Das Vogel-Lisi wohnt jetzt auf dem Eichberg
17.08.2023 SeengenFreddy Air Röthlisberger gestaltet seine Skulpturen für gewöhnlich aus Bronze, doch sein neustes Werk ist aus einem ganz anderen, ungewöhnlichen Material geformt. Geschaffen hat er das «Vogel-Lisi» im Auftrag des Freilichttheaters Seetal, das in einem Jahr ...
Freddy Air Röthlisberger gestaltet seine Skulpturen für gewöhnlich aus Bronze, doch sein neustes Werk ist aus einem ganz anderen, ungewöhnlichen Material geformt. Geschaffen hat er das «Vogel-Lisi» im Auftrag des Freilichttheaters Seetal, das in einem Jahr auf dem Eichberg Premiere feiern will.
rc. Der Entstehung der einzigartigen Skulptur geht eine besondere Geschichte voraus. Jürgen Sahli vom Verein Freilichttheater Seetal richtete eine Anfrage an den Künstler Freddy Air Röthlisberger, ob er für das Theater-Projekt «Vogel-Lisi» eine Skulptur zur Verfügung stellen könnte. Diese würde dann auf dem Eichberg platziert, da wo Röthlisberger ohnehin schon einige seiner Werke ausstellt und wo 2024 das «Vogel-Lisi» aufgeführt wird. Der Künstler freute sich so über die Anfrage, dass er lieber etwas Eigenes erschaffen wollte und machte Sahli den entsprechenden Vorschlag. Schon sah Röthlisberger sich mit seinem Lieblingsmaterial Bronze arbeiten, als Sahli noch anfügte: «Es darf aber nichts kosten».
Ein anderes Material musste her
Damit sei Bronze nicht mehr in Frage gekommen, lachte Röthlisberger, als er die Geschichte vor zahlreichem Publikum auf dem Eichberg vor der Enthüllung der Skulptur erzählte. Auf der Suche nach einem anderen Material sei er auf alte Farbe gestossen. «Diese lässt sich in einem bestimmten Zustand modellieren, allerdings musste ich merken, dass die Masse mit der Zeit immer härter wird», beschrieb der Künstler die Monate, in denen er die Skulptur erschaffen hatte. So habe er dem Vogel-Lisi einen zu dick geratenen Finger sogar abschleifen müssen, weil die Farbe zu hart war − «Meine Hände hättet ihr sehen sollen», scherzte er. Der vitale 86-Jährige liess die Unterstützer des Theaters, seine Fans und die neugierigen Zuhörenden noch viel mehr über den Werdegang der Skulptur wissen. Auch seine Partnerin Helen Hagenbüchle richtete ein paar Worte an die Anwesenden und liess erkennen, dass die Arbeit viel Zeit aber auch viel Musse eingenommen hat. Bei all den faszinierenden Ausführungen war der Schlussatz und der Dank von Freddy an seine Partnerin jedoch der schönste des Abends: «Alles was ihr hier seht, alles was ich gemacht habe, ohne Helen wäre das nicht möglich. Auch die Texte, die ich schreibe, gehen von meinem Computer zu ihrem Computer und sie macht sie dann besser.»
Freilichttheater in einem Jahr
Die musikalische Begleitung des Vogel-Lisi-Events übernahm das bekannte Jodlerterzett Seetal in Begleitung einer Akkordeonistin. «Die Gruppe wird übrigens Teil der Theaterproduktion sein», verriet Jürgen Sahli dem Publikum, ehe die Gesellschaft zur Enthüllung schritt. Eine Enthüllung, die viel Applaus und Bewunderung auslöste und damit den zweiten sichtbaren Vorboten des Freilichttheaters darstellt − Zuvor wurde auch eine Rose mit dem Namen «Vogel-Lisi» gezüchtet. Die Skulptur wird nun das Projekt Freilichttheater auf dem Eichberg bis zur Premiere vom 8. August 2024 begleiten und die Menschen gluschtig machen auf das, was da kommen wird. Gesucht wird derweil noch ein Hauptdarsteller, fügte Sahli zum Schluss an. «Wir suchen noch einen 15 bis 25 Jahre jungen Mann, der die Rolle des Karl-Joseph verkörpert.» Alle Kontaktdaten gibts unter www.freilichttheater-seetal.ch.



