Christoph Rindlisbacher aus Menziken hat an der Human Powered Vehicel (HPV)-Weltmeisterschaft im niederländischen Sittard erneut Renn-Liegerad-Geschichte geschrieben. Auf seinem legendären Liegerad «Peregrin on a Birk» sicherte er sich zum dritten Mal den ...
Christoph Rindlisbacher aus Menziken hat an der Human Powered Vehicel (HPV)-Weltmeisterschaft im niederländischen Sittard erneut Renn-Liegerad-Geschichte geschrieben. Auf seinem legendären Liegerad «Peregrin on a Birk» sicherte er sich zum dritten Mal den Weltmeistertitel.
Für die Weltmeisterschaft im «Tom Dumoulin Bike Park» in Sittard bereitete sich der Menziker wie gewohnt minutiös vor. Nichts wird dem Zufall überlassen, jedes Detail berücksichtigt. Doch wie so oft im Sport, mischte das Schicksal mit. Nur eine Woche vor der Weltmeisterschaft in den Niederlanden stürzte Rindlisbacher im Training auf seinem teilverschalten Liegerad bei hoher Geschwindigkeit und zog sich tiefe und grosse Schürfwunden über die ganze linke Körperseite an Armen, Rücken und vor allem am Gesäss zu. Ein Start an der Weltmeisterschaft in Sittard war daher mehr als fraglich.
Über sich hinausgewachsen
Trotzdem machte sich der Extremsportler auf den Weg nach Sittard, in der Hoffnung, dass sich sein Zustand bis zum Start verbessert. Das Liegerad wurde im Auto verstaut und los ging es, um die rund 650 Kilometer unter die Autoräder zu nehmen. Die Ausgangslage für das Rennwochenende war alles andere als ideal. Doch Rindlisbacher richtete sich möglichst schmerzfrei im Liegerad ein und fand tatsächlich eine Sitzposition, die ihm den Wettkampf ermöglichte. Im Training am Freitag fühlte er sich gut und konnte sich übers Wochenende steigern und so die Chance am Sonntag für dem dritten Weltmeistertitel im Human Powered Vehicle (HPV) packen.
Der Weltmeister HPV aus den Jahren 2023 und 2025 musste sich in vier komplett unterschiedlichen Disziplinen beweisen. Im Auftakt, dem Sprint, belegte er den achten – im Zeitfahren den sensationellen zweiten Rang. Im anspruchsvollen technischen Kurs kämpfte er sich auf den ersten Platz, und auch das Rennen, das wegen der Sommerhitze von drei auf zwei Stunden verkürzt wurde, konnte er auf dem obersten Podest beenden.
Seine Durchschnittsgeschwindigkeit im Zwei-Stunden-Rennen betrug 60 km/h – eine ausserordentliche Leistung unter diesen schwierigen Bedingungen. Der zweirädrige, vollverkleidete Streamliner Peregrin on a Birk ist dank minimalem Luftwiderstand sehr schnell. Beim Bremsen und Beschleunigen mit reiner Muskelkraft fordert er den Fahrer deutlich stärker, fahrtechnisch besonders in der Balance und Stabilität. Dreirädrige Velomobile mit zwei Vorderrädern sind in diesem Punkt einfacher zu kontrollieren.
Angesprochen auf das, was er nach einem solchen Rennwochenende besonders für sich schätzt oder in Erinnerung bleibt, betont Rindlisbacher den grandiosen Teamgeist und den Zusammenhalt nach den Rennen. «Die HPV-Szene ist nicht kommerzialisiert. Man tauscht sich auf Augenhöhe aus und feiert gemeinsam» ergänzt er. Dieser familiäre und bereichernde Umgang untereinander ist für den nun Dreifach-Weltmeister der zweite Höhepunkt neben der erfolgreichen Verteidigung des Weltmeister-Titels im HPV.
Dominique Rubin