Für edle, sonnengereifte Tropfen
11.05.2023 WilibergViel Arbeit an einem steilen Abhang hat sich die Familie Müller «uf em Chalt» in Staffelbach aufgehalst, «aber wir haben in unserer Familie auch viele fleissige Hände», so Margreth Müller, die zusammen mit ihrer Schwiegertochter Chantal auf dem Wiliberg ...
Viel Arbeit an einem steilen Abhang hat sich die Familie Müller «uf em Chalt» in Staffelbach aufgehalst, «aber wir haben in unserer Familie auch viele fleissige Hände», so Margreth Müller, die zusammen mit ihrer Schwiegertochter Chantal auf dem Wiliberg einen 70 Aren grossen Weinberg pflegt. Die Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins Reitnau/Attelwil bekamen einen tiefen Einblick in den höchstgelegenen Aargauer Weinberg.
st. Die Wetterprognosen waren zwar nicht besonders günstig, aber Petrus hatte ein Einsehen und bescherte der Region einen wunderschönen Frühsommermorgen, als die Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins Reitnau/Attelwil sich vor dem Wiliberger Schulhaus besammelten, um unter der Leitung von Margreth Müller Richtung Weinberg zu pilgern. Der wohl steilste Abhang auf Wiliberger Boden genügt den Anforderungen an den Weinbau, und die Müllers wagten diesen Schritt zu einem neuen Zweig in ihrem breitgefächerten landwirtschaftlichen Unternehmen. Vorbei an einem respektablen Rebhaus – dieses wurde gebaut, damit Gerätschaften und Gebinde besser erreichbar sind – ging es den Hang steil runter zu den zehn 250 bis 280 Meter langen Terrassen, wo der Wein gerade zu blühen beginnt. Margreth Müller verstand es vorzüglich, den Exkursionsteilnehmenden mitzuteilen, welch steinigen Weg das Erstellen eines Weinbergs mit sich bringt, wieviel Arbeit und welche Risiken darin stecken, bis die ersten Tropfen degustiert werden können. Dies dürfte erklären, weshalb Weine aus solchen Betrieben durchaus ihren Preis haben dürfen, denn jeder Jahrgang birgt neue Überraschungen – im besten Fall nur positive. Im Wiliberger Rebberg sind vor allem die Mäuse ein Problem, einmal wurde die Ernte durch Hagelschlag zerstört, und in langen, regenarmen Sommermonaten müssen die Wasserreserven sinnvoll eingeteilt werden. Seit sechs Jahren lernen die Rebbäuerinnen vom «Chalt» jedes Jahr viel dazu – sie wissen, wo sie die besten Ratschläge holen können. Gekeltert werden die Wiliberger Trauben in Schinznach.
Degustation inbegriffen
Zum Abschluss gab es in der kurz vor der Corona-Pandemie erstellten Bergwirtschaft «uf em Chalt», die täglich geöffnet ist, während der Woche in Selbstbedienung und am Sonntag als beliebtes Ausflugsrestaurant, eine Degustation aller «Wilyberger Weine». Bei der Präsentation ihrer Tropfen geriet Margreth Müller ins Schwärmen. In den wenigen Jahren als Rebbäuerin hat sie ihr von ihrer früheren ausserbetrieblichen Tätigkeit her erworbenes Wissen ergänzt und wurde zur Weinexpertin, die auch knifflige Fragen aus dem Publikum kompetent beantworten konnte. Hier durften sich die Anwesenden auch ein Bild machen von der Vielfalt des Müllerschen Betriebes, welcher von der Schweinezucht über die Schreinerei, die Pferdepension, die Rinderaufzucht, Ackerbau und Futterbau bis zum Rebbau und der Bergwirtschaft reicht. Die ganze Familie ist mit Freude und Elan bei der Sache, denn allen gefällt die enorme Vielfalt der Aufgaben, die täglich zu erfüllen sind.



