Überbauung im «Voco-Areal» kommt ins Rollen
20.04.2023 ReinachVor ziemlich genau zwei Jahren, am 29. April 2021, berichtete das Wynentaler Blatt über den Besitzerwechsel des Voco-Areals. Einheimische Investoren übernahmen die drei Parzellen. Damals war noch von einem Baustart im gleichen Jahr die Rede. Doch es kam zu Verzögerungen. ...
Vor ziemlich genau zwei Jahren, am 29. April 2021, berichtete das Wynentaler Blatt über den Besitzerwechsel des Voco-Areals. Einheimische Investoren übernahmen die drei Parzellen. Damals war noch von einem Baustart im gleichen Jahr die Rede. Doch es kam zu Verzögerungen. Nun wurde die Baueingabe vorgenommen, das Projekt kommt definitiv ins Rollen.
rc. Aufmerksame Passanten dürften bemerkt haben, dass sich auf der brach liegenden Parzelle hinter dem Bahnhof Reinach etwas getan hat: Zuerst sind die vielen Fahrzeuge verschwunden, die dort abgestellt waren und letzte Woche machten sich Maschinen daran, die Neophyten und wildwachsende Sträucher zu entfernen. In nächster Zeit werden nun Bauprofile in den Himmel wachsen, die deutlich machen: jetzt geht es vorwärts.
Hinter der Bautätigkeit steckt weiterhin die federführende Firma 4immobau AG mit Maurizio Angrisano, Hans Lang und Stefan Hüsler sowie die weiteren Investoren Edil-Tec AG , Herzog Bau AG, Menziken Mawalt Holding AG, Seon und die CAS Gruppe AG Kriens. Diese haben sich die drei Parzellen im ehemaligen Areal der «Voco-Draht» aufgeteilt. Zusätzlich involviert ist auch das Naturama in Aarau, mit dem Projekt «Natur findet Stadt». Obwohl das Areal Platz für mehr Wohnungen bieten würde, wird eine grosse Fläche zwischen dem bestehenden Hauptgebäude und den geplanten Wohneinheiten stattdessen renaturiert und der Weihermattbach wird offengelegt.
Komplexer als angenommen
«Hier entsteht eine Parkanlage, die nicht nur den Bewohnern, sondern auch der Reinacher Bevölkerung zugänglich ist», unterstreicht Maurizio Angrisano. Ihm und den weiteren lokalen Mitstreitern sei es wichtig, dass im Herzen Reinachs ein Projekt realisiert wird, das zur Gemeinde passt. Das ist auch der Grund, warum der vor zwei Jahren in Aussicht gestellte Umbau des bestehenden Gewerbegebäudes noch nicht angegangen wurde, denn man wollte das ganze Areal als ein einziges Projekt aufgleisen. Stefan Hüsler, der als Architekt ganz am Anfang mit einer Vision das Projekt initiiert und mitentwickelt hat, erklärt dazu: «Das Renaturierungsprojekt mit der Offenlegung des Baches hat sich als sehr komplex erwiesen. Es mussten detaillierte Pläne gezeichnet werden, auf denen auch der Hochwasserschutz und die bestehende Baute berücksichtigt sind.» Die vielen Abklärungen hätten schliesslich dazu geführt, dass man erst jetzt, dafür mit einem bewilligungsfähigen Projekt an den Start gehe − und man ist sogar schon sehr weit: An der WYNAexpo können in der Eishalle am Stand E123 Pläne aus nächster Nähe betrachtet werden und auch Reservationen sind bereits möglich.
Bezug der Wohnungen ab 2025
Bis die Baubewilligung vorliegt, dauert es aber noch ein paar Monate, hält wiederum Angrisano fest: «Unsere Pläne beruhen auf der bewilligten Eingabe aus dem Jahr 2015. Wir hoffen deshalb, dass wir nach den Sommerferien mit dem Umbau des bestehenden gelben Industriegebäudes anfangen können.» Dieses soll Ende 2024 bezugsbereit sein, ein Ankermieter sei bereits gefunden. Die ersten 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen in den insgesamt neun Wohneinheiten werden 2025 fertig sein. «Wenn das Projekt abgeschlossen ist», schweifen Angrisano und Hüsler mit ihren Gedanken in die Zukunft, «werden das neue Wohnviertel, das benachbarte Theater und die Nutzung der Grünanlage zu einem attraktiven Reinacher Quartier zusammenwachsen.» Die Nähe zum Bahnhof und die vielen Einkaufsmöglichkeiten werden sich da ebenfalls positiv auf die Etablierung auswirken.
Stockwerkeigentun und Mietwohnungen
2021 kaufte die federführende 4immobau AG und ihre Partner die drei Parzellen der Baloise Wohnbauten AG ab. Geplant war schon damals, dass die rund 24’000 m² grosse Fläche in fünf neue Parzellen unterteilt wird. Die drei Wohneinheiten ganz im Norden und das daran anschliessende Haus S3 werden im Stockwerkeigentum verkauft, während für die beiden Häuser neben dem Kino Verkauf und Vermietung vorgesehen sind. Für die drei Wohneinheiten ganz im Osten sind vorwiegend Mietwohnungen vorgesehen, diese werden in einer zweiten Phase erstellt. Unter www.weihermattpark.ch stehen erste Informationen zur Verfügung − der Name «Weihermattpark» lehnt sich übrigens an den Namen des freizulegenden Bachs an, der im Voco-Areal bald wieder sprudeln darf.



