Eine Idylle für Mensch und Tier
27.03.2025 ReitnauSponsoren, Mitwirkende und Besucher zelebrierten vergangenes Wochenende die Eröffnung der neuen Naturarena beim Waldhaus in Reitnau. Ein gelungenes Projekt, das sowohl Menschen die Natur näherbringt als auch Amphibien und Kleintieren den idealen Lebensraum ...
Sponsoren, Mitwirkende und Besucher zelebrierten vergangenes Wochenende die Eröffnung der neuen Naturarena beim Waldhaus in Reitnau. Ein gelungenes Projekt, das sowohl Menschen die Natur näherbringt als auch Amphibien und Kleintieren den idealen Lebensraum bietet.
jaf. Wo vor 40 Jahren noch ein betonierter Weiher mit Goldfischen war, wurde ein Biotop für Bachbewohner und feuchtigkeitsliebende Tierarten gestaltet. Zugleich dürfen und sollen Kinder die Natur entdecken können. «Hier dürfen sich Kinder beim Spielen und Aufstöbern von Kleintieren wieder einmal schmutzig machen. Solche Erlebnisse sind wichtig, um gesund zu bleiben», erzählt im späteren Verlauf Susanne Hochuli, ehemalige Regierungsrätin Kanton Aargau und Stiftungspräsidentin von Greenpeace, in ihrer Laudatio. Als Krönung für die neue sozioökologische Naturarena ist eine von Forstwart Hans Rudolf Hochuli gebaute Brücke. Diese wurde nach dem historischen Entwurf von Leonardo Da Vinci gebaut und lädt die Waldbesucher dazu ein, die Tierwelt von oben zu beobachten. Der obere Waldhausweiher, der abseits vom menschlichen Geschehen platziert ist, wurde erneuert und in ein 5-Sterne Hotel für allerlei heimische Amphibien, Kleintiere und Vögel umgestaltet.
Mitwirkende
Als der Förster Hans Rudolf Hochuli vor drei Jahren erneut das Waldgebiet übernahm, hat er es sich zur Herzensaufgabe gemacht, den Wald für die Klimaveränderung fit zu machen. Für das Projekt stand die selbstständige Umweltingenieurin FH Esther Schweizer an seiner Seite. «Als wir uns das erste Mal für das Projekt vor Ort trafen, war es ein eisiger Dezembertag», erinnern sich die Umweltingenieurin und der Forstwart.
Die Finanzierung des Unterhaltes und der Aufwertung am oberen Waldweiher wurden durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung Wald des Kantons ermöglicht. Die Umgestaltung des Biotops konnte dank zahlreicher Spenden ansässiger Organisationen durchgeführt werden.
Sinn und Zweck
Weiher und Biotop sind durch einen kleinen Bach miteinander verbunden. Die engagierte Esther Schweizer erklärt: «Der kleine Bach, der den Weiher und das Becken verbindet, ist vergrössert worden. Bei erhöhtem Wasserstand kann das Wasser mäandieren und in der Arena Tümpel bilden. Dadurch wird das modrige Holz benetzt, was für Pilze, Flechten und Schnecken wiederum von Vorteil ist.» Zudem ermöglicht das Biotop einen Trinkwasserzugang für Waldtiere, meint Esther Schweizer.
Der durch einen Holzzaun abgegrenzte obere Waldweiher wurde vertieft, entschlammt und vergrössert. Das Totholz im Wasser verändert die Fliessstruktur, sorgt für mehr Sauerstoff, bietet verschiedenen Arten Schutz vor Fressfeinden und darauf gebildete Algen sind Nahrung für Kaulquappen.
Arena, Bach und Weiher bieten so unterschiedliche Lebensräume für eine Vielfalt von Amphibien, Kleintieren und Insekten. Dazu gehören Feuersalamander, Bachflohkrebse, Bergmolche, Grasfrösche und auch die bedrohte Geburtshelferkröte soll sich künftig wohlfühlen können.
Nach einem interessanten Einblick in den Sinn und Zweck des Projektes kam es zur Eröffnungszeremonie mit Susanne Hochuli. Statt ein Band durchzuschneiden, durfte sie einen angebrachten Ast durchsägen. Mit grösster Freude kamen ihr die Kinder zur Hilfe, bevor sie zusammen das erste Mal die «Da Vinci»-Brücke erklimmen konnten. Zum Schluss fügte Esther Schweizer hinzu: «Ich wünsche der Bevölkerung viel Freude mit der Naturarena.» Besucher und Mitwirkende liessen den feierlichen Anlass bei einem Apéro und vertiefenden Gesprächen ausklingen, während die Kinder sich auf Erkundungstour im Biotop begaben.


