Die schöpferische Kraft der Intuition
26.02.2026 GontenschwilSeit 2021 wohnt Benno Blattmann in Gontenschwil und hat auch dort sein Kunstatelier. Trotz seines vielfältigen Engagements in verschiedenen Bereichen behält er die Ruhe in sich. Er ist als Lehrer in verschiedenen Bereichen tätig und aktuell im Malen sehr ...
Seit 2021 wohnt Benno Blattmann in Gontenschwil und hat auch dort sein Kunstatelier. Trotz seines vielfältigen Engagements in verschiedenen Bereichen behält er die Ruhe in sich. Er ist als Lehrer in verschiedenen Bereichen tätig und aktuell im Malen sehr präsent.
«Mich interessierte schon immer alles, was mit kreativem Schaffen zu tun hat», sagt Benno Blattmann, währenddessen auf dem Kochfeld allmählich der Kaffee im italienischen Espressokocher zu brodeln anfängt. Das Zuhause des Künstlers verrät, dass Benno Blattmann nicht nur auf dem Blatt Papier seine Kreativität auslebt. Er gestaltet auch seinen persönlichen Lebensraum mit patinierten Möbeln und einfallsreichen Accessoires ganz nach seinem Geschmack. Mittendrin sein Schlagzeug. Seine zweite Leidenschaft. Er blickt durch den Raum und meint versonnen: «Mir gefällt es, wenn die Gegenstände Gebrauchsspuren aufweisen.» Inzwischen breitet sich der Duft des frisch aufgebrühten Heissgetränks im Raum aus. Worauf er zufrieden äussert: «Ich mag diese Kaffeemaschine.» Grund genug für ihn, den Gegenstand auf einer Leinwand festzuhalten. Seine, wie er es selbst nennt, «Hommage an die Kaffeemaschine» schmückt derweil zwei Stockwerke weiter unten die Wand in seinem Atelier. Schlicht, brillant und ehrlich.
Folge der Intuition
Benno Blattmann arbeitet unter anderem mit Ölfarben, Neocolor und unterschiedlichen Mischtechniken. Die daraus entstehenden Werke bewegen sich zwischen intuitiver Abstraktion und realistischen Anklängen. «Je weniger ich mit dem Kopf male und je mehr aus der Intuition heraus, desto kraftvoller wird das Ergebnis», erzählt er. Dieser Prozess lasse sich jedoch nicht steuern, manchmal seien die Emotionen so intensiv präsent, dass es eine Pause brauche. Es ist ein Wachstumsprozess, der verschiedene Gefühlslagen miteinschliesst. Letztlich erfüllt ihn seine malerische und gestalterische Arbeit mit tiefer Zufriedenheit.
In seinem Schaffen fasziniert Benno Blattmann immer wieder das, was nicht klar ersichtlich ist und von dem man dennoch weiss, dass es existiert. Ein Blick in sein Atelier macht deutlich, was er damit meint. In seinen facettenreichen Werken bringt er diese Vielschichtigkeit gekonnt auf das Papier. Es sind Arbeiten, die Neugier wecken und die Fantasie entfachen. Die daraus entstehenden Interpretationen möchte er bewusst den Betrachtenden überlassen.
Ob in der Kunst oder in der Musik, es falle ihm schwer, sich einer klaren Richtung zuzuordnen. «Ich mag einen breiten Fächer», meint Blattmann. «Ich lasse mich von meinem Gefühl und meinem Herzen leiten», ergänzt er mit ruhiger Stimme. Weg vom konzeptionellen Arbeiten, entsteht bei ihm vieles im Prozess. Dass er dabei stets seiner Intuition folgt, zeigt sich nicht zuletzt auch in seinem beruflichen Werdegang.
Kreativität war schon immer präsent
Zwar habe er schon als Kind immer wieder mal gezeichnet, aber den vielen Interessen verschuldet, blieb nicht für alles genügend Zeit. Dass das Malen einen grösseren Platz in seinem Leben einnehmen würde, hat sich erst viel später gezeigt. Angefangen hat er mit einer Schreinerlehre. «Ich wollte mehr ins Design. Schlussendlich habe ich diesen Weg dann aber nie eingeschlagen», erzählt er gedankenvertieft. Später widmete er sich vollkommen seiner Musik, genauer gesagt seiner zweiten Leidenschaft, dem Schlagzeug spielen. Dazu absolvierte er ein Studium an der Agostini Drum School in Olten. Als Berufsmusiker unterwegs, unterrichtete er zudem an der Kreismusikschule Seetal. «Irgendwann fragte ich mich, wo geht es weiter?», erzählt Benno Blattmann. Die Lautstärke seiner Stimme macht klar, wie existenziell die Frage für ihn ist. Die intuitive Antwort folgte.
An der Kunstgewerbeschule Basel absolvierte er ein berufsbegleitendes Vorstudium. Von da an wurde das Kunstschaffen ein fester Bestandteil von Benno Blattmanns Leben. Neben dem Malen ist er weiterhin an der KMS als Schlagzeuglehrer tätig, unterrichtet bildnerisches Gestalten an der Oberstufe in Fahrwangen und ist Assistenz in der SeReal Schule ebenfalls in Fahrwangen. «Das ist wie ein geschlossener Kreis», beschreibt der Künstler sein vielfältiges Tun. Ein geschlossener Kreis um das Zentrum der Kreativität. Wobei sich die einzelnen Tätigkeiten gegenseitig nähren. Denn Benno Blattmann schöpft auch Inspiration für die Malerei beim Musizieren. «Ich bin ein visueller Mensch. Oft habe ich Ideen für die gestalterische Kunst, während ich Schlagzeug spiele und den Rhythmen folge», sagt er nach kurzem Innehalten.
Einzigartigkeit über Perfektion
Sein gestalterisches Talent ist ihm nicht abzusprechen. «Ich mache das, was mich beschäftigt, und vielleicht gelingt es mir Berührendes zu transportieren.» Er vergleicht es mit der Musik: «Sie kann technisch perfekt sein und mich im Ausdruck trotzdem kaltlassen.» Vielleicht berühre er mit seiner Kunst andere Menschen, vielleicht auch nicht, fügt Benno Blattmann hinzu.
Er fühle sich angekommen in der malerischen und bildnerischen Kunst. Ob er irgendwann neue Wege geht, weiss er noch nicht. Dabei vertraut er auf das Leben und seiner Intuition. Gewiss ist jedoch, dass sich der Gontenschwiler Künstler darauf freut, am 7. und 8. März die Türen seines Ateliers für zahlreiche Besucherinnen und Besucher zu öffnen. Genauere Informationen sind auf der Webseite www.bennoblattmann.chzufinden.
Janine Flückiger


