Populäre Heimatlieder und lüpfige Musik
19.09.2024 MuhenEinmal mehr wurde die Müheler Kirche zum Konzertsaal. Das Jahreskonzert des Jodlerchörli Suhrental am Samstag zum Bettag hat längst Tradition und ist entsprechend gut besucht. Das Publikum wurde verwöhnt mit traditionellen Jodelliedern, aber auch mit aktuellen ...
Einmal mehr wurde die Müheler Kirche zum Konzertsaal. Das Jahreskonzert des Jodlerchörli Suhrental am Samstag zum Bettag hat längst Tradition und ist entsprechend gut besucht. Das Publikum wurde verwöhnt mit traditionellen Jodelliedern, aber auch mit aktuellen Ohrwürmern der leichten Unterhaltung. Als Auflockerung spielte die Örgeligruppe Brugg und Umgebung – ebenfalls Tradition.
st. Unter der bewährten Direktion von Hans Müller formierte sich das Jodlerchörli Suhrental im Chor der vollbesetzten Müheler Kirche. Aus 16 Kehlen wird hier gesungen, darunter sechs Frauenstimmen. Erfreulicherweise konnte auch die Gründungsdirigentin, Marlyse Hilfiker, mitsingen. Die Moderation wurde von verschiedenen Frauen bestritten. Die Zuhörer vernahmen dabei viel Wissenswertes über die Herkunft der dargebotenen Lieder. Dass sich so viele Menschen eingefunden hatten, wurde freudig zur Kenntnis genommen. Angesichts der zahlreichen Veranstaltungen ringsum sei dies nicht selbstverständlich.
Nach den Begrüssungseinlagen der Örgeligruppe mit ihren wunderschönen Schwyzerörgeli, jedes ein kleines Kunstwerk, bot das Jodlerchörli «E nöie Tag» von Hannes Fuhrer dar. Das Jodellied «Mueters Hand» vermochte Emotionen hervorzurufen, ebenso wie die darauf folgende «Bärgandacht», eine Komposition von Reto Stadelmann, dem Sohn des berühmten Franz.
Abwechslung garantiert
«Sing doch für mi», von Adolf Stähli. Dieses Duett wurde von Vreni Schüpfer und Vreni Meier vorgetragen. Als Spezialeffekt – man wusste nicht so recht, ist es gewollt oder von einem Kind aus dem Publikum zufällig genau getroffen – erklang ein kurzer Kinderschrei dazu. «s’Bärgerläbnis» ist ein Lied, welches das Chörli neu in sein Repertoire aufgenommen hat und nun in der Kirche zum ersten Mal sang.
Hannes Fuhrer dachte wohl nicht an den Müheler Gibel, als er den «Gibel Jutz» schuf. Mit dem «Tanzliedli» von Robert Fellmann leitete der Chor über zu einer weitere Einlage der Örgeli-Gruppe. Bei der Melodie von «Alls was bruuchsch» wurde tüchtig mitgeklatscht, und beim anschliessenden Schottisch «im Örgelihuus» sogar geschunkelt.
«Sing mit mir es luschtigs Liedli» erklang im Quartett mit Sandra und Hans Müller sowie Mäggi Jäger und Heinz Maurer. Mit «Herbschtläbe», «Bim Vernachte» und «Di Wäg», mit einem Solo des talentierten Tenors Hans Müller, beschloss das Jodlerchörli das offizielle Programm. Dazwischen gab es aber eine kleine Überraschung: Das «Quartett Sandra, Hans und Ernst Müller, zusammen mit einer «Aussenstehenden», Cornelia, die Gattin des Chormitgliedes Simon Pfister, präsentierte Cornelias Lieblingslied, «s’Füür vo de Sehnsucht» von Francine Jordi. Nach den Schlussworten von Präsident Jimmy Berchtold und der Hiobsbotschaft (siehe Kasten) von Simon Pfister wurde bei Grilladen noch lange gefeiert.
Gleich zwei Hiobsbotschaften
Nicht nur, dass es nächstes Jahr kein Jahreskonzert geben wird, sondern auch, dass der langjährige Präsident, Jimmy Berchtold, sei Amt weitergeben wird, musste nach dem Konzert verkündet werden.
st. Das Jodlerchörli Suhrental wird nächstes Jahr volljährig. Seit 20 Jahren ist auch Heinz (Jimmy) Berchtold Präsident. Simon Pfister würdigte seine Verdienste. Er ist nicht nur Gründungsmitglied sondern prägte das Chorleben mit viel Leidenschaft und guten Ideen. Kein Wunder, dass die Auftrittsagenda bereits bis Ende Jahr ziemlich voll ist, angefangen mit dem Kirchenkonzert in der Kirche Rued am kommenden Sonntag. Zum Glück tritt er nur aus dem Amt zurück, nicht aber als tragende Stimme im Chor und Berater. Für Jimmy Berchtold ist das Jodellied mehr als nur Harmonie und Takt. Es verkörpert Bodenständigkeit, Leidenschaft, Einklang und Tradition. Simon Pfister gab auch das Versprechen ab, dass Jimmys Arbeit in seinem Sinne weitergeführt wird, der Verein wird fortbestehen. Allerdings werde der Nachfolger ein anspruchsvolles Erbe antreten. Gemäss Statuten kann ein Mitglied mit den Verdiensten eines Heinz Berchtold zum Ehrenmitglied ernannte werden. Simon Pfister ernannte ihn zum Ehrenpräsidenten.
Im Nächsten Jahr wird also das 20-Jahr-Jubiläum gefeiert, aber leider ohne traditionelles Jahreskonzert. Der Dirigent wird mit seiner Gattin eine grössere Reise unternehmen, so dass die Probearbeit nicht im erforderlichen Rahmen erfolgen kann. Also wurde das Publikum auf das Jahreskonzert im Jahr 2026 vertröstet.



