz der Bedenken mancher wird der Kredit gesprochen.
Senkung des Steuerfusses
Insgesamt wurden an der Versammlung Kredite im Gesamtwert von über 2.3 Millionen Franken gesprochen. Gleichzeitig präsentierte der Gemeinderat ein Budget, das die Senkung des Steuerfusses auf 72 beinhaltet. Jörg Bruder erklärte: «Zum einen hat sich die Coronakrise nicht, wie anfangs befürchtet, auf die Steuererträge ausgewirkt. Zudem erwuchs aus den Bilanzüberschüssen der letzten Jahre ein Wert von über 10.5 Millionen Franken. Und wir rechnen weiterhin mit einer wachsenden Steuerkraft.» Nachdem das Budget bewilligt worden war, hiess es unter «Verschiedenes und Umfrage» Abschied nehmen. Zum einen verabschiedete der Gemeinderat die Mitglieder der Schulpflege, deren Institution es so in Zukunft nicht mehr geben wird. «Aber wir freuen uns, dass Sandro Lasen, mit all seinen Erfahrungen als Schulpflegepräsident, und Eva Lüscher für den neu eingeführten Bildungsrat zur Verfügung stehen», verriet der Ammann. Zum anderen überlässt Stimmenzähler Hansueli Thut, der seit 1989 im Amt gewesen war, die Wahlzettel künftig anderen. Und in der Steuerkommission wird jemand die Nachfolge für Hans Sandmeier antreten dürfen. Jörg Bruder fasste schlicht zusammen: «Wir werden euch vermissen.»

