Eine spezielle Augenweide für aktive Menschen Ü65
02.10.2025 Suhren-/Rueder-/Uerkental, KirchleerauChristine Bürk, Pfarrerin von Kirchleerau und Schöftland, wollte für ihre Ü65-er mal was anderes und lud ein zu einem Besuch des Traktorenmuseums von Peter Bachmann in Kirchleerau. Das Interesse war erfreulich, obwohl in der Einladung stand, dass man dazu schon ...
Christine Bürk, Pfarrerin von Kirchleerau und Schöftland, wollte für ihre Ü65-er mal was anderes und lud ein zu einem Besuch des Traktorenmuseums von Peter Bachmann in Kirchleerau. Das Interesse war erfreulich, obwohl in der Einladung stand, dass man dazu schon ziemlich mobil sein müsste, denn die Ausstellung ist weitläufig und erstreckt sich über bisher 270 ausgestellte Modelle.
st. Pfarrerin Christine Bürk freute sich über die Teilnahme und begrüsste vor dem Traktorenmuseum in Kirchleerau eine flotte Schar. Dann übernahm Dieter Holliger die Führung. Er gehört zum grossen freiwilligen Team, das mit viel Herzblut und profunden Kenntnissen dem Museumsbetreiber zur Hand geht. Sie holen und bringen die Fahrzeuge, restaurieren sie gemeinsam, dürfen sie auch ab und zu in einem festlichen Umzug ausführen und leben sozusagen mit dem Museum. «Wir sind nicht angestellt und arbeiten freiwillig hier. Lohn dafür wollen wir keinen. Wir sind alle in Pension und freuen uns an der Arbeit, die wir hier haben. Bei Peter Bachmann kommt zudem keiner zu kurz!», so Dieter Holliger auf die Frage nach seinem Anstellungsverhältnis. Er führte die Schar erst über den holperigen Weg zur beeindruckenden Konzertorgel, die in einem klimatisierten Raum jeweils auf ihre grossen Auftritte wartet. Holliger liess sie erklingen. Unter anderem tanzten die Besucher zum Radetzky-Marsch. Überrascht waren sie über den «Peter-Bachmann-Marsch», welcher von Ernst Buchinger, Peters Freund und Nachbar, extra für dieses Rieseninstrument komponiert worden ist.
Aussergewöhnliche Präziosen
Dann ging es von Stockwerk zu Stockwerk, und überall waren «Ah’s» und «Oh’s» zu hören, nicht nur aus Männermund. Auch die Frauen zeigten sich begeistert, denn für viele wurden Jugenderinnerungen wach. Sie mussten als Bauernkinder mit Traktoren umgehen, oder sie durften bei Nachbarn oder Verwandten auf dem Land mithelfen. Einige erkannten sogar Modelle aus ihrer früheren Zeit wieder. Immerhin gibt es in der aktuellen Ausstellung bereits 270 Modelle zu bestaunen. Draussen, geschützt in einem Zelt, warten noch viele mehr, die gesichtet und aussortiert werden. Die besten werden restauriert und kommen ins eigene Museum, viele werden aber auch weiter verkauft. Immer wieder entdeckt Peter Bachmann Einzelstücke, die ihn interessieren, und Erben rufen ihn an, damit er die Hinterlassenschaft prüft. Schon hinter manchem halb verrotteten Stück sah er, was drin steckt. Beim Rundgang durch die Etagen begegnen dem interessierten Besucher sowohl Arbeitstraktoren, Ungestüme, die eigens für eine bestimmte Arbeit konstruiert wurden, aber auch Dampfmaschinen, Loks und – zur Zeit – das weltweit grössten Trike, ein Monstrum mit Polstersitzen und Sofa, das funktioniert. Speziell dürften die Lamborghinis und Porsches sein, die zwar als Arbeitstraktoren ausgestattet sind, aber weder die Eleganz noch die Rasse ihres Herstellers verlieren. Auf ein einzigartiges Stück ist der Besitzer besonders stolz: Der Jubiläums-Lamborghini. Zum 100. Geburtstag des Bosses wurden davon nur fünf Stück hergestellt, für jeden Kontinent einen. Der für Europa steht nun hier, in der Ausstellung in Kirchleerau, die Nummer 2. Er sieht zwar aus wie viele andere alte Traktoren, aber er ist etwas Besonderes. So gibt es eigentlich zu jedem Ausstellungsstück eine Geschichte, und viele dieser Geschichten wusste Dieter Holliger zu erzählen und machte damit den Nachmittag zu einem richtigen Erlebnisparcours.
Die Hürlimänner
Die oberste Etage ist ausschliesslich der Marke Hürlimann gewidmet, und hier wird auch Platz geboten für die Geselligkeit. Die Besucher blieben aber nicht hier für ihren Kaffee mit Nussgipfel, sondern wechselten zum «Lieblingsplatz von Peter», dem gemütlichen Café in einem weiteren Gebäude, wo notabene weitere landwirtschaftliche und handwerkliche Gerätschaften, fein säuberlich aufgereiht, präsentiert werden. Die «guten Geister» von Peter standen hier bereit und bewirteten die Gäste, wie immer, freundlich und kompetent.





