Zum Yule-Markt kamen sie in Scharen
22.12.2022 GränichenDas Sonnenwendefest war für das Hexenmuseum erneut Anlass, auf der Liebegg zum kleinen und feinen Yule-Markt einzuladen. Auch das Museum war geöffnet und lockte viele bekannte Gesichter, aber auch interessierte Schaulustige an, die wissen wollten, was mit «Yule» ...
Das Sonnenwendefest war für das Hexenmuseum erneut Anlass, auf der Liebegg zum kleinen und feinen Yule-Markt einzuladen. Auch das Museum war geöffnet und lockte viele bekannte Gesichter, aber auch interessierte Schaulustige an, die wissen wollten, was mit «Yule» eigentlich gemeint ist.
rc. Am vergangenen Mittwoch, dem 21. Dezember fand die Sonnenwende statt. An diesem Tag erreicht die Sonne aus der Sicht von uns Erdbewohnern den niedrigsten Stand innerhalb des Jahres. Man spricht auch vom astronomischen Winteranfang, der um 22.47 Uhr Schweizer Zeit stattgefunden hat. Die nun länger werdenden Tage verkörpern in vielen Kulturen das Leben und die Auferstehung und dies wird unterschiedlich lang gefeiert, teilweise bis im Februar.
Das Hexenmuseum nimmt die Sonnenwende jeweils zum Anlass, einen Hexenmarkt durchzuführen. In den ersten zwei Jahren nach dem Umzug auf die Liebegg fand dieser noch im Freien statt, inzwischen ist man in die «Schüür» umgezogen. «Wenn das Wetter schlecht ist, können die Aussteller kaum etwas zeigen, deshalb haben wir die Scheune dazugemietet und bieten auch unseren Besuchern ein trockenes und warmes Plätzchen», sagt Christoph «Biba» Meier, der zusammen mit seiner Ehefrau Wicca Meier-Spring das Hexenmuseum leitet. Mit dem Besucheraufmarsch ist er sehr zufrieden, an beiden Tagen kamen jeweils weit über 300 Besucherinnen und Besucher und die 13 Ausstellenden hatten alle Hände voll zu tun.
5-Sterne-Take-Away-Fenster
«Wir haben natürlich unsere Stammgäste, aber ich stelle fest, dass sich immer mehr Leute für das Thema Hexen interessieren», freute sich «Biba». Die Aufklärung und das Aufräumen mit Missverständnissen sei ein grosses Anliegen des Hexenmuseums, das es inzwischen schon seit 13 Jahren gibt. «Wir machen das historisch korrekt an einem zauberhaften Ort. Die Reise bis zurück ins Mittelalter beinhaltet aber auch dunkle Kapitel der Menschheit, weshalb der Zutritt ins Museum erst ab 11 Jahren gestattet ist.
Viele Gäste nutzten den Marktbesuch denn auch, das Museum zu besuchen. Zur Stärkung gab es ein 5-Sterne-Take-Away-Fenster, das durch die «Landfrauechochi» betrieben wurde. Das Durchreichen von heissen Getränken und selbstgemachten Köstlichkeiten aus dem Backofen durch das Fenster zum Hof ist ein Überbleibsel der Pandemie und hat schon etwas Kultstatus erlangt. Das Beisammenstehen im Hof führte jedenfalls zu unerwarteten und spannenden Diskussionen.
Uraufführung im Oktober 2023
Auch über Brauchtümer wie das Yule-Fest oder die Rolle der Frauen im 17. Jahrhundert wurde rege diskutiert «Im Mittelalter wurden Frauen im negativen Sinne schnell zu Hexen erklärt, nur weil sie das taten, was heute selbstverständlich ist, zum Beispiel Kräuter für Heilzwecke zu verwenden», erklärte «Biba» weiter. Das Hexenmuseum bietet während den ordentlichen Öffnungszeiten am Mittwoch und Donnerstag Nachmittag sowie am 1. und 3. Sonntag des Monats noch viel mehr Möglichkeiten, sich ein richtiges Bild zum Thema Hexen zu machen. In diesem Zusammenhang freut sich das rund 15-köpfige, ehrenamtlich arbeitende Helferteam auf einen der Saisonhöhepunkte im kommenden Jahr: «In der Schloss-Schüür neben dem Hexenmuseum kommt am 23. Oktober 2023 ein Tanztheater von Tracy Bürgin zur Uraufführung – eine reine Frauenproduktion!» In «Die dunkle Seite des Berges» werden kritische Fragen gestellt, es soll aber auch das Frausein in all seinen Facetten zelebriert werden. Frauen, die an der Produktion mitwirken möchten, können sich bei der Leiterin melden (079 850 08 26) – geprobt wird jeweils am Dienstag ab 18.30 Uhr in der Bärenmatte Suhr.



