Geburtstagsfeier mit Musik und schönen Trachten
28.07.2022 DürrenäschEinen hohen Geburtstag feiern zu dürfen ist ein Geschenk und gibt den Blick frei auf ein erlebnisreiches Leben mit Hochs und Tiefs. Die bekannte Trachtenschneiderin Lotti Läuppi feierte ihren 85. Geburtstag im Kreise von Familie und Trachtenleuten.
Der Vorplatz ...
Einen hohen Geburtstag feiern zu dürfen ist ein Geschenk und gibt den Blick frei auf ein erlebnisreiches Leben mit Hochs und Tiefs. Die bekannte Trachtenschneiderin Lotti Läuppi feierte ihren 85. Geburtstag im Kreise von Familie und Trachtenleuten.
Der Vorplatz beim Kirchgemeindehaus spendete genügend Schatten an diesem heissen Sommerabend und nach und nach trafen die Gäste in ihren bunten Trachten ein. Das Geburtstagskind war zu Tränen gerührt beim Anblick dieser Gästeschar. Ein wahrhaft schönes Bild für eine Trachtenschneiderin.
Tochter Susanne Estermann begrüsste die fröhliche Schar und schon ging es los mit der «Husmusig Effige», die den ganzen Abend musikalisch bereicherte. Nach einem feinen Apéro der Landfrauen Bezirk Lenzburg folgten verschiedene Darbietungen. Die Alphornbläserin Marianne Lämmli spielte bekannte Melodien. Markus Estermann kündete jeweils mit Trommelschlägen den nächsten Auftritt an. Der Trachtenchor Seetal gab einige bekannte Lieder zum Besten und auch Gedichte wurden vorgelesen, passend zum Schaffen von Lotti Läuppi. Ein Duett und Terzett wie auch ein spontan vor Ort zusammengestelltes Quartett sangen verschiedene Jodellieder. Lotti in ihrer stets fröhlichen, aufgestellten Art führte sogar die Polonaise an und zog mit der Festgesellschaft im Schritt zur Musik durch das Areal. Ein solch schöner Anlass gibt neuen Lebensschwung für die kommenden Lebensjahre. Herzliche Gratulation zum Geburtstag!
Sie eignete sich grosses Fachwissen an
Lotti Läuppi darf auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken.Als gelernte Damenschneiderin liess sie sich nebst der strengen Haushaltarbeit mit drei Kindern zur Trachtenschneiderin ausbilden und erhielt 1974 nach anspruchsvoller Prüfung das damals begehrte Diplom, als Trachtenschneiderin für die Region Berner Aargau tätig zu sein. Sie eignete sich praxisnah ein sehr grosses Fachwissen an und bildet noch heute zukünftige Trachtenschneiderinnen aus. In den 1970er und 80er Jahren, der Hochblüte des Trachtenwesens, nähte und änderte sie unzählige Berner Aargauer Trachten. Sie erteilte in den Wintermonaten in Kleingruppen Nähkurse, die ihre volle Aufmerksamkeit erforderten, denn in der Tracht steckt sehr viel Handarbeit. In vielen Arbeitsstunden leistete sie Vorarbeiten oder führte schwierige Arbeitsschritte selbst aus, damit die Kursteilnehmer am Schluss stolz ihre selbst genähte Tracht tragen konnten.
Ihr Wissen und Schaffen blieb dem Aargauischen Trachtenverband nicht verborgen. Sie unterstützte mit ihrem Fachwissen viele Jahre die Trachtenberatungskommission, ein Gremium, das es heute in dieser Form leider nicht mehr gibt und die fachliche Kompetenz neu dem Kantonalvorstand zusteht.
Korrekt muss es sein!
Die Jubilarin legt besonderen Wert darauf, dass die Werktags-, Sonntagsund Festtagstrachten zusammen mit den entsprechenden Accessoires korrekt getragen werden. Sie scheute sich auch nicht, einer breiten Öffentlichkeit in einem Vortrag die Entstehung und Erneuerung der Trachten in den 1920er-Jahren sowie die verschiedenen Trachten und deren edle Materialien zu erklären und auf die Wichtigkeit des Brauchtums hinzuweisen. Es ist Aufgabe der Trachtenleute, der Jugend die Freude an der Tracht zu zeigen und die Tracht mit Freude und Stolz bei jeder Gelegenheit zu tragen.
Seit vielen Jahren findet im Frühling die Trachtenbörse für den Berner Aargau im Dorfmuseum Seon statt. Trachtenleute können sich dort mit allem, was zur Tracht gehört, eindecken und vor allem komplette, gut erhaltene Trachten kaufen. Jede zum Kauf angebotene Tracht hat ihre eigene Entstehungsgeschichte, die Lotti Läuppi oft kennt. Sie berät kompetent die neuen Trägerinnen. Auch organisierte sie mit ihrer Tochter Susanne Estermann einmal eine wunderschöne Trachtenausstellung im Dorfmuseum Seon.
Eher zufällig entdeckte Lotti Läuppi die kreative Stickerin Hilde Schesny, die ihre selber entworfenen Motive auf die Farben der Seidenschürze abstimmte und Stickmaterial in gedämpften Farben wählte, denn früher waren Feldblumensträusse in intensiven Farben die üblichen Motive für Vorstecker und Göller. Es folgte eine jahrelange gute Zusammenarbeit.
Bald 50 Jahre und noch heute aktiv mit Leib und Seele Trachtenschneiderin zu sein, immer wieder neue Ideen in die Tat umzusetzen und die Liebe zum Brauchtum zu zeigen, dafür gebührt der Jubilarin ein besonderes Lob und ein herzliches Dankeschön von allen Trachtenleuten.

