«KI ist kein Ersatz»
25.09.2025 ReinachZum Erzähltal-Programm gehörten schon immer Führungen verschiedenster Art. Dass eine solche nicht immer real existierender Gegebenheiten bedarf, zeigt der Anlass in der Mehrzweckhalle der «Heuwiese» Stiftung Lebenshilfe. Dort erwies sich die junge Unternehmerin ...
Zum Erzähltal-Programm gehörten schon immer Führungen verschiedenster Art. Dass eine solche nicht immer real existierender Gegebenheiten bedarf, zeigt der Anlass in der Mehrzweckhalle der «Heuwiese» Stiftung Lebenshilfe. Dort erwies sich die junge Unternehmerin Livia Schröder als geübte Reiseleiterin im Gebiet künstliche Intelligenz.
grh. Alles begann mit der Definition von Begriffen. «Die einen sprechen von KI, der künstlichen Intelligenz. Die anderen sagen AI, das ist die Abkürzung des englischen Synonyms Artificial Intelligence», definierte Livia Schröder und fügte hinzu: «Diese Parallelität der Sprachen kommt in dem Fachbereich häufiger vor.» Ein paar Fragen ans Publikum, auf welche Zuhörerinnen und Zuhörer mit Handzeichen reagierten, bauten Berührungsängste ab. Eine kurze Liste der bestehenden, mit KI kombinierten Angebote wie Spamfilter, Netflix, Sprachassistenzen wie Siri oder Alexa und Navigationsgeräten machte klar: Eigentlich nutzen die meisten Menschen KI schon unwissentlich.
Doch Livia Schröder lieferte auch direkte Inspiration für die Nutzung von KI – sei es bei der Erstellung von Kurzfilmen oder dem Verfassen einer Geburtstagskarte. Ganz nebenbei lernte das Publikum, wie man «Prompts» verfasst, also die Aufträge an die KI formuliert. Die Ergebnisse ernteten fröhliches Schmunzeln.
Das Plakat am Bahnhof
Ernster wurden die Gesichter, als Livia Schröder über Sicherheit und Ethik im Zusammenhang mit KI sprach. «Weil mit gesammelten Tonaufnahmen Stimmen immer leichter zu fälschen sind, wird es immer schwerer, Enkeltrick-Anrufe zu identifizieren.» Es könne sinnvoll sein, mit wichtigen Menschen Sicherheitsworte zu vereinbaren. Ausserdem sollten niemals persönliche Daten für eine KI-Recherche verwendet werden. «Auch wenn ich die Suchende bin, bleiben die Angaben, ohne besonderes Sicherheitssystem, nicht allein auf meinem Computer. Nichts eintippen, was man nicht auf einem Plakat am Bahnhof lesen möchte.»
Die angehende Wirtschaftsinformatikerin versucht nicht, die Bedenken der Zuhörenden im gesetzteren Alter einfach zu zerstreuen. Die Technik entwickle sich in einem Tempo, dem zu folgen kaum möglich sei. «Das macht Sorgen. Umso wichtiger ist es, offen zu bleiben und sich immer wieder bewusst zu machen: «KI ist kein Ersatz, sondern sollte eine Assistenz sein». Den eigenen Geist zu trainieren sei unabdingbar. «Nicht zu vergessen die Kommunikation», beschloss Livia Schröder den Vortrag. «Nur das Miteinander und gegenseitige Unterstützung helfen uns, wenn die Technik mal nicht funktioniert. Das hat uns der Beamer zu Beginn des Nachmittags eindrücklich bewiesen.» Das Publikum lachte und bedankte sich mit grossem Applaus für das Engagement der Reiseleiterin bei der Führung durch das Reich der künstlichen Intelligenz.

