Wenn auch überall im Aargau die Ortsbürgergemeinden aufgelöst werden, weil ihnen nach und nach die Kompetenzen abhanden gekommen sind, ist die Auflösung in Schlossrued zwar schon ein Thema, aber man ist noch weit davon weg.
Mitten im Wald, im idyllisch ...
Wenn auch überall im Aargau die Ortsbürgergemeinden aufgelöst werden, weil ihnen nach und nach die Kompetenzen abhanden gekommen sind, ist die Auflösung in Schlossrued zwar schon ein Thema, aber man ist noch weit davon weg.
Mitten im Wald, im idyllisch gelegenen Unterstand mit Brätlistelle des Männerchors Schlossrued, tagten die Ortsbürger der Gemeinde Schlossrued. Von den 103 Stimmberechtigten waren deren zwölf anwesend. Sie profitierten nicht nur vom lauen Sommerabend im Wald – ein kurzes Gewitter hat die Temperaturen angenehm gemacht – sondern auch vom feinen Steak, zubereitet vom Vizeammann André Windisch persönlich, serviert von den beiden Gemeinderätinnen Beatrice Neeser und Monika Hugentobler sowie Samira Kuchling.
Gemeindeammann Martin Goldenberger begrüsste und liess auch gleich die Finanzkommission mit Michael Seibert als Präsident, Alain Brem und Urs Müller wählen. Sie kümmern sich auch um die Finanzen der Einwohnergemeinde.
«Wir haben etwas Geld verdient»
Gemeinderat und Ortsbürger Markus Bolliger ergänzte den gedruckten Rechenschaftsbericht mit einigen Aktualitäten. Im Jahr 2027 muss ein neuer Betriebsplan für das Forstwesen durch ein Ingenieurbüro erstellt werden. Grosse Änderungen wird es kaum geben. Im vergangenen Jahr wurde weniger geholzt als vorgesehen. Klimanbedingt wird der Nachwuchs etwas gehemmt. «Mer wärde gseh, wies wiiter goht», meinte Markus Bolliger. Martin Goldenberger hat mit dem Förster gesprochen. Wenn Sturm und Trockenheit in Grenzen bleiben, bleibt unser Wald recht gesund.
Der Leerber Werkhof wurde geräumt und anderen Zwecken zugeführt. Die Forstleute treffen sich neu alle in Muhen, die Förster in Schöftland, vorläufig in der alten Post, bis dann in einigen Jahren der Werkhof in Schöftland steht. Das Rechnungsergebnis, so Markus Bolliger, ist immerhin positiv, wir haben etwas Geld verdient, immerhin 448 Franken. Michael Seibert verlas den Revisionsbericht. Die Ortsbürger verfügen immer noch über ein ansehnliches Vermögen.
Wie weiter?
Walter Bolliger fragte nach dem «Wie weiter» mit der Ortsbürgergemeinde, nachdem in der Zeitung immer wieder von Auflösung geschrieben wird. Martin Goldenberger erklärte, dass das Thema sehr wohl diskutiert und die Kosten analysiert wurden. Aber von Auflösung sei vorerst keine Rede, die Ortsbürgergemeinde habe hier noch Tradition. Immerhin geniessen die Ortsbürger das Privileg, anlässlich der Sommergmeind im eigenen Wald mit einem Steak bewirtet zu werden. Die Getränke werden im Brunnen mit Quellwasser gekühlt. Bei den Einwohnern gibt es nur Grillwürste.
Frieda Steffen