Am Sonntagabend fand in der Reinacher Kirche die erste «Musik am Abend» des Jahres statt. Die beiden Musikerinnen Evgeniya Spalinger und Nina Roth entführten das Publikum in die französische Musik vom Barrock bis ins 20. Jahrhundert.
Es ist ein ungewöhnlicher ...
Am Sonntagabend fand in der Reinacher Kirche die erste «Musik am Abend» des Jahres statt. Die beiden Musikerinnen Evgeniya Spalinger und Nina Roth entführten das Publikum in die französische Musik vom Barrock bis ins 20. Jahrhundert.
Es ist ein ungewöhnlicher Konzertanfang. Statt dass sich die Musikerinnen vor dem Publikum aufstellen, erklingt im Rücken des Publikums die Orgel. Imposant, laut und eindrücklich wird gezeigt, was dieses einzigartige Instrument alles kann. Da man die Musikerin beim Spielen nicht beobachten kann, liegt der Fokus komplett beim Zuhören. Es werden Nuancen der Musik deutlich, die sonst von visuellen Komponenten überdeckt werden. Auch die nächsten paar Stücke spielen die Musikerinnen Evgeniya Spalinger und Nina Roth auf der Empore. Sanft gesellt sich eine Querflöte zur Orgel und harmonisch vermischen sich zwei Instrumente, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Doch genau dies macht das Zusammenspiel der beiden Musikerinnen aus. Die kräftige Orgel muss sich der sanften Querflöte unterordnen. Eine Aufgabe, die erstaunlich gut funktioniert und eine ruhige, fast meditative Stimmung auslöst. Das Fehlen des visuellen Reizes lädt zum Ausruhen und Innehalten ein. Etwas, das in der heutigen Zeit gerne vergessen geht.
Finger fliegen über die Tasten
Nach einigen wunderschönen Stücken treten die aus Russland stammende Evgeniya Spalinger und Nina Roth, welche aus den Südvogesen kommt, schliesslich doch vor die Anwesenden in der Kirche Reinach. Anstelle der Orgel erklingen nun Querflöten- und Klavierklänge. Gemeinsam zeigen sie, wie viel mit nur zwei Instrumenten möglich ist. Es ergeben sich komplexe Melodien, bei denen die Finger nur so über die Querflöte oder über die Tasten des Klaviers fliegen und das Publikum zu einem verdutzten Lachen verleitet. Besonders bei der «Image für Flöte» von Eugène Bozza kommt man mit den Fingern von Evgeniya Spalinger kaum mit. Es ist klar: Hier sind zwei Meisterinnen am Werk.
Dabei verblüffen sie auch mit dem Wechsel zwischen den Instrumenten. Beide Musikerinnen beherrschen das Klavier und die Querflöte einwandfrei und wechseln je nach Stück von einem Instrument an das andere. Am Ende dieser «Musik am Abend» gab es von den Anwesenden einen verdienten und lange anhaltenden Applaus. «Es war einfach wunderschön», meint eine Dame zu ihren Begleitern und eine andere Frau pflichtet ihr bei: «Es war zum Träumen.» «Unglaublich, wie flink ihre Finger waren», sagte ein Mann verblüfft. Die Begeisterung war allen Anwesenden anzumerken. Es war ein fulminanter Auftakt in den Februar.
Melanie Köchli