Die digitalen Medien im Fokus
02.11.2023 SchlossruedZusammen mit der Schule Reitnau und der Kreisschule Leerau organisierte die Schule Schlossrued einen Informationsanlass zum Thema «Umgang mit digitalen Medien». Referent war Bernhard Stotz, Schulischer Heil- und Medienpädagoge und selbst Vater von drei schulpflichtigen ...
Zusammen mit der Schule Reitnau und der Kreisschule Leerau organisierte die Schule Schlossrued einen Informationsanlass zum Thema «Umgang mit digitalen Medien». Referent war Bernhard Stotz, Schulischer Heil- und Medienpädagoge und selbst Vater von drei schulpflichtigen Kindern.
st. Der Aufmarsch an jungen Eltern, sowohl aus Schlossrued, aber auch aus Reitnau und den angeschlossenen Gemeinden der Kreisschule Leerau, war erfreulich. Die drei Schulleiterinnen, Aline Bolliger aus Schlossrued, Claudia Jaus aus Reitnau und Barbara Scheuzger, Kreisschule Leerau, begrüssten die Gäste am vergangenen Montag im Foyer der Aula in Schlossrued. Bernhard Stotz, streng bewacht von einem Riesenhund im Hintergrund, nahm die sozialen Medien in Augenschein und wies vor allem hin auf die Gefahren und Risiken, die sich dahinter verbergen. «Kinder konsumieren schnell und viel, es ist fast nicht möglich, dass Eltern da immer gleich mitkommen. In Gegensatz dazu bieten soziale Medien zahlreiche Möglichkeiten, tolle Sachen zu erfahren. Medienschulung für Eltern ist deshalb empfohlen. Lernt doch bei Euren eigenen Kindern, sie sind stolz, wenn sie Euch etwas zeigen können!»
Die Entwicklung ist rasant
Nach dem Radio kam der Fernseher, dann das Handy, und damit konnte man lediglich telefonieren und simsen. Dann kam das Smartphon, das eigentlich schon alles kann, was ein herkömmlicher Computer hergibt. Diese Phasen sind nun abgeschlossen, nun übernimmt die Künstliche Intelligenz, kurz KI genannt, langsam aber sicher das Zepter, mit Möglichkeiten, die den Menschen Angst und Schrecken einjagen können. Bereits heute wissen wir nicht mehr, ob wir einen Telefongesprächspartner aus Fleisch und Blut oder eine Maschine am anderen Ende haben. Dass dies alles die Eltern, oft aber auch die Kinder, überfordert, liegt auf der Hand und bestätigt sich in den Suizidfällen, die aufgrund der sozialen Medien passieren.
Klare Regeln schaffen
Bernhard Stotz empfiehlt den Eltern, mit Kindern ab 10 Jahren gemeinsam einen Regelvertrag auszuarbeiten. Die Nutzung von Smartphon und Tablet wird klar beschränkt. Die Eltern reden mit bei der Auswahl der Games und den erlaubten Plattformen, und sie verhindern das Surfen auf fragwürdigen Sites. Stotz machte aufmerksam auf entsprechendes Info-Material wie zum Beispiel PEGI, und er empfiehlt, dass den Kindern Alternativen zum Gamen angeboten werden, womöglich mit Aktivitäten im Freien, an der frischen Luft. Er warnt vor Influencer-Gläubigkeit, denn Instagram und tiktok zum Beispiel filtern kaum und lassen problematische Inhalte wie Hassreden und Fake News ungehindert zu. Kinder werden fertig gemacht und der Zuwachs an pädophilen Tätern, insbesondere bei jüngeren, zwischen 18 und 25 Jahren, ist erschreckend. Wer seine Kinder schützen will, sucht das Gespräch mit ihnen, sucht Diskussionen und erklärt den Kindern, dass sie sich bei Problemen vertrauensvoll an ihre Eltern wenden sollen. Denen wiederum wird empfohlen, sich an die Polizei zu wenden, wenn sie verdächtige Veränderungen an ihren Kindern feststellen.
Der Applaus war das Zeichen für den Wachhund, sich zu strecken und bei den zahlreichen Zuhörern Streicheleinheiten einzusammeln. Bei Getränken im Foyer entspannten sich weitere Diskussionen über dieses eine Thema, das uns wohl alle mehr oder weniger beschäftigt.

