Zum Sonntag
25.06.2026 RegionGott ist mein Sonnenschirm
Puh, ist das heiss! In den letzten Tagen und Wochen kamen wir alle ins Schwitzen und haben Erfrischung und Schatten gesucht. Die meisten von uns lieben schöne Sommertage mit milden Temperaturen am Morgen und lauen Sommerabenden, wo ...
Gott ist mein Sonnenschirm
Puh, ist das heiss! In den letzten Tagen und Wochen kamen wir alle ins Schwitzen und haben Erfrischung und Schatten gesucht. Die meisten von uns lieben schöne Sommertage mit milden Temperaturen am Morgen und lauen Sommerabenden, wo man bis nach 22 Uhr noch gerne irgendwo draussen sitzt. Das warme Wetter löst Ferien-Stimmung aus. Eigentlich wunderbar! Jedoch: Zwischen 11 und 20 Uhr bei Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad setzt uns die Hitze der letzten Tage zu und wir haben Mitleid mit Strassenbauarbeitern, im Gartenbau Tätigen und anderen Menschen, die draussen an der prallen Sonne arbeiten müssen. Hitzetage gab es natürlich auch schon zu biblischen Zeiten und der Wunsch, Schutz vor glühender Sonnenhitze zu finden ebenfalls. So wird in Psalm 121 einem Jerusalem-Pilger gewünscht, «dass ihn am Tag die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts». Und in Psalm 91 wird Gott selbst als Schatten und Schirm und Schutz bezeichnet. Im Psalmtext werden dann verschiedene Bedrohungen und Gefahren benannt: Seuchen und Krankheiten; Bedrohungen durch andere Menschen, Fallen, die Menschen einem stellen können; auch «Schrecken» der Nacht werden erwähnt (ob damit Alpträume oder Konkreteres gemeint ist, bleibt unklar). Als Bedrohung des Tages wird unter anderem die Sonne gesehen, die wir ja einerseits grundlegend für unser Leben brauchen, die uns aber andererseits mit ihrer starken Sonnenkraft auch Schaden zufügen kann. Schattenplätze waren deshalb auch im alten Israel begehrt, so sehr, dass man sogar Gott selbst als Schatten und Schirm bezeichnet hat; und dies im umfassenden und auch im übertragenen Sinn. Der Mensch, der Psalm 91 formuliert hat, sieht Gott als den besten Zufluchtsort überhaupt, rechnet damit, dass Gott die Seinen umfassend behütet und vor Schlechtem bewahrt. Im Originalton: «Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen». Umfragen zeigen, dass mehr Leute an Schutzengel glauben als an Gott, was ziemlich schräg und zum Lachen ist, da Engel ja Boten von Gott sind… Bei Schutzengeln denken wir wohl vor allem an geflügelte Gestalten, die mit uns fliegen und bei Gefahr einschreiten, einen Unfall verhindern oder ein Unglück zumindest glimpflich ausgehen lassen. Vielleicht dürfen wir uns Schutzengel aber auch als Diener mit Sonnenschirm vorstellen, die uns vor der Gefahr der Sonne schützen. Mir gefällt der Gedanke, dass Engel mich wohl auch schon vor Sonnenbrand oder Sonnenstich bewahrt haben, wenn ich vergessen habe, Sonnencreme einzustreichen oder genug zu trinken. Ich bin dankbar für Gottes Schatten und Schutz!
Daniel Hintermann
Pfarrer, Schöftland
