Firmensitz, Bürogebäude, Abriss-Objekt, Trainingscenter, Datacenter mit Helikopter-Landeplatz und Hotel – das Gebäude an der Hauptstrasse 35 in Menziken wurde schon als «Glashaus» bezeichnet und ist heute ein «Menzolith». Die ...
Firmensitz, Bürogebäude, Abriss-Objekt, Trainingscenter, Datacenter mit Helikopter-Landeplatz und Hotel – das Gebäude an der Hauptstrasse 35 in Menziken wurde schon als «Glashaus» bezeichnet und ist heute ein «Menzolith». Die bewegte Geschichte Alu-Hochhauses.
rc. Dem altehrwürdigen Alu-Hochhaus wäre es zu gönnen, wenn es wieder einer dauerhaften Bestimmung überführt werden könnte. Erbaut wurde es in den Jahren 1960 bis 1962, in einer Zeit, als die Industrialisierung im Oberwynental noch grossgeschrieben wurde. Auf der Hauptstrasse durch quetschten sich Güterwagen der Bahn und der aufkommende Individualverkehr. Damals war man noch guter Dinge, der Standort Oberwynental würde weiter an Bedeutung gewinnen und das in Entstehung befindliche Nationalstrassennetz würde die Autobahn ins Wynental bringen. In der Berichterstattung der damaligen Zeit fand der Bau des Alu-Hochhauses jedoch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit. Gleichzeitig baute die Alu Menziken Industrie AG im Reinacher Moos eine imposante Fertigungshalle für ein Strangpresswerk, mit für diese Zeit gewaltigen Dimensionen. Zeitgleich im Bau befand sich übrigens das Hochhaus in Reinach. Den Gemeindenachrichten von damals ist zu entnehmen, dass der Gemeinderat damit rechnet, die Ortschaften im Oberwynental würden nun den dörflichen Charakter ablegen und städtischer werden.
1962 bezog die «Alu» das Hochhaus in Menziken als neues Verwaltungsgebäude und blieb dort bis in die 2000er Jahre. 2011 verkaufte die nun unter dem Namen Alu Menziken Extrusion AG agierende Firma das Gebäude. Pläne, wonach das Gebäude abgerissen werden sollte gab es zwar, doch stand eher eine Umnutzung im Vordergrund. Auch die Werkhallen westlich der Bahnlinie leerten sich mit der Zeit. Das Unternehmen wollte nach Jahren der Diversifikation zurück auf seine Kernkompetenz, wie es 2011 Roland Gloor, CEO der Alu Menziken ausdrückte. Die Kurt Weber AG erwarb 2011 das Hochhaus, baute es in den Jahren 2013/14 um und wollte darin, wie auch darum herum, neben Hotelbetrieb und Büroräumlichkeiten ein Datenverarbeitungscenter einrichten – letzteres wurde jedoch nie realisiert. Seit 2018 gehört das Gebäude samt Grundstück der UBS. Ungeachtet der Ereignisse in obersten Teil des Gebäudes richtete sich im unteren Teil ein Fitness-Center ein − zuerst die Firma «2te Etage», seit 2018 ist das «ProFIT» vom Sagihof ins Hochhaus umgezogen. Auf dem Areal hin zur Bahnlinie soll die Überbauung «Zukunftspforte Menziken» entstehen. Eine entsprechende Richtplananpassung hat der Gemeinderat Menziken im Dezember letzten Jahres genehmigt.