Irgendwas stimmt doch nicht, wenn mehrere Musiklehrer ungewöhnlicherweise auf Semesterende und nicht auf Schuljahresende kündigen. Weitere Kündigungen auf Ende des Schuljahres sind scheinbar angekündigt. Wenn mehrere langjährige, beliebte Lehrkräfte den Bettel ...
Irgendwas stimmt doch nicht, wenn mehrere Musiklehrer ungewöhnlicherweise auf Semesterende und nicht auf Schuljahresende kündigen. Weitere Kündigungen auf Ende des Schuljahres sind scheinbar angekündigt. Wenn mehrere langjährige, beliebte Lehrkräfte den Bettel hinschmeissen, gilt es hinzusehen. Viele der Musiklehrkräfte waren schon an der Musikschule Kulm beschäftigt, als ich vor mehr als 15 Jahren als Vizeammann die Kommission führte. Einige habe ich sogar in meiner Amtszeit mit der Musikschulleitung zusammen angestellt. Vom aktuellen Exodus ist auch meine Familie betroffen, denn der Instrumentallehrer unserer Tochter zieht leider auch die Reissleine und fühlt sich nicht mehr wohl an der Musikschule.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass da was faul sein muss. Liegt es daran, dass der Musikschulrat der Sache nicht gewachsen ist? Ohne Schuldzuweisung fordere ich die Behörden auf, hinzusehen und alles dafür zu tun, dass der bis vor kurzem intakte Lehrkörper wieder hergestellt werden kann. Mit Aufhebung der Schulpflegen besteht die strategische Leitung nämlich nur noch aus Gemeinderäten, die mutmasslich weit vom Musik- und Musikschul-Alltag weg sind. Ich bin selber Musikant und die Zusammenarbeit zwischen Musikschule und Vereinen war immer ein heikles Thema, sie funktionierte aber bis vor kurzem noch nie so gut. Muss nun wirklich alles kaputt gemacht werden? Soll die Musikschule aus Kostengründen an die Wand gefahren werden? Ich fordere Antworten, Taten, keine Ausreden und sonst Konsequenzen.
Ja, musikalische Bildung kostet, sowohl die Eltern, wie die Gemeinden. Jede gute Ausbildung kostet und bedeutet Aufwand. Ist es nicht Ziel der Jugend, eine gute und grosse Auswahl für sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten. Das kann ein Sportverein sein, ein Pumptrack, oder eben auch das Musizieren, ob alleine, im Ensemble oder im Verein. Das ist nämlich ein Leben lang und erst noch generationen- und kulturenübergreifend möglich.
Thomas Kaspar, Musikant und Vater einer schwer enttäuschten Musikschülerin, Unterkulm