Wichtige Mitarbeiter im Naturschutz
27.06.2024 ReitnauSuchhunde, Spürhunde werden zu verschiedensten Aufgaben ausgebildet. Am bekanntesten dürften die sogenannten Drogenhunde, Schweisshunde oder auch die Polizeihunde sein. Die Hunde von Tabea Haupt sind jedoch darauf ausgerichtet, Borkenkäferbefall im Frühstadium ...
Suchhunde, Spürhunde werden zu verschiedensten Aufgaben ausgebildet. Am bekanntesten dürften die sogenannten Drogenhunde, Schweisshunde oder auch die Polizeihunde sein. Die Hunde von Tabea Haupt sind jedoch darauf ausgerichtet, Borkenkäferbefall im Frühstadium anzuzeigen. Sie können Glögglifrösche oder auch Schlingnattern usw. aufstöbern. Das bewiesen sie auf einem Abendbummel des Natur- und Vogelschutzvereins.
st. Der Natur- und Vogelschutzverein Reitnau/Attelwil (NVR/A) hat mit der Einladung zum Thema Artensuchhunde voll ins Schwarze getroffen. Trotz unsicheren Wetterverhältnissen erschienen zahlreiche Interessierte zum samstäglichen Abendbummel, und sie wurden nicht nass! Im Gegenteil, ab und zu waren die wärmenden Sonnenstrahlen zu spüren.
Zu Gast in Reitnau waren Lena Bühlmann und Tabea Haupt mit ihren vier Suchhunden. Die beiden bilden zusammen mit Michael Haupt das professionelle Rückgrat des Vereins «Hauptsach Natur». Während Lena sich im Bereich Naturschutz, Neophytenbekämpfung und Aufwertungsprojekte im Wald und Offenland einen Namen gemacht hat, ist Tabea seit über 20 Jahren eine motivierte und ambitionierte Hundeführerin. Was ihre Hunde zu leisten vermögen, demonstrierte sie auf eindrückliche Art.
Lange Nasen sind bessere Riecher
Tabea Haupt liess drei ihrer vier Hunde arbeiten. Die beiden Border Collies, Riley und Brenden, wirken seit langem kräftig mit als ausgebildete Spürhunde, die sich auf die Früherkennung von Borkenkäferbefall oder das Aufspüren von Schlingnattern, Glögglifröschen und asiatischen Laubholzkäfern spezialisiert haben. Der dritte Hund, ein holländischer Schäferhund, ist noch in der Ausbildung und zeigte, wie sich Spürhunde verhalten, wenn sie das gesuchte Objekt aufgefunden haben. Es sind alles Hunde mit langen Schnauzen, denn es ist erwiesen, dass diese besser riechen können. Bevor sie auf die Suche geschickt werden, erhalten sie ein Spezialhalsband, das mit einem GPS-Tracker ausgerüstet ist. Die Borkenkäfer beispielsweise verströmen ein bestimmtes Pheromon, und das gibt man den Hunden zu riechen. Wenn sie einen im Frühstadium befallenen Baum gefunden haben, zeigen sie an. Der Förster kann dann Massnahmen ergreifen, für die es zu spät wäre, wenn der Befall so weit fortgeschritten ist, dass er vom Menschen erkannt werden kann.
Sie werden aber auch darauf trainiert, den asiatischen Laubholzkäfer (ALB), ein invasiver Quarantänenschädling aus Asien, in seinen verschiedenen Entwicklungsstadien sowohl in Bäumen und Sträuchern, als auch in importierten Europaletten zu finden. Schlingnattern und Glögglifrösche (Geburtshelferfrosch) detektieren sie in ihrem natürlichen Lebensraum. Dies ist für den Schutz dieser seltenen einheimischen Arten und ihrem Lebensraum von grosser Wichtigkeit.
Ein kleines Grillfest im Werkhof bot anschliessend die Möglichkeit zu vielen Gesprächen über den Einsatz von «Mitarbeitern mit ausgezeichneten Riechern.»



