Ein Geschenk für Herz und Kopf
16.01.2025 Gontenschwil, Zetzwil«Vier Bilder von Kurt Hediger und Manuela Plaschko-Sacher», was im Titel durchaus herausfordernd klang, entwickelte sich im Gespräch zwischen Galeristin Anna-Verena Hoffmann und Pfarrer Heinz Brauchart inspirierend entspannt. Die beiden diskutieren die Frage: Was verbindet ...
«Vier Bilder von Kurt Hediger und Manuela Plaschko-Sacher», was im Titel durchaus herausfordernd klang, entwickelte sich im Gespräch zwischen Galeristin Anna-Verena Hoffmann und Pfarrer Heinz Brauchart inspirierend entspannt. Die beiden diskutieren die Frage: Was verbindet Kunst und Spiritualität?
grh. Vor bald zehn Jahren hat die reformierte Kirchgemeinde Gontenschwil-Zetzwil mit der Firobe Chile ein Experiment gestartet. Das Team, bestehend aus Elsbeth Haefeli, Rosmarie Hirt, Renate Imhof und Marc Hess, der an diesem Abend nicht dabei sein konnte, erinnert sich schmunzelnd, während sie den Apéro für später vorbereiten. «Da waren das Weihnachtsmusical und der Orientierungslauf auf dem Kirchgelände», Elsbeth Haefeli hält einen Moment inne, Rosmarie Hirt fährt fort, «die Alphorngottesdienste nicht vergessen, die gefallen den Leuten sehr gut.» Zustimmendes Nicken in der Runde. «Das ist auch ein wunderbares Klangerlebnis», bestätigt Renate Imhof. Aber auch moderierte Gespräche über das Rote Kreuz, die KESB oder Glücksforschung waren schon Teil des Programmes, das die vier in Absprache mit Pfarrer Heinz Brauchart, gestalteten.
«Firobe Chile ist die Möglichkeit, mit den traditionellen Elementen eines Gottesdienstes zur Ruhe zu kommen.» Das Läuten der Glocken, das Gebet, eine Kurzform der Predigt und der Segen haben ihren festen Platz. «Gleichzeitig geben immer wieder Menschen Einblick in ihren Lebensalltag, Musik spielt eine Rolle – die Ideen gehen uns nicht aus», sagt Elsbeth Haefeli. Wieder zustimmendes Nicken. «Und der anschliessende Apéro bietet Zeit, sich gemütlich über die neuen Eindrücke zu unterhalten.
Eine Gegenüberstellung
An diesem Abend sprachen Galeristin Anna-Verena Hoffmann und Pfarrer Heinz Brauchart über die Verbindung zwischen Kunst und Spiritualität. Die Grundlage war eine Gegenüberstellung von Bildern. Manuela Plaschko-Sacher, die intuitiv Gefühlen Gesichter gibt, und Kurt Hediger, ein grosser Künstler, was das Einfangen von Landschaftsmomenten angeht.
«Manuela Plaschko-Sacher inspiriert den Betrachter auch durch die Titel ihrer Werke», verriet Anna-Verena Hoffmann. «Die kleinen Gespenster» stünden für Gedanken, die sich im Kopf drehten und sich auch nicht vom Realitätssinn verscheuchen liessen. «Der Blick auf die Kirche Schongaus lässt sich klar verorten, ist nicht durch Farbgebung oder fremde Elemente abstrahiert.» «Er bietet ein Stück heile Welt, scheint es mir», warf Heinz Brauchart ein. «Eine Erholung von den Herausforderungen des Alltags.» Die Galeristin nickte.
Bei Künstlerin und Künstler spielten die persönlichen, spirituellen Aspekte in der Arbeit eine Rolle. «Für Manuela Plaschko-Sacher ist das Malen eine Möglichkeit des sich Sammelns, verriet sie mir.» «Dann könnte man vielleicht sagen, Kurt Hediger stellte dar, was er als Schönheit der Welt, als Geschenk wahrnahm?» Anna-Verena Hoffmann nickte. «Und ebenso individuell wie die Bilder sind die Betrachtenden.» «Ich denke, dieses Schlusswort bietet eine gute Basis für die Gespräche beim Apéro», schloss Heinz Brauchart das Gespräch. Die musikalischen Intermezzi von Susanne Guthauser (Flöte) und Regula Grehn (Klavier) schenkten dem Abend eine runde Harmonie. Die vielen glücklichen Gesichter zeigten, das Konzept der Firobe Chile begeistert.

