Der Brunch auf der Burg hat Tradition. Aber die Familien, von Enkeln über Onkel bis Mamas und Nachbarn, waren nicht aus Gewohnheit gekommen. Das lebhafte Miteinander ist für die meisten das Schönste an der Schweiz.
Kurz vor 11 Uhr, als der erste Hunger ...
Der Brunch auf der Burg hat Tradition. Aber die Familien, von Enkeln über Onkel bis Mamas und Nachbarn, waren nicht aus Gewohnheit gekommen. Das lebhafte Miteinander ist für die meisten das Schönste an der Schweiz.
Kurz vor 11 Uhr, als der erste Hunger gestillt war, griffen die Mitglieder des Musikvereins Oberwynental nicht nur nach ihren Instrumenten. Sie setzten Sonnenhüte im schicken Panama-Stil auf. Das mediterrane Rot bildete den passenden Kontrast zu den hellblauen Vereins-Shirts. «Seit der Fusion ist es wieder eine imposante Truppe», merkte ein Herr an. Dann startete das musikalische Feuerwerk. Der dreijährige Jari lauschte aufmerksam. Schliesslich spielte der Grossvater mit. Aber auch das erwachsene Publikum zeigte sich beeindruckt. Ein Mann stupste seine Begleitung vor lauter Begeisterung an der Schulter. «Wow die spielen richtig modern. Aber gut!»
Wer von den jungen Gästen nicht so viel Interesse am melodiösen Programm hatte, der freute sich, dass der Sandkasten vom kleinen Regenguss der Nacht profitiert hatte. In feuchtem Zustand hielten nicht nur die Burgen besser. Auch das Baggern machte wesentlich mehr Spass.
Im Zelt regte Gemeinderat Christian Schweizer in seiner kurzen Rede an, der Begeisterung jeweils ein «Danke» folgen zu lassen. Er hat die Mitglieder der involvierten Vereine sowie Helferinnen und Helfer gebeten kurz zu ihm zu treten. «Denn ohne euer Engagement stünden weder Zelt, Geschirr noch Kuchen hier. Vielen Dank für eure Arbeit!» Der Applaus sorgte schon fast für einen Windhauch durchs Zelt. Die Nationalhymne passte zu diesem Moment und hatte etwas wunderbar Unverkrampftes. Die Stimmung begleitete die Gäste auch auf dem Heimweg. Eine Familie philosophierte an der Bushaltestelle jedenfalls darüber, dass sie, falls es im kommenden Jahr so stattfände, auf jeden Fall wieder mit dabei seien.
Graziella Jämsä