Ein Gebiet für die Natur und zur Erholung
12.03.2026 GränichenDer Liebeggbach in Gränichen soll offengelegt werden, dies wurde bereits an der Budgetgemeindeversammlung im November diskutiert. Aktuell liegt auf der Gemeinde das Projekt auf, damit sich die Bevölkerung ein Bild machen kann.
Der Liebeggbach entspringt im ...
Der Liebeggbach in Gränichen soll offengelegt werden, dies wurde bereits an der Budgetgemeindeversammlung im November diskutiert. Aktuell liegt auf der Gemeinde das Projekt auf, damit sich die Bevölkerung ein Bild machen kann.
Der Liebeggbach entspringt im Liebeggerwald und mündet nach rund 2 Kilometern in die Wyna. Dabei durchquert er private und öffentliche Grundstücke, doch zu sehen ist davon aktuell kaum etwas. Das liegt daran, dass in den 1940er Jahren die Talebene drainiert wurde, dabei wurde auch der Liebeggbach eingedolt. Seither fliesst er durch die Beton- und Zementrohre, was zu einem starken Verlust an Biodiversität führte.
Im Rahmen des Projekts «Future Liebegg» sollen die Infrastruktur und Nutzungsmöglichkeiten des Zentrums Liebegg modernisiert und weiterentwickelt werden. Dazu gehört auch die Umverlegung und Offenlegung des Liebeggerbachs. Ziel ist es, den gesamten eingedolten Bachabschnitt offen zu legen und einen möglichst naturnahen Bachlauf zu schaffen. Dabei sollen Lebensräume vernetzt und die Biodiversität wieder gesteigert werden. Der Technische Bericht, der auf der Website der Gemeinde Gränichen heruntergeladen werden kann, gibt detailliert Auskunft über die genau geplanten Massnahmen, mit denen die Ziele erreicht werden sollen.
Der Bach als Lernobjekt
Unter anderem soll der neue Bachlauf so naturnah wie möglich sein. Eine Wiederherstellung des Bachverlaufs vor der Eindolung ist jedoch nicht möglich, «jegliche Hinweise auf seinen früheren Verlauf wurden durch die intensive Landwirtschaft überlagert», heisst es im Bericht. Mit der Freilegung des Baches sollen verschiedene Vegetationszonen wieder verstärkt Einzug erhalten. Zudem wird die Vernetzung von aquatischen und terrestrischen Lebensräumen geschaffen, die so wieder näher am Ursprungszustand sind.
Für die ökologische Planung wurden im Technischen Bericht drei Leitarten definiert: die Gelbbauchunke, die Köcherfliege und der violette Silberfalter, doch auch diverse andere Arten von Tieren und Pflanzen sollen rund um den Bach ein Zuhause erhalten. Zudem soll die Freilegung eine Verbesserung der Naherholung für die Menschen bieten mit Wegen und Aufenthaltsbereichen am Wasser. Das landwirtschaftliche Zentrum kann das Gebiet zudem als Lern- und Demonstrationsobjekt nutzen.
Lichtsignale, Umleitungen und Busersatz
Da das Projekt grösstenteils durch intensiv genutztes Landschaftsgebiet verläuft, soll gemäss Bericht «ein möglichst guter Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Nutzungsansprüchen und den ökologischen Zielen» gefunden werden. Zudem werden Unterquerungen in verschiedenen Bereichen benötigt, so bei der Bläienstrasse / AVA-Bahnlinie und für verschiedene Landwirtschaftswege. Diese Unterquerungen sollen mithilfe eines Betonkanals aus vorfabrizierten Elementen entstehen. Für die Arbeiten im Bahnbereich gelten mehrere Auflagen und Vorschriften, die einzuhalten sind.
Während den Bauetappen kann es abschnittsweise zu Einschränkungen im Verkehr kommen, heisst es im Bericht. Deswegen sollen «projektspezifische Ersatz- und Provisorienmassnahmen umgesetzt werden». Das sind vor allem temporäre Verkehrsführungen, Lichtsignalanlagen, Umleitungen oder Busersatz bei Gleissperrungen.
Baubeginn Mitte 2027
Die Gesamtkosten belaufen sich, wie bereits an der Gemeindeversammlung im November angekündigt, auf rund 2,6 Millionen Franken. 60 Prozent der Kosten übernimmt der Bund, 30 Prozent der Kanton und die restlichen 10 Prozent die Gemeinde Gränichen. Der Verpflichtungskredit von 261’500 Franken wurde von der Versammlung im November bewilligt.
Falls bei der öffentlichen Auflage, die noch bis am 14. März dauert, keine Einsprachen eingehen, die ein weiteres Vorgehen verzögern, so soll gemäss Bericht noch in diesem Sommer die Genehmigung erfolgen. Der Baubeginn ist auf den Sommer/Herbst 2027 vorgesehen. Melanie Köchli
Alle Unterlagen sind auf www.graenichen.ch zu finden.

