«Als Bandmitglied gehörte dir die Welt»
11.09.2025 Beinwil am See, Seetal«Wir wurden immer wieder auf die «Landing Eagle»-Rockdisco angesprochen», schildert deren Gründer Thomas Eichenberger genannt «Teddy». «Vergangenes Jahr fingen «Jogi» (Joachim Hörner) und ich an, Pläne für einen Event zu ...
«Wir wurden immer wieder auf die «Landing Eagle»-Rockdisco angesprochen», schildert deren Gründer Thomas Eichenberger genannt «Teddy». «Vergangenes Jahr fingen «Jogi» (Joachim Hörner) und ich an, Pläne für einen Event zu schmieden. Wir wollten mit «Voltage Arc» auch die Generation unserer Söhne ins Boot holen. Ab diesem Moment explodierte die Idee.» Mehr Bands, ein Dokumentarfilm und eine Ausstellung stehen jetzt auf dem Programm. Momentaufnahme der Vorbereitungen.
grh. Eigentlich begann alles mit einer ersten, eigenen Stereoanlage. «Ich wollte der Musik Raum geben», erinnert sich Teddy mit einem Schmunzeln. Mit der Zustimmung des Vaters baute er den Dachboden um. «Freunde kamen zu Besuch – es war sozusagen die erste Stufe der «Landing Eagle»-Disco.» Doch beim Lauschen und Flippen, wie das Bewegungsengagement zur Rockmusik damals hiess, blieb es nicht. «Wir wollten selbst Musik machen.»
Teddy begann mit Gitarre und wechselte später zu Bass. Hannes Eichenberger, Mitgestalter der Ausstellung, bliebt dem Schlagzeug bis heute treu. Beide waren Teil der äusserst lebhaften Bandszene in Beinwil am See. So verfügen sie über verschiedenste «Artefakte», wie Teddy die Fotos, bandnamenverzierte Kleidungsstücke,Tonbänder, Flyer und Plakate nennt. «Ausserdem haben wir einen Aufruf gestartet», verrät Hannes Eichenberger. «Damit die Vielzahl der Bands möglichst gut abgebildet werden kann.» Dazu gehören unter anderem «The Wild Ones», «deteil», «Muulworf & Tongrueb», «Mnevis» und die «Stranded Heroes».
Eigene Songs waren das Ziel
Die beiden geraten beim Sichten des Materials ins Schwärmen und Erzählen. «Die Vorbilder mochten noch so gross wie Kiss oder AC/DC sein, wir wollten unbedingt eigene Songs schreiben», so Hannes Eichenberger. «Gleichzeitig hat man sich immer gegenseitig unterstützt. Sei es, dass der eine Musiker mal bei der anderen Band mitgemacht hat oder dass man sich Technik ausgeliehen hat.» Einen Moment lang schweigen beide. «Die Spielfreude hat das Lebensgefühl dieser Zeit geprägt. Als Bandmitglied gehörte dir einfach die Welt.» Teddys temperamentvolles Nicken gibt Hannes Eichenberger recht.
Solche glücklichen Nostalgiemomente wünschen sich die beiden für die Betrachter der Ausstellung. «Väter, Töchter, Söhne, Mütter, Freunde, Fans sollen beim Betrachten lachen und erzählen können.» Ausserdem können die Erinnerungen auch tatsächlich zum Klingen gebracht werden. «Wir werden im Keller des «Löwen» einen Proberaum im Stil der frühen 80er einrichten», erklärt Teddy. Hannes Eichenberger fügt hinzu: «Wichtig ist – die Instrumente sind spielbar.Also das Schlagzeug ist als Ganzes aufgebaut, Gitarre und Bass angeschlossen, das Mikro wartet auf Sängerinnen oder Sänger.»
Leben in der «Bude»
Wer sich noch nie getraut hat, Drumsticks zu ergreifen, bekommt in diesem Bandraum die Chance. «Oder es ergibt sich eine Jam-Session mit alten Hasen und Nachwuchsmusikern.» Die Energie des Rock ist deutlich spürbar. In dieser «Bude» soll Leben sein. «Es ist Platz für alle Facetten des Stils.»
Die Ausstellung ist geöffnet, wann immer es im Löwensaal heisst: «Böju rockt». Ausserdem gibt es am Samstag um 14 Uhr bei freiem Eintritt eine Expo mit Film und Auftritt von «Muulworf & Tongrueb». Die Vorfreude ist den beiden Männern ins Gesicht geschrieben, als sie sich wieder der Gestaltung der Stellwände widmen. In ihrem Köpfen klingt Rockmusik – laut und lebendig.
Mehr Infos auf www.boju-rockt.ch

