Carela
In der Schweiz pflegen rund 600’000 Menschen ihre pflegebedürftigen Angehörigen. Nur wenige wissen, dass sie dabei Anspruch auf Unterstützung und eine Entlöhnung haben.
Pflegeexpertin Azra Karabegovic beantwortet die ...
Carela
In der Schweiz pflegen rund 600’000 Menschen ihre pflegebedürftigen Angehörigen. Nur wenige wissen, dass sie dabei Anspruch auf Unterstützung und eine Entlöhnung haben.
Pflegeexpertin Azra Karabegovic beantwortet die vier wichtigsten Fragen – und zeigt, weshalb es sich lohnt, Hilfe anzunehmen.
1. Was sind pflegende Angehörige und wofür werden sie entlöhnt?
Pflegende Angehörige betreuen und pflegen nahestehende Personen zu Hause, die langfristig erkrankt oder verunfallt sind. Häufige Gründe dafür sind körperliche oder geistige Beeinträchtigungen, Multiple Sklerose, Schlaganfälle, Parkinson oder Demenz.
Oft sind pflegende Angehörige den ganzen Tag im Einsatz, um ihre Liebsten zu unterstützen. Gemäss Bundesgerichtsurteil dürfen sie sich für die Körperpflege ihrer Angehörigen vergüten lassen. Dazu gehören zum Beispiel Duschen, Körperhygiene, Toilettengänge, Mobilisation oder Hilfe bei der Nahrungsaufnahme.
Der Verwandtschaftsgrad spielt dabei keine Rolle – häufig sind es Familienmitglieder, aber auch Freundinnen, Nachbarn oder Bekannte, die eine nahestehende Person zu Hause pflegen.
2. Weshalb ist eine Entlöhnung der Grundpflege fair?
Viele pflegende Angehörige rutschen schrittweise in diese Rolle hinein und übernehmen mit der Zeit immer mehr Aufgaben. Was anfangs vielleicht nur kleine Hilfestellungen sind, wird mit der Zeit zu richtiger Pflegearbeit.
Für diese Arbeit dürfen pflegende Angehörige Unterstützung und Lohn annehmen. Eine Anstellung hilft, Lohneinbussen durch Pensumsreduktionen zumindest teilweise aufzufangen – inklusive Sozialleistungen.
Auch im Hinblick auf die Pension kann dies entlastend sein, da man sich damit auch einmal eine Pause oder ein Entlastungsangebot leisten kann.
Zudem: Würde die Pflege von der Spitex übernommen, würde auch sie dafür bezahlt.
3. Dann kann man doch direkt die Spitex beauftragen?
Das ist eine Möglichkeit. Doch es gibt viele Menschen, die aus persönlichen, kulturellen oder praktischen Gründen auf Spitex-Dienste verzichten.
Oft springen Angehörige ein, weil die Spitex nicht flexibel genug ist – zum Beispiel, wenn jemand mehrmals täglich Unterstützung beim Toilettengang benötigt oder die Pflege nicht immer zur gleichen Zeit stattfinden kann.
4. Weshalb ist eine Anstellung sinnvoll?
Die meisten pflegenden Angehörigen sind ungelernte Personen. Wir bei Carela unterstützen sie auch fachlich und emotional: Eine erfahrene Pflegefachperson gibt Tipps und zeigt wichtige Handgriffe für eine sichere Pflege zu Hause. Zudem hat Carela auch immer ein offenes Ohr für Zweifel, Ängste und Sorgen. Wir stehen pflegenden Angehörigen immer zur Seite.