Seit mehr als 35 Jahren ist Aldo Müller für die Selhofer AG Kanalservice unterwegs. Als Chauffeur hat er die Entwicklung der Kanalreinigungsbranche hautnah miterlebt. Im Interview spricht er über technische Veränderungen, besondere Erlebnisse und Herausforderungen, die ihm bis ...
Seit mehr als 35 Jahren ist Aldo Müller für die Selhofer AG Kanalservice unterwegs. Als Chauffeur hat er die Entwicklung der Kanalreinigungsbranche hautnah miterlebt. Im Interview spricht er über technische Veränderungen, besondere Erlebnisse und Herausforderungen, die ihm bis heute begegnen.
1. Wie sind Sie zur Kanalreinigung gekommen?
Inserat in der Zeitung (früher war das noch so !!)
2. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz?
Ja ! Ich musste mit einem alten
Chauffeur Klärgruben reinigen.
3. Was fasziniert Sie bis heute an diesem Beruf?
Ganz klar die Abwechslung und das Teamwork. Das man jemandem auch helfen kann, dass das Wasser wieder reibungslos läuft und keinen Schaden mehr anrichtet.
4. Wie sah die Kanalreinigung vor 35 Jahren aus?
Es waren noch nicht so viele Haushalte angeschlossen, sprich es mussten viele Klärgruben geleert werden. Verstopfungen musste man von Hand oder mit minimal technischen Mitteln lösen – es war ein Knochenjob!
5. Welche Fortschritte haben die Branche am meisten verändert?
Ganz sicher, dass heute viel mehr die Maschinen arbeiten, also Hydraulik, Fernbedienungen, Kanalfernsehen zum Kontrollieren und natürlich vermehrt auch der Umweltgedanke.
6. Was war Ihr aussergewöhnlichster Einsatz?
Ui….da gibt es viele. Z. B. Überschwemmungen…. dort waren wir NONSTOP gefragt. Oder wenn ganze Siedlungen nicht mehr abliefen. Sehr eindrücklich war auch das Reinigen des Meyerschen Stollen in Aarau.
7. Welche kuriosen Dinge haben Sie schon in den Kanälen gefunden?
Kleider, Zahnprothesen, Werkzeuge, tote Tiere wie Dachs, Füchse, etc..
8. Gab es Einsätze, die besonders gefährlich und anspruchsvoll waren?
Ja, die gibt es immer wieder zum Beispiel sehr tiefe Schächte oder Arbeiten in der Höhe. In diesem Beruf muss man immer aufpassen!
9. Welche Rolle spielen Feuchttücher und Fettablagerungen?
Feuchttücher sind ein Fluch. Sie verstopfen Leitungen und blockieren Pumpen; gehören nicht in den Abfluss. Fett ist die andere Geschichte. Aus dem Auge aus dem Sinn = Verstopfung Küche.
10. Welchen Rat geben Sie Hausbesitzern und Gemeinden?
Regelmässige Wartung von Schächten, Kanalisationen in und ums Haus spart Geld und schonen die Umwelt.
11. Welche Entwicklung erwarten Sie in der Branche?
Ich denke, der Umweltgedanke wird alles vorantreiben. Man schaut, dass das Leitungsnetz dicht ist (kein Abwasser im Grundwasser). Die Technik wird immer voranschreiten, Digitalisierung, etc..
12. Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken:
Worauf sind Sie am meisten stolz?
Das ich immer noch dabei bin und mich Neuem nie verschlossen habe!
Teamwork ist das A + O, ohne das geht es nicht.
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