Ein Leben voller Kunst
02.10.2025 ReinachMit der Vernissage morgen am Freitag, um 19 Uhr, wird im Museum Schneggli die neue Ausstellung des regionalen Künstlers Adolf Weber eröffnet. Claudius und Anna Weber haben die auserlesenen Werke ihres Vaters in chronologischer Reihenfolge angeordnet und zeigen den Wandel seiner ...
Mit der Vernissage morgen am Freitag, um 19 Uhr, wird im Museum Schneggli die neue Ausstellung des regionalen Künstlers Adolf Weber eröffnet. Claudius und Anna Weber haben die auserlesenen Werke ihres Vaters in chronologischer Reihenfolge angeordnet und zeigen den Wandel seiner Kunst von Kindesbeinen bis ins hohe Alter. Die Besucher werden eingeladen, in das Leben von Adolf Weber und sein künstlerisches Schaffen einzutauchen.
jaf. Wer zwischen Nachkriegszeit und Jahrhundertwende in der Region lebte, begegnete Adolf Weber vermutlich einmal – Irgendwo mit Staffelei in der Umgebung, versunken in sein Werk. Seine Bilder erzählen von seiner tiefen Hingabe zur sichtbaren Welt. Die Bildsprache ist mit der detaillierten Darstellung von Licht und Schatten und seiner vollumfänglichen Farbenpracht unverkennbar.
Einblick
Adolf Weber, geboren im Jahr 1925, entdeckte seine Leidenschaft fürs Malen früh. Bei Betrachtung der ersten Werke, scheint es schon fast, als ob es seine Aufgabe war, die Schönheit des Hier und Jetzt auf einer Leinwand festzuhalten. Es sind alltägliche Momente in einem bäuerlichen Umfeld, die allzu schnell wieder verblassen würden. Bilder in sanften, erdigen Farben, die eine bemerkenswerte Kraft ausstrahlen. Seine Fähigkeit blieb nicht lange unbemerkt, wie in der Ausstellung zu erfahren ist.
Um sich noch besser in die malerische Welt von Adolf Weber hineinversetzen zu können, begleiten einige Worte über seine Biografie die Besucher auf ihrem Rundgang. So führt die Ausstellung von Raum zu Raum, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt.
Ende des zweiten Weltkriegs veränderte sich die Heimat von Adolf Weber. Die Landwirte hörten auf und neue Wirtschaftszweige etablierten sich in Menziken. Eine Zeit in der, der junge Adolf Weber bereits einige seiner Werke verkaufte. Schon bald manifestierte er sich als Kunstmaler und der bäuerliche Betrieb wurde aufgelöst.Wo er sich zuvor stark an seinem Meister, den Kunstmaler Eugen Maurer aus Beinwil orientierte, löste er sich bald darauf vom erlernten, klassischen Handwerk. Folglich eröffnet sich den Betrachtenden beim Rundgang eine Entwicklung, die eindrucksvoll die Suche nach seinem ganz eigenen Ausdruck zeigt.
Während in den nächsten Jahrzehnten in seinen Arbeiten die Wirkung von Licht und Schatten in den Fokus rückt und die Farbpalette sich stetig verändert und erweitert, blieb er ein Leben lang dem Momenthaften der Vorortmalerei treu. Eine Malweise die äusserste Konzentration und Bewusstheit am Bild erfordert. In einem Moment der liebevollen Erinnerung an seinen Vater beschreibt Claudius Weber, wie schwer es war, seinen Vater bei der Arbeit zu stören – zu sehr war er in sein Schaffen versunken.
Kreativ, verspielt, anders
Die Reise seines Schaffens blieb nicht nur beim künstlerischen Ausdruck auf dem Bild. Ganz anders kann im letzten Raum noch eine andere Seite von Adolf Weber entdeckt werden. Die spielerische Objektkunst. Eine Form der Kunst, die er selbst nicht als solche zu klassifizieren wagte und nie an einer Ausstellung zeigte.
«Das mechanische Arbeiten langweilte ihn schnell, also fing er an, damit zu spielen», meint Claudius Weber und zeigt auf ein Bild lediglich aus Spaltholz gefertigt. Um einen Eindruck dieser und weiterer Kunstformen von Adolf Weber zu gewinnen, haben Anna und Claudius Weber eine Auswahl zusammengestellt, die allemal so manchen Besuchenden ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern wird.
Ob es eine Spielerei in der Objektkunst ist oder fesselnde Werke auf Leinwand, auf dem Rundgang gibt es einiges zu erfahren und entdecken. Die Ausstellung zeigt den regionalen Künstler auf eine nahbare Art und Weise. Spannend, verblüffend, ausserordentlich. Ein Leben, dass wie dies eines jeden Menschen von Gegebenheiten, vom Geschehen im Aussen und seines Selbst beeinflusst wird, kann in der Malkunst, welche ihn sein Leben lang begleitete, betrachtet werden. Zwischen dem ältesten und dem jüngsten Werk liegen rund fünfzig Jahre. Fünfzig Jahre voller Hingabe, Faszination und Feingefühl für die Schönheit die ihn umgab. Tipp: Ein zweiter Blick und das Betrachten der Werke aus verschiedenen Distanzen sind gewiss lohnend.
Die Ausstellung kann vom 3. bis zum 26. Oktober im Museum Schneggli in Reinach besucht werden.




