«Grundsätzlich geht es dem Wald gut»
30.03.2023 BurgEine erfreuliche Anzahl Interessierter war der Einladung der FDP-Ortspartei Menziken gefolgt und traf sich beim Waldparkplatz Schützenkeller im Ortsteil Burg zum Wald- und Grenzrundgang mit gemütlichem Ausklang. Revierförster und Betriebsleiter des Forstbetriebs ...
Eine erfreuliche Anzahl Interessierter war der Einladung der FDP-Ortspartei Menziken gefolgt und traf sich beim Waldparkplatz Schützenkeller im Ortsteil Burg zum Wald- und Grenzrundgang mit gemütlichem Ausklang. Revierförster und Betriebsleiter des Forstbetriebs aargauSüd Christian Siegrist ermöglichte den Teilnehmenden interessante Einblicke in seinen Tätigkeitsraum, den Wald.
hg. Bei garstigem, für den Wald aber optimalem Wetter, wie Förster Christian Siegrist betonte, trafen sich die Teilnehmenden des öffentlichen Wald- und Grenzumganges, organisiert durch die FDP-Ortspartei Menziken, beim Waldparkplatz Schützenkeller im Ortsteil . Dies solle kein parteipolitischer Anlass werden, vielmehr sollen spannende Themen rund um die Region und den Wald behandelt werden, begrüsste Grossrat Adrian Meier die Anwesenden. Und da versprach er nicht zuviel – Felix Matthias zeigte sich für eine kurze, geschichtliche Abhandlung über Burg verantwortlich, während Christian Siegrist, Revierförster und Betriebsleiter des Forstbetriebs aargauSüd, mit aktuellen Infos über den Lebensraum Wald aufwartete.
Es sterben die Eschen
Er werde immer wieder gefragt, wie es dem Wald in unserer Region gehe, begann Christian Siegrist seine interessanten Ausführungen. «Grundsätzlich geht es ihm nicht schlecht, der Wald ist aber stark konfrontiert mit den klimatischen Veränderungen». Auch mache ihm, im Besonderen den Eschen, ein Pilz schwer zu schaffen. «In den letzten drei bis vier Wochen mussten wir im Gebiet Ischlag oder am Radweg Richtung Beromünster Sicherheitsholzschläge vornehmen», erzählte der Förster. Das Eschentriebsterben, auch bekannt als Eschenwelke, ist eine schwere Baumkrankheit, die durch den aus Ostasien eingeschleppten Pilz mit dem Namen «Weißes Stengelbecherchen» verursacht wird. «Für die Natur bedeutet das Eschensterben aber auch eine Chance, andere Baumarten haben die Möglichkeit zu wachsen. Und ich bin davon überzeugt, dass auch die Esche überleben wird», so Christian Siegrist.
Baumfällaktion als Highlight
An der Kantonsgrenze zwischen und Luzern stehend, erfuhren die Teilnehmenden des Grenzrundgangs, dass die Holzindustrie im Nachbarkanton einen höheren Stellenwert innehat als der Tourismus. An einem weiteren Posten erklärte der Revierförster, wie wertvoll liegengelassene Asthaufen für Insekten, Vögel, Kleintiere wie das Mauswiesel oder Pilze sind. «Totholz ist auch ein Wasserspeicher, was vorallem in der warmen Jahreszeit sehr wertvoll ist», so Christian Siegrist. Grosses Highlight des Rundgangs war jener, als Forstwart-Vorarbeiter Markus Huggenberger einen Baum fällte. «Was hier wie ein Spielzeug aussieht, ist ein 2,5 Tonnen schwerer Baum», kommentierte der Revierförster das Geschehen. Mit dem Forstzangenschlepper wurde der Baum aus dem Wald gezogen und dank integrierter Säge innert kürzester Zeit zersägt. An dieser Stelle unterliessen es die Förster nicht an die Sicherheit und Vernunft der Waldgänger zu appellieren. «Sturmholz ist etwas vom gefährlichsten, was es gibt», hielt Markus Huggenberger fest. Nach einem Sturm gelte es, sich mit Voricht im Wald zu bewegen und dem Forstteam die nötige Zeit zu lassen, um für Sicherheit zu sorgen.
Ob über die Holzpreise, die Zukunft des Waldes oder die Anforderungen an das Forstteam – beim anschliessenden gemütlichen Ausklang dieses höchst informativen Morgens liess es sich bei einer wohl verdienten Stärkung noch weiter diskutieren und sich austauschen.




