«Wie wir unsere Zukunft gestalten wollen»
04.12.2025 Seetal, Leutwil«Wir haben mit sieben Traktanden auf der Liste ein bisschen was vor heute Abend. Also werden wir versuchen, ihnen alle wichtigen Informationen so speditiv wie möglich zu liefern, damit genug Zeit für ihre Fragen bleibt.» Mit diesen Worten begrüsste Gemeindeammann ...
«Wir haben mit sieben Traktanden auf der Liste ein bisschen was vor heute Abend. Also werden wir versuchen, ihnen alle wichtigen Informationen so speditiv wie möglich zu liefern, damit genug Zeit für ihre Fragen bleibt.» Mit diesen Worten begrüsste Gemeindeammann Lukas Spirgi Bürgerinnen und Bürger. Und die Versammlung verlief so konstruktiv wie die Vorbereitungen.
Konkret um Finanzen drehten sich drei Traktanden. Zum einen beim Verpflichtungskredit über 58’000 Franken für die Sanierung des Mülibachs auf dem Abschnitt Huebmättli bis zur Gemeindegrenze Boniswil. «Weil sich der Grund, die Gewässersohle, in diesem Abschnitt abgesenkt hat, sind die Uferzonen stark erodiert. Dadurch liegt mittlerweile ein Kanalisationsschacht samt Leitung offen», erklärte Gemeinderätin Brigitta Baumann. «Und dass das ein Sicherheitsrisiko darstellt, muss ich wohl niemandem näherbringen.»
Eine naturnahe Umgestaltung soll Abhilfe schaffen. Die Gewässersohle soll wieder angehoben werden, verstärkt von Rundholz und formwilden Steinen. «Vierkant-Betonblöcke wären vielleicht günstiger. Aber «formwild» bedeutet «aus der Natur – für die Natur». Dafür zahle ich persönlich gerne etwas mehr.» Die Anwesenden waren derselben Meinung und genehmigten den Kredit. Ebenfalls genehmigt wurden die moderaten Erhöhungen der Gemeinderatssoldi, das Baugebührenreglement sowie das Erschliessungsfinanzierungsreglement.
Beim Budget in Höhe von 3’596’654 Franken wird bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 121 Prozent mit einem Aufwandüberschuss von 286’234 Franken gerechnet. Im Bereich der allgmeinen Verwaltung mache der Personalmangel Leutwil zu schaffen, weil man Unterstützung «einkaufen» müsse. Lukas Spirgi fügte an: «Nicht zu vergessen, dass auch die IT-Umgebung der Gemeindeverwaltung angepasst werden muss.» Denn das aktuelle System habe das Ende seiner Nutzungsdauer im Bezug auf Wartung und Datensicherheit erreicht. Im Bereich Bildung seien Schulgelder und Schülerzahlen nicht komplett vorauszusehen. Man rechne darum mit Durchschnittswerten. Aber da das Budget keine unbedachten Posten bot, wurde es ohne Gegenstimmen genehmigt. Dabei waren 57 von 571 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger anwesend, somit unterliegen alle Beschlüsse dem fakultativen Referendum.
Fusionsabklärungen
Unter dem Traktandum «Verschiedenes» ist jeweils nichts zu genehmigen. Aber es gab Neuigkeiten. Lukas Spirgi betonte gleich zu Beginn: «Fusion ist ein Stichwort, das unterschiedlichste Emotionen und auch Ängste auslöst. Darum ist es uns umso wichtiger, sie regelmässig differenziert über die Abklärungen mit Dürrenäsch zu informieren.»
Es gebe verschiedene Gründe, die das Nachdenken über den politischen Zusammenschluss zweier Gemeinden sinnvoll machten. Es sei nicht einfach Personal zu finden. Räumliche wie technische Infrastruktur bräuchten Geld. «Aktuell geht es uns nicht schlecht – also ein sinnvoller Zeitpunkt, um über die Zukunft nachzudenken. Und darüber, wie man sie gestalten will.» Aber das wolle der Gemeinderat nicht alleine tun. «Aus diesem Grund haben wir in Leutwil und Dürrenäsch spezielle Briefkästen aufgestellt. Schreiben sie uns, was sie beschäftigt, Erwartungen, Ängste, Wünsche, Vorschläge … Wir wollen wissen, was sie denken. Abklärungen müssen abgestützt sein, so haben sie Zukunft.»
Zeit gemeinsam nutzen
Die gewonnenen Erkenntnisse seien die Grundlage für den Projektierungskredit, welchen der Rat an der Sommergmeind 2026 beantragen wolle. «Dann werden bis Ende 2027 Grundlagen und Vereinbarungsvorschläge erarbeitet. Sie sehen, bis zur ausserdordentlichen Gemeindeversammlung 2028 dauert es noch. Zeit, die wir gemeinsam nutzen werden.»
Fragen gab es an diesem Abend, ähnlich wie in Dürrenäsch, noch keine. Dafür Applaus. Zum einen verabschiedete sich Anneliese Gloor von der Steuerkommission, zum anderen war Raymond Kühni für die kommende Legislatur nicht mehr als Gemeinderat angetreten. «Wer sich für das Amt interessiert, dem beantworten wir gerne allfällige Fragen», betonte Lukas Spirgi. «Wir freuen uns über Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren.» Die Ersatzwahl ist geplant auf das eidgenössische Abstimmungswochenende vom 14. Juni 2026.
Graziella Jämsä


