Es ist eine Ikone der Werbegrafik: Das Zirkus-Plakat mit dem Clown, der die vier Buchstaben Knie auf seinem Knie balanciert. Das Werk stammt vom Grafiker Herbert Leupin. Eine Ausstellung vom 11. bis 25. Mai mit 50 verschiedenen Originalplakaten im Weltformat bringt den Künstler ...
Es ist eine Ikone der Werbegrafik: Das Zirkus-Plakat mit dem Clown, der die vier Buchstaben Knie auf seinem Knie balanciert. Das Werk stammt vom Grafiker Herbert Leupin. Eine Ausstellung vom 11. bis 25. Mai mit 50 verschiedenen Originalplakaten im Weltformat bringt den Künstler zurück an seinen Geburtsort, den Löwen in Beinwil am See.
(Eing.) «Plakate sind Zeitzeugen», antwortet Jürg Sager auf die Frage, was ihn an alten Plakaten fasziniert. Entsprechend engagiert er sich als Vorstandsmitglied für das nächste Projekt von «Zeitreisen Beinwil am See». 2018 gegründet, will der Verein für Menschen von «Böju» und Umgebung Geschichte erlebbar machen und Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen. Jürg Sager: «Das künstlerische Schaffen von Herbert Leupin bietet sich dafür optimal an.»
Denn der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Plakatkünstler kam am 20. Dezember 1916 im Hotel Löwen in Beinwil am See zur Welt, der damals von seinem Vater Robert geführt wurde. Anfang der 1930er-Jahre bildete sich Herbert Leupin an der Kunstgewerbeschule Basel zum Grafiker aus. 1938 eröffnete er sein eigenes Studio in Augst. Zu seiner Kundschaft zählten etwa die Muba, PKZ, Swissair oder Bell. Wie nachhaltig sein Wirken war, zeigt beispielsweise, dass Firmen wie Suchard mit der Milka-Kuh oder Eptinger mit dem Pepita-Papagei nach wie vor mit Leupin-Erfindungen Werbung machen. Der 1999 Verstorbene erhielt insgesamt mehr als 90 nationale und internationale Auszeichnungen für seine Arbeiten. Seine Affinität für das Plakat verrät sich auch in der überaus umfangreichen Produktion: Mehr als 1000 Plakate schuf er insgesamt.
Bühne frei für die Plakate
Einen Teil zur Leupin-Ausstellung im Löwensaal samt Bühne trägt die Plakatsammlung der Schule für Gestaltung Basel bei. Philipp Messner, Leiter der Plakatsammlung Basel, ist darum einer der Votanten bei der Vernissage vom 11. Mai, 16 Uhr, bei der auch Angehörige von Herbert Leupin anwesend sein werden. Die Firma Eptinger, für die der Kreative wie erwähnt das Pepita-Logo entworfen hat, offeriert allen Ausstellungsbesuchenden ein entsprechendes Erfrischungsgetränk. Jürg Sager: «Überdies freut es mich sehr, dass wir in den zwei Ausstellungswochen 14 Schulklassen die Plakate zeigen dürfen und mit ihnen das Thema Werbung einst und heute diskutieren können.»
Öffnungszeiten Ausstellung: Mi/Sa/So 10 bis 17 Uhr, Fr 17 bis 20 Uhr. Mehr Infos: www.zeitreisen-beinwilamsee.ch