Nach Sternen greifen ist mehr als in Zukunft schauen
07.07.2022 MenzikenAuf die echten Sterne mussten die Abschlussklassen und ihre Gäste leider verzichten. Pünktlich zum Beginn der Abschlussfeier zog ein Gewitter über Menziken und bestätigte den Entscheid der Organisatoren, nicht wie geplant unter freiem Himmel zu feiern. Umso mehr ...
Auf die echten Sterne mussten die Abschlussklassen und ihre Gäste leider verzichten. Pünktlich zum Beginn der Abschlussfeier zog ein Gewitter über Menziken und bestätigte den Entscheid der Organisatoren, nicht wie geplant unter freiem Himmel zu feiern. Umso mehr strahlten die Highlights des Abends.
EP. Nach den Sternen greifen ist mehr, als in die Zukunft schauen. Auf der Einladungskarte zur Abschlussfeier der Oberstufe Menziken strahlt ein Sternenmeer in Aquarell. Ein junges Paar hebt sich schemenhaft davor ab. Das Mädchen zeigt zum Himmel. «Reach for the stars» – das Motto, das die Abschlussklassen für ihren grossen Tag gewählt hatten, spiegelte sich in der Feier in vielfältiger Weise wider.
Sternendekor auf den Eintrittsarmbändern, jede Menge Sterne an der Decke des Foyers und Schülerinnen und Schüler, die in ihren eleganten Anzügen und Abendkleidern um die Wette strahlten. Die Gäste, die letzten Donnerstagabend das Menzo Schulhaus betraten, waren von Sternen umgeben. Für das Stargefühl der Abschlussklassen sorgte ein roter Teppich, über den sie feierlich im Schulhaus Einzug hielten.
Ziele anpeilen, Zonen wechseln
Nach den Sternen greifen heisse mehr, als einfach nur in die Zukunft schauen. Es bedeute, ehrgeizige und hochfliegende Ziele zu verfolgen. Mit diesem Gedanken eröffnete Standortleiter Christof Egger die Feier. Doch wichtiger als hochtrabende Pläne zu schmieden, sei es, überhaupt Ziele zu haben. Dass die Jugendlichen welche hätten, zeige sich an der Deckendekoration. Dort waren, bei genauerem Betrachten, auf jedem Stern die Ziele der Schulabgänger für ihre Zukunft zu entdecken. Über Komfort- und Lernzonen sprach Monika Bruderer vom Kreisschulvorstand aargauSüd in ihrer Grussbotschaft und bewies dabei einiges Unterhaltungstalent. «Ich könnte in Ohnmacht fallen», sei eine ihrer Befürchtungen gewesen, als Christof Egger sie für die Rede angefragt habe. «Das mache ich ab und zu. Letztes Mal habe ich mir dabei die Nase gebrochen.» Das Publikum konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, sollte es wohl auch nicht, auch wenn Lampenfieber nicht zum Lachen ist.Vor so vielen Leuten zu reden, das sei weit ausserhalb ihrer Komfortzone, verriet Bruderer und ermunterte die Jugendlichen, ihre eignen Unsicherheiten zu überlisten. Denn auf die Komfortzone folge die Lernzone. «Sie ermöglicht Veränderungen und hilft, Ängste zu überwinden.» Applaus für die sehr persönliche, eingängige Ansprache. Das Ticket zur nächsten Anfrage dürfte der Rednerin gewiss sein.
Keine Angst vor Auftritten zeigte Erblin aus der 3. Real. In seiner kurzweiligen Festrede hielt er mit viel Witz Rückschau auf die Oberstufenzeit. Die Lehrer seien doch nicht so verstaubt und stur gewesen, wie er anfangs befürchtet habe. Graue Haare können manchmal täuschen. Ob grau oder nicht, ihren Humor stellten die Klassenlehrpersonen bei der Zeugnisübergabe unter Beweis. Doris Altherr (3. Sek a) und Esther Bühl (3. Sek b) verabschiedeten ihre Klassen mit einigen Stilblüten aus Unterricht und Prüfungsarbeiten. So mutierte etwa «Stickstoff» zu «Stinkstoff», «Tiefseegräben» wurden zu «Tiefseegräber» und im Zimmer 2.9 wurde tatsächlich zum allerersten Mal das «Eurasische Dreieck» entdeckt. Klassenlehrer Josue Staub (3. Real) liess die Highlights der drei Oberstufenjahre Revue passieren. Zum Abschied richtete er an jedes Klassenmitglied ein paar persönliche Worte. Die Bezeichnung «spezieller Vogel» wählte er dabei als humorvolle Anerkennung, ganz im Sinne des Festredners.
Einfach den Moment geniessen
Reach for the stars! Wörtlicher kann eine Schule ihr Motto nicht nehmen. Sprachlehrerin Nelly Walter – als Künstlerin unter dem Namen Nelly Patty bekannt – sorgte mit ihren musikalischen Einlagen für wahre Starmomente. Gänsehautfeeling bei ihrem Solo «Il fait beau», einer Komposition aus ihrer Feder. Für einen wahren Flash-Moment sorgte «It will be», ebenfalls eine Eigenkomposition. Der Song, ein Geschenk an die Abschlussklassen, soll dazu motivieren, positiv zu denken und an die Zukunft zu glauben. In der gemeinsamen Performance mit Klassenlehrer Josue Staub als Saxophonist motivierte er vor allem zu einem… den Moment im Hier und Jetzt in vollen Zügen zu geniessen.
Geniessen konnten es auch die acht Preisträger des Menzo-Awards. Aus den Händen von Standortleiter Christof Egger durften sie eine gerahmte Urkunde und Kino-Gutscheine entgegennehmen. Verliehen wurde der Preis erstmals in drei verschiedenen Kategorien. Nikita Erismann (3. Real), Alina Sommerhalder (3. Sek a) und Antonella Stefano (3. Sek b) erhielten die Auszeichnungen für ihre schulischen Leistungen. Sie haben als beste ihrer Klasse abgeschlossen. Der neu kreierte Preis für Zuverlässigkeit im Werkjahr ging an Eljesa Osmani, die ein Fels in der Brandung sei, auf den man sich in allen Lebenslagen verlassen könne. Die Wahl für den begehrten Preis «Klassenklima» erfolgte wie gewohnt in geheimer Abstimmung durch die Mitschüler. Freuen über die Auszeichnung für «Schüler, die ihrer Klasse einfach guttun», durften sich in diesem Jahr Seya Etter (Werkjahr), Festredner Erblin Halilay (3. Real), Jessica Prenaj (3. Sek a) und Hanna Strasser (3. Sek b).
Der letzte Höhepunkt des Abends, ein fulminanter Auftritt des Abschlussschülerchors zusammen mit Nelly Walter und Josue Staub, war genaugenommen erst der zweitletzte. Denn für den allerletzten Glanzpunkt sorgte die 2. Sek von Uwe Küpper. Sie verwöhnte die Gäste beim Apéro und sammelte zwischen Sandwiches und Saft schon fleissig Ideen für ihre eigene Abschlussfeier.





