Alle 500 Jahre ein Grossratspräsident
16.01.2025 UerkheimLandammann Dieter Egli und Markus Gabriel heben den Stellenwert demokratischer Grundprinzipien hervor.
aw. Politische Grossereignisse kommen im kleinen Dorf an der Uerke selten vor, Anfang des Jahres allerdings oft – der höchste Aargauer ist neu ein Uerkner. Am ...
Landammann Dieter Egli und Markus Gabriel heben den Stellenwert demokratischer Grundprinzipien hervor.
aw. Politische Grossereignisse kommen im kleinen Dorf an der Uerke selten vor, Anfang des Jahres allerdings oft – der höchste Aargauer ist neu ein Uerkner. Am Dienstag vor Wochenfrist fand die Wahlfeier des Grossratspräsidenten in der Turnhalle statt. Am vergangenen Sonntag lud die Gemeinde zum Apéro in den Gemeindesaal. Dass Markus Gabriel (SVP) am Neujahrsanlass teilnimmt, hat eine lange Tradition, dass der seit Januar amtierende Aargauer Landammann Dieter Egli als Ehrengast zum zweiten Mal in diesem Jahr Uerkheim besucht, grenzt an Einmaligkeit.
Die Begrüssungsworte konnte Markus Gabriel gelassen seinem Nachfolger als Gemeindeammann Herbert Räbmatter überlassen. Drei neue Gemeinderatsmitglieder (Janine Müller, Roland Benz und Jörg Veil) nahmen ihr Amt im vergangenen Jahr auf, Rochaden in der Ressortverteilung blieben nicht aus. Auf ein «Miteinander» im Ratsteam legt Herbert Räbmatter besonderen Wert, um anstehende Aufgaben zu meistern.
Zusammen im Gespräch bleiben
Mit dem Schwingerhemd wie Räbmatter wollte Grossratspräsident Markus Gabriel nicht vor die Gemeinde treten. Sich dem lockeren Umgangston anpassend, verzichtete er auf die in Grossratssitzungen übliche Krawatte. Sechs Grossräte, inklusive ihn selber, brachte Uerkheim laut seiner Recherche bisher hervor. Die aktuelle Einwohnerzahl des Kantons Aargau dividiert durch die seiner Gemeinde, stellt Uerkheim rein rechnerisch alle 500 Jahre einen Präsidenten im Grossen Rat – das erntete Applaus. Das Wort «Verbinden» machte er sich zum Motto, entstanden angesichts von Überlandleitungen. «Miteinander verbunden sind auch die drei Staatsgewalten, die das Grundprinzip unserer heutigen Demokratie bilden», so Markus Gabriel. Die Legislative, der Grosse Rat also, verbindet eine Treppe sinnbildlich mit der Exekutive, diese steigen die Regierungsräte in Aarau hinauf, wenn sie an einer Grossratssitzung teilhaben. 140 Grossratsmitglieder sind aus Sicht von Landammann Dieter Egli schwieriger zu disziplinieren, als mit vier weiteren Regierungsräten umzugehen. Kompromisse werden wohl beide politische Grössen in ihrer Arbeit eingehen müssen. «Vorstellungen einer vernünftigen Welt in die Realität umzusetzen, sei schwierig», Dieter Egli spielte in diesem Zusammenhang auf den Krieg im Osten Europas, auf die Migrationswellen, die Klimakrise und letztlich auf die wirtschaftliche Situation mit gestiegenen Kosten für den Lebensunterhalt hier zu Lande an. Entscheidungen, die in den politischen Metropolen oder Konzernzentralen auf der Welt oder im Kopf eines Terroristen im Nahen Osten fallen, wirken sich auf das Leben in der Schweiz, im Aargau und auch in Uerkheim aus. «Die Demokratie lebt, wenn man sich für das Volk interessiert, wir müssen aber zusammen im Gespräch bleiben, wie heute hier an diesem Ort», schloss er seine Rede ab. Wie sehr der Landammann den Uerknern aus der Seele sprach, offenbarte deren Zufriedenheit mit dem Gesagten.

