Arbeiten werden auf Eis gelegt
16.04.2026 Teufenthal, UnterkulmDer Erschliessungsplan «Feldmatte» ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinden Unterkulm und Teufenthal. Wegen diverser Probleme hat der Gemeinderat Teufenthal nun beschlossen, die Arbeiten im Projekt «Erschliessung Chrüzmatte/Feldmatte» bis auf Weiteres ...
Der Erschliessungsplan «Feldmatte» ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinden Unterkulm und Teufenthal. Wegen diverser Probleme hat der Gemeinderat Teufenthal nun beschlossen, die Arbeiten im Projekt «Erschliessung Chrüzmatte/Feldmatte» bis auf Weiteres einzustellen.
An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Februar dieses Jahres wurde das Thema Verkehr in der Schmittengasse Teufenthal bereits von mehreren Seiten angesprochen. Durch die Umnutzung des Injecta-Areals in ein Wohn- und Mischquartier werde es zu Mehrverkehr kommen, beklagte ein Bürger damals. Gemeindeammann Niklaus Boss erwiderte: «Wir sind an der Lösungssuche.» Nun gab der Gemeinderat in einer Mitteilung weitere Informationen im Bezug zum Problempunkt Schmittengasse bekannt.
In dieser Notifikation heisst es, dass der Gemeinderat im vergangenen Jahr einen Kommunalen Gesamtplan Verkehr erstellen liess. Im Zuge dessen wurde für die geplante künftige Nutzung der Schmittengasse festgehalten: «Eine grosse Herausforderung liegt bei der Leistungsfähigkeit der Strasseninfrastruktur. Besonders der Knoten Schmittengasse/Wynentalstrasse wird in der geplanten Entwicklung stark belastet. Ohne flankierende Massnahmen droht hier eine Überlastung und eine Gefährdung der Sicherheit des Langsamverkehrs.» Deswegen beschloss der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen und der kantonalen Abteilung Raumentwicklung einen Fragekatalog zu unterbreiten.
Doch dies ist nicht das einzige Problem, welches das Gebiet Schmittengasse vorweist. Beim Kreisel, der Ende 2020 fertiggestellt wurde, ist die Durchfahrtsbreite im Bereich des Fussgängerstreifens knapp. Dies, weil ursprünglich sowohl ein genügend breites Trottoir wie auch eine Fussquerung fehlte. «Beides lag vollumfänglich im Projektperimeter des kantonalen Projekts», schreibt der Gemeinderat. Das Trottoir musste deswegen um 20 Zentimeter verbreitert und eine Ausbuchtung für die Fussgängerquerung erstellt werden. Aufgrund dieser Massnahmen wurde die Durchfahrtsbreite im Bereich des Fussgängerstreifens um 20 Zentimeter reduziert, womit sie nun 5.60 Meter beträgt anstelle der gesetzlich erforderlichen 6.50 Meter, die schon zuvor nicht erreicht wurden. Es fehlen dementsprechend 90 Zentimeter Breite. «Beim Projekt «Kreiselbau» sollte die Breite der Schmittengasse infolge des erhöhten Lastwagenverkehrs von 5.80 m auf 6.50 m verbreitert werden», erklärt Susanne Wittwer, Gemeindeschreiberin von Teufenthal auf Anfrage. Dass diese Breite nicht erreicht wurde, scheint ein Versäumnis des kantonalen Projekts gewesen zu sein.
«Ein Passieren von Lastwagen/Auto ist nahezu unmöglich, ein Passieren Lastwagen/Lastwagen ohne Ausweichen auf das südliche Trottoir undenkbar», hält der Gemeinderat in seiner Mitteilung fest. Zudem sind diese Fussgängerquerung und das Trottoir der Hauptschulweg der Kinder aus den Quartieren Hubelmatt/Grossmatt, was die Situation nicht einfacher macht.
Unterkulm erkennt keinen gemeinsamen Handlungsbedarf
Um eine Lösung für diese Problematik zu finden, genehmigte der Gemeinderat im April 2025 die Ausarbeitung eines Projekts. Die favorisierte Variante ist die Verbreiterung der Strasse mittels zusätzlicher Überdeckung/ Teileindolung des Dorfbachs. Gemäss kantonalen Richtlinien sind Eindolungen «nur noch in im Gewässerschutzgesetz abschliessend definierten Ausnahmefällen» möglich. Die Teileindolung des Dorfbachs sei von der kantonalen Abteilung Landschaft und Gewässer als genehmigungsfähig eingestuft worden, schreibt Wittwer.
Weiter schreibt der Gemeinderat von Teufenthal: «Angesichts der vielfältigen Problemstellungen erscheint dem Gemeinderat Teufenthal eine Anpassung des Erschliessungsplans Feldmatte angezeigt und notwendig.» Man müsse zusätzliche Optionen vertieft prüfen, «um den Erwartungen und Verpflichtungen gegenüber den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern von Teufenthal und Unterkulm gerecht zu werden.» Man habe die Gemeinde Unterkulm über die Problematik und die ergriffenen Massnahmen informiert, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese sehe die Zuständigkeit jedoch primär bei der Gemeinde Teufenthal und erkenne keinen gemeinsamen Handlungsbedarf.
Der Gemeinderat Teufenthal hat nun beschlossen, die Arbeiten im Projekt «Erschliessung Chrüzmatt/Feldmatte» seitens der Gemeinde Teufenthal bis auf Weiteres einzustellen. Man warte, bis die neuen Erkenntnisse vorhanden und in den Projektplan eingearbeitet sind. «Der Gemeinderat behält sich je nach Ergebnis der zusätzlichen Abklärungen vor, das Projekt nur auf Teufenthaler Boden zu realisieren», heisst es abschliessend.
Das sagt Unterkulm
Auf Anfrage des Wynentaler Blatts erklärte der Gemeinderat Unterkulm, dass man vom Gemeinderat Teufenthal «Anfang Februar 2026 über die verschiedenen raumplanerischen Herausforderungen innerhalb der Gemeinde Teufenthal und die diesbezüglich bereits initiierten Massnahmen informiert wurde.» Unterkulm habe eine Beteiligung an den Kosten für die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie abgelehnt, «da mit dem einmaligen objektgebundenen Betrag von 427'065 Franken bereits ein freiwilliger Entschädigungsbeitrag seitens Unterkulm für die Nutzung der Schmittengasse, zusammen mit dem Baukredit, zu Gunsten der Gemeinde Teufenthal bewilligt wurde.»
Das Projekt «Erschliessungsplan Feldmatte» wurde 2011 als gemeinsame Planung initialisiert. Seit 2017 ist der Plan rechtsgültig und es wurden Investitionen und Abklärungen getätigt. «Nachdem das Projekt zeitlich in Verzug geraten ist, sieht sich der Gemeinderat Unterkulm gegenüber den betroffenen Grundeigentümern, Gewerbe- und Industriebetrieben in der Verantwortung, alles daran zu setzen, damit die begonnenen Erschliessungsarbeiten möglichst bald zu Ende geführt werden können», teilt der Gemeinderat Unterkulm mit.
Der Gemeinderat Teufenthal ist bemüht, die Kommunikation mit der Bevölkerung offen zu halten. Sobald erste Ergebnisse zum Fragenkatalog, den die Gemeinde an den Kanton geschickt hat, vorliegen, werden die Teufenthalerinnen und Teufenthaler informiert.
Melanie Köchli




