«Angebote können für das Luzerner Seetal attraktiv sein»
24.09.2026 Seetal, MenzikenDie Asana-Gruppe schliesst in Menziken den Betrieb des Akutspitals per Ende Oktober. Das Luzerner Kantonsspital übernimmt einen Teil des Angebots, unter anderem den Rettungsdienst. Was heisst dies für das angrenzende Luzerner Seetal?
Die Nachricht, dass in ...
Die Asana-Gruppe schliesst in Menziken den Betrieb des Akutspitals per Ende Oktober. Das Luzerner Kantonsspital übernimmt einen Teil des Angebots, unter anderem den Rettungsdienst. Was heisst dies für das angrenzende Luzerner Seetal?
Die Nachricht, dass in Menziken und somit in unmittelbarer Grenznähe zum Luzerner Seetal das Akutspital durch die Asana-Gruppe geschlossen wird, hat auch im Luzernischen für Schlagzeilen gesorgt. Per 1. November wird die Gruppe des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) Teile des Angebotes übernehmen. Es entstehen Notfallund Arztpraxis, die ambulanten Sprechstunden werden die Bereiche Kardiologie, Gynäkologie, Angiologie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Neurochirurgie und allgemeine Chirurgie abdecken. Die Fachärztinnen und Fachärzte werden aus dem Netzwerk des LUKS stammen. Auf Anfrage des «Seetaler Boten» heisst es: «Das Angebot richtet sich nicht ausschliesslich an die Bevölkerung des Wynentals. Gerade für Bewohnerinnen und Bewohner des nördlichen Luzerner Seetals können einzelne Angebote attraktiv sein, insbesondere wenn wohnortsnahe Abklärungen oder ambulante Fachsprechstunden benötigt werden.» Die Detailplanungen laufen derzeit noch.
Den Rettungsdienst übernimmt das LUKS am 31. Oktober um 19 Uhr. «Der Dienstplan für November steht und die Einsatzteams sind organisiert. Der Betrieb ist sichergestellt», wird Yvonne Neff, Standortleiterin in Sursee zitiert. Was sind in Menziken denn die Kriterien, wer wohin gefahren wird? «Das Ziel besteht darin, Patientinnen und Patienten möglichst rasch an den Ort zu bringen, an dem sie die medizinisch geeignete Behandlung erhalten. Je nach Situation kann dies Aarau, Sursee, Luzern oder ein anderer geeigneter Versorger sein. Dabei wird auch der Patientenwille berücksichtigt.»
In der Schweiz gibt es eine Vorgabe des Interverbandes für Rettungswesen, wonach bei dringenden Fällen der Rettungsdienst in 90 Prozent der Fälle innerhalb von 15 Minuten eintreffen soll. Im Luzerner Seetal gibt es neben dem neuen Angebot von Neeser in Seengen auch den Rettungsdienst Seetal mit Standort Hochdorf. «Der Rettungsdienst Seetal ist ein wichtiger Partner innerhalb der regionalen Notfallversorgung. Die verschiedenen Rettungsdienste arbeiten bereits heute eng zusammen und unterstützen sich gegenseitig», erklärt das LUKS. «Entscheidend ist, dass möglichst rasch das geeignete Rettungsmittel vor Ort ist und die weitere medizinische Versorgung sichergestellt werden kann». Welche konkreten Auswirkungen dies auf den Einsatzalltag und insbesondere auf die Transportwege haben wird, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilen», sagt Nadja Blaser, stellvertretende Geschäftsführerin vom Rettungsdienst Seetal. «Welches Spital angefahren wird, hängt unter anderem vom Krankheits- oder Verletzungsbild und der benötigten medizinischen Versorgung ab», so Blaser weiter.
Sind Einsätze im nördlichen Teil des Luzerner Seetals für Neeser möglich? «Die Möglichkeit, dass ein Team des Rettungsdiensts Neeser auch in einer Gemeinde des angrenzenden Luzerner Gebiets zum Einsatz kommt, besteht. Es handelt sich dabei allerdings um ein seltenes Ereignis. Dies, da wir nur dann eingesetzt würden, wenn bei einem schweren medizinischen Notfall kein anderes freies Rettungsmittel in der Nähe ist oder bei einem Grossereignis Hilfe aus dem weiteren Umkreis benötigt wird», erläutert Reto Neeser. Der Rettungsdienst Neeser werde grundsätzlich von der Sanitätsnotrufzentrale (SNZ 144) des Kantons Aargau aufgeboten. Mit dem Sanitätsnotruf 144 Zentralschweiz in Luzern bestehe kein regelmässiger Kontakt, führt er aus. «Ist jedoch einmal ein Einsatz im Luzerner Gebiet zu leisten, leitet in der Regel die Luzerner Zentrale den Auftrag an die SNZ 144 Aargau weiter, die wiederum uns dann auf dem gewohnten Weg aufbietet.»
André Widmer
Seetaler Bote
