Zentraler Pfeiler unseres Steuersystems ist das Leistungsprinzip: Wer mehr vermag, bezahlt auch mehr. Die Vorlage zur Individualbesteuerung bringt diesen Pfeiler allerdings ordentlich ins Wanken.
Neu gälte, dass die Steuerdifferenz zwischen zwei Mittelstandsfamilien trotz identischer Kosten sich um mehrere hundert bis tausende Franken unterscheiden könnte. Dies einzig und allein aufgrund des Umstandes, wie gleichmässig die Partner zum Erwerb beitragen.
Gegen eine bessere Verteilung von Care- und Erwerbsarbeit bei Ehepaaren habe ich nichts einzuwenden – gehöre auch ich zu jenen Vätern, die zwecks Zeit mit Kindern und Haushaltsarbeit Teilzeit arbeiten.
Dieses Modell jedoch explizit via Steuerrecht zu privilegieren, ist weder liberal noch sozial. Zu vielfältig sind die Gründe für grössere…