Kinderlied, Chanson, Volksmusik oder Popsong? Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch? Die Schweiz ist in ihrer melodiösen Vielfalt kaum zu erfassen. Noch anspruchsvoller ist es, sie abzubilden. Zum Vergnügen des Publikums hat sich die MG dieser Herausforderung ...
Kinderlied, Chanson, Volksmusik oder Popsong? Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch? Die Schweiz ist in ihrer melodiösen Vielfalt kaum zu erfassen. Noch anspruchsvoller ist es, sie abzubilden. Zum Vergnügen des Publikums hat sich die MG dieser Herausforderung angenommen.
grh. Der Abend begann mit einem Highlight: Dirigent Dieter Siegrist präsentierte vier Jungbläser, zwei davon und das Mädchen an den Kuhglocken sind Dieters Enkelkinder. Ein Nachwuchsschlagzeuger war auch dabei. Der erste Auftritt brachte ordentlich Nervosität mit sich. Doch das Publikum, darunter ganze Familien und viele Freunde, sorgte mit seinem Applaus für die wohlverdiente Zugabe.
Das erste Stück der Musikgesellschaft widmete sich klanglich den Alpen, bevor ein besonderes Medley Erinnerungen weckte. «Brass Pearls of Switzerland» vereint mit «s’Ramseyers wei go grase», «Zoge-n-am-Boge», «L’inverno è passato», «Mir Senne heis luschtig», «Im Aargau» und «Vo Luzärn gäge Wäggies zue» sechs Lieder, die viele schon in der Schule gelernt haben. Nicht selten bildeten sie die Hintergrundmusik von Ausflügen in der Primar.
Florian Asts «Träne» gehörte mit der Erscheinung in den 2000ern zu den neueren Stücken. Und auch wenn «Flöru» im Duett mit Francine Jordi auf der Leinwand zu sehen war – das reine Spiel der Musikgesellschaft, ohne den etwas dramatischen Text, entfaltete einen eigenen Zauber.
Was Dialekt und Musik verbindet
Eine witzige Rolle spielte der Text an ganz anderer Stelle. Moderatorin Nita versuchte sich im Dialog mit einem Zuschauer am Urner Dialekt. Sie übersetzte: «Flüge – Fleig, Züri-Ziri», dazwischen der Blick ins Publikum, «de Hanspeter nickt, ich find mich super.» Der Applaus gab ihr recht und die Lacher verrieten, es sassen wohl noch manche Zuschauer mit Dialektkenntnissen im Saal. «Maiteli wenn du witt go tanze» – man hätte das Stück nicht besser einführen können.
Die MG hatte ein Programm zusammengestellt, das bei allen Generationen Emotionen weckte. Die Musikerinnen und Musiker krönten es mit unerwarteten Gesangseinlagen, mit einem Alphornsolo in «Swiss Lady», mit witzigen Videos im Hintergrund des Orchesters. Ebenso berührt wie begeistert klatschten Zuhörerinnen und Zuhörer. Ein Mann im Publikum drückte es so aus: «Sie lieben, was sie machen. Sie sind für alle da. So machen sie Menschen glücklich.»