160 Jahre alter Mammutbaum musste gefällt werden
02.05.2024 BirrwilWeil der 45 Meter hohe Mammutbaum von einem Pilz befallen war, musste er aus dem Garten der Familie Buhofer entfernt werden. Der spektakuläre Einsatz dauerte nur wenige Stunden. Es ist nicht der erste Baum, der aus diesem Garten verschwindet.
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Weil der 45 Meter hohe Mammutbaum von einem Pilz befallen war, musste er aus dem Garten der Familie Buhofer entfernt werden. Der spektakuläre Einsatz dauerte nur wenige Stunden. Es ist nicht der erste Baum, der aus diesem Garten verschwindet.
rc. «Gefällt», im klassischen Sinne, werden Bäume dieser Grösse nicht, denn der umfallende Baum würde im besiedelten Gebiet einiges in Mitleidenschaft ziehen. «Wir hatten zwei Möglichkeiten», sagt Ueli Buhofer. Entweder ihn stückweise per Helikopter abzutransportieren, oder ihn mit einem Kran, ebenfalls stückweise, abzutragen und das Holz vor Ort zerteilen zu lassen. Ein Hubschrauber-Einsatz wäre um einiges teurer geworden und hätte in Anbetracht der Holzmenge auch länger gedauert. Als 50 Tonnen schwerer Brocken wird sich der Baum letztlich erweisen. «Und es wäre auch unsicherer gewesen», sagt einer der Arbeiter aus dem sechsköpfigen Team, das rund um Forstunternehmer Daniel Ott aus Luzern mit der «Entnahme» des Baumes beauftragt wurde, wie man in diesem Fall dem «Fällen» sagt. Rund 10’000 Franken kostet der Einsatz, einen Teil davon übernehmen die SBB, weil der Baum in Reichweite der Seetalbahn stand. «Aus diesem Grund mussten wir schon mehrere Bäume fällen und auch die Natur hat sich selber reguliert. 2017 wurde eine hohe Tanne vom Sturm umgelegt», erzählt Barbara Buhofer und zeigt Bilder auf dem Handy – damals wie heute mit Tränen in den Augen. «Es macht mich jedes Mal sehr traurig.»
Der Baum ist 160 Jahre alt
Insgesamt elf Bäume seien über die Jahre entfernt worden, was vor allem mit dem Alter der Bäume zu tun habe. «Der Mammutbaum ist weit über 100 Jahre alt. Er wurde damals von den Industrie-Herren als exotisches Symbol für den Reichtum gepflanzt, weil es diese Art von Bäumen nicht oft gab», erzählt Barbara Buhofer weiter. Dann macht sie sich mit ihrem Bruder auf, das Geschehen bildlich festzuhalten und beide wiederholen: «Es schmerzt wirklich, wir sind sehr traurig.»
Zurück bei den Einsatzkräften bekommt man einen spannenden Einblick in die Arbeit der Förster. Innerhalb von Sekunden werden dicke Äste mit der Motorsäge abgetrennt und mit einer Baggerschaufel auf den Lastwagen gehievt. Die dicken Baumstämme kommen auf einen separaten Tieflader. Jedes Teil, das abgetrennt und mit dem Kran auf den Kiesplatz an der Wilhofstrasse gelegt wird, wiegt vier bis fünf Tonnen. Insgesamt dürfte der Baum also gegen 50 Tonnen schwer gewesen sein. Einen Strunk von etwa sechs Metern Höhe liess man stehen, «als Andenken und Wahrzeichen», wie es bei Buhofers heisst. Beim Zählen der Jahresringe gibt der Baum auch noch sein Alter preis: 130 Ringe sind auf sechs Meter Höhe zu zählen, weiter unten dürften es gegen 160 Ringe gewesen sein. Das Holz wird nun weiterverarbeitet, wobei Mammutholz wegen der vielen Äste keinen hohen Ertrag abwirft. Geblieben ist zwar eine Lücke, aber wie so oft im Leben, schafft diese auch Platz für neues Leben.




