Am vergangenen Samstagabend lud di Schola Cantorum Vocetia, unter der Leitung von Bernhard Hangartner, Cantor, und Nathalie Leuenberger, Orgel, zum Konzert «Gregorianik und Orgelmusik in der Zeit des Totengedenkens» ein. Dieser Leckerbissen an gregorianischen Gesängen und ...
Am vergangenen Samstagabend lud di Schola Cantorum Vocetia, unter der Leitung von Bernhard Hangartner, Cantor, und Nathalie Leuenberger, Orgel, zum Konzert «Gregorianik und Orgelmusik in der Zeit des Totengedenkens» ein. Dieser Leckerbissen an gregorianischen Gesängen und Orgelstücken wurde in der reformierten Kirche in Gontenschwil serviert.
dr. Es ist oft erstaunlich, welche Trouvaillen an Kunst und Musik im Oberwynental zu finden sind. So geschehen in der reformierten Kirche in . Ein «Konzert» besonderer Art durften die zahlreichen Zuhörer erleben. Gregorianische Gesänge, vorgetragen vom Ensemble Schola Cantorum Vocetia. Gegründet im Jahr 2002 bestand es 20 Jahre aus Männerstimmen. Seit diesem Jahr wirken nun auch Frauenstimmen mit. Kein Regelbruch der Tradition, sondern man vermutet, dass bereits schon im Mittelalter in Doppelklöstern dies so gehandhabt worden sei.
Lux perpetua lucebit sanctis tuis
Übersetzt bedeutet dies so viel wie «das ewige Licht über deinen Heiligen» und war das Thema dieses speziellen Konzerts. Wobei Konzert nicht die richtige Bedeutung für dieses Klangerlebnis ist. Vielmehr handelt es sich um einen gesungenen Gottesdienst in jahrhundertealter Tradition. Es beinhaltet ein Gedenken an die Heiligen Seelen (Allerheiligen) und an die Verstorbenen (Allerseelen), der hier abgehalten wurde. Dieses Gedenkfest wird heute meist zusammen gefeiert. Die gregorianischen Gesänge werden so wiedergegeben, wie sie schon im Mittelalter gesungen wurden. Der Gesang unterliegt dabei einer strengen Vorgabe mit der Eröffnung, dem Gesang der Psalmen bis zum «Pater noster» also dem Gebet «Vater unser», dem Segen und der Salve Regina. Es wird in der lateinischen Sprache gesungen.
Choräle wechselten sich mit einem beeindruckenden Orgelspiel ab
«Der Wechsel von Orgelmusik und dem einstimmigen Gregorianischen Choral war eine weit verbreitete Praxis im deutschsprachigen katholischen Raum im 17. und 18. Jahrhundert. Ebenso auch in protestantischen Regionen». Dies erörterte Bernhard Hangartner, Leiter des Chors auf die Feststellung, warum dieser musikalische Vortrag in einer reformierten Kirche abgehalten werden konnte. Neben der ganzen geschichtlich beeindruckenden Präsenz des Gesangs stand das erlebte Zuhören im Zentrum. Die absolute Präzision der Stimmen, die die Kirche füllten, lösten eine Art von Meditation aus. Ein Klangerlebnis, dem beizuwohnen schlicht gesagt ein Genuss war. Das zeigten die zahlreichen Zuhörer dieses Konzerts mit grossem Applaus.