«Wir haben einfach zu wenige», stellte Barbara Eichenberger leicht stirnrunzelnd fest. Es war kurz nach 18 Uhr und sie ordnete gemeinsam mit Lisbeth Breitenstein die Apéro-Platten und Getränke für den offiziellen Jubilarenabend der Gemeinde. Das Thema waren ...
«Wir haben einfach zu wenige», stellte Barbara Eichenberger leicht stirnrunzelnd fest. Es war kurz nach 18 Uhr und sie ordnete gemeinsam mit Lisbeth Breitenstein die Apéro-Platten und Getränke für den offiziellen Jubilarenabend der Gemeinde. Das Thema waren Kühlschränke. Aber die Landfrauen kombinierten Übung mit Erfahrung. In nur knapp zwei Stunden sorgten sie zu sechst ebenso für Tische, Stühle und Deko wie fürs Kulinarische. Gegen die hitzigen Temperaturen schützten sie die Speisen dann mit einer «Zwei-Etagen-Platzierung» in der Schublade. Der gemischte Chor Cantiamo hatte sich warmgesungen und die ersten Jubilare streckten scheu den Kopf zur Tür hinein: «Dürfen wir schon reinkommen?» «Selbstverständlich», begrüsste Gemeinderätin Jacqueline Widmer die Gäste. Schnell waren die Namensschilder auf den Tischen gefunden. Das grosse «Hallo» wurde mit jeder neuen Familie lebhafter. Als Jacqueline Widmer zum Mikrofon griff, wurde es schnell stiller im Löwensaal. Die Neugier auf die kommende Geschichte war den Menschen anzusehen. Diesmal war die gute Laune bei der griesgrämigen, pessimistischen schlechten Laune zu Besuch. «Wir alle haben ab und zu schlechte Laune und leider ist es so, dass dann nicht generell die gute Laune zu Besuch kommt. Nein, wir alle haben leider die Tendenz, der schlechten Laune mehr Gewicht und Zeit zu lassen als umgekehrt.» Am meisten habe man schlechte Laune, wenn sich die Geschehnisse nicht nach den persönlichen Wünschen richten. «Oder es gibt eine Person im Umfeld, die einem nicht ganz so passt. Da ist man schnell beim Negativen und sucht auch mal das Haar in der Suppe.» Doch gerade wenn man älter werde, sollte man versuchen, der guten Laune bewusst mehr Zeit zu widmen. «Weil schlechte Laune der Gesundheit nicht gut tut. Und im Alter sollte man erst recht darauf achten zu unterlassen, was einem nicht gut tut.» Als Souvenir für die gute Gewohnheit verteilte sie allen Jubilaren, während vielstimmig «Happy Birthday» erschallte, Spitzbuben. Diese lachenden «Gesichter» waren die perfekte Begleitung auf dem späteren Heimweg.
(Text und Bilder: Graziella Jämsä)